Die tödliche Gameshow kehrte im letzten Jahr zurück und nun breitet sich nun fürs Heimkino aus. Mit „The Running Man“ hat Regisseur Edgar Wright den Kult–Klassiker neu interpretiert, der in den 80ern durch die Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger Kultstatus erreichte. Und fast vier Jahrzehnte später wirkt die Grundidee erstaunlich zeitgemäß.
Unterhaltung, die auf dem Leid anderer basiert, übertragen in einer durchkommerzialisierten Medienwelt. Das Remake ist seit Dezember 2025 digital verfügbar und erschien zunächst exklusiv als Download und Video on Demand. Seit dem 9. Februar 2026 kann der Film regulär digital gekauft werden. Der nächste Schritt folgt nun am 26. Februar 2026, wenn „The Running Man“ als vergünstigte Leihfassung im Video-on-Demand-Bereich startet.
Zynismus ist Teil des Konzepts
Inhaltlich entfernt sich die neue Version deutlich vom grellen 80er-Jahre-Actionton. Wo das Original mit Neon, One-Linern und überzeichneten TV-Schurken arbeitete, zeigt Wright eine kühlere, härtere Zukunft. Kameradrohnen beobachten jede Bewegung, das Publikum bleibt anonym, die Show selbst wirkt wie eine perfekt durchoptimierte Verwertungsmaschine für menschliche Schicksale. Der Zynismus ist Teil des Konzepts.
Im Zentrum steht Ben Richards, gespielt von Glen Powell. Nach Blockbustern wie „Top Gun: Maverick“ und „Twisters“ bewegt er sich hier in deutlich düsterem Terrain. Schließlich ist seine Figur Richard kein unerschütterlicher Actionheld, sondern ein Mann unter Druck. Moralische Fragen und nackter Überlebenswille stehen nebeneinander. Genau daraus zieht der Film auch seine Spannung.
Stephen Kings „Menschenjagd“
Die Vorlage lieferte Stephen King mit seinem Roman „Menschenjagd“, den Wright stärker einbezieht als frühere Adaptionen. Die Geschichte über eine Gesellschaft, die Gewalt als Show konsumiert, bekommt dadurch eine direktere gesellschaftliche Ebene. Statt Nostalgie setzt der Film auf Aktualität. Wrights Handschrift ist dabei mehr als erkennbar. Die Action wirkt weniger wie Dauerfeuer, mehr wie gezielt eingesetzte Eskalation. Zum Cast gehören neben Glen Powell außerdem Josh Brolin, William H. Macy und Colman Domingo.
:quality(90))