Kaum eine Videospielmarke hat den Zombie-Horror so geprägt wie „Resident Evil“. Seit dem Start 1996 auf der ersten PlayStation entwickelte sich die Reihe von einem Nischen-Horrorspiel zu einem weltweiten Kult-Game. Die Mischung aus knappen Ressourcen, unheimlichen Schauplätzen und plötzlichen Schockmomenten definierte das Survival-Horror-Genre über Jahre mit.
Schnell blieb es nicht bei Games, sondern es folgten Comics, Animationsfilme und vor allem Kinofilme, die das Franchise auch außerhalb der Gaming-Welt bekanntmachten. Nun steht ein weiterer Neustart fürs Kino an und der ist bereits einen großen Schritt weiter. Das neue „Resident Evil“-Reboot ist nämlich nun abgedreht und die Produktion befindet sich in der Postproduktion.
Zach Cregger führt Regie
Regie führt Zach Cregger, der mit dem Horrorfilm „Barbarian“ und zuletzt „Weapons“ im Genre seine Spuren hinterließ. Sein Zugang unterscheidet sich aber deutlich von klassischem Blockbuster-Actionkino, was für die Ausrichtung des Reboots eine Rolle spielen könnte. Die Dreharbeiten begannen im Oktober 2025 in Prag und wurden wie erwähnt inzwischen abgeschlossen.
Aktuell arbeitet Cregger am Schnitt des Films. Ein offizieller Kinostart wurde noch nicht genannt. Bei einem Effekt-lastigen Horrorfilm dieser Größenordnung ist eine längere Nachbearbeitung allerdings üblich, weshalb zwischen Drehende und Release meist viele Monate liegen. Ein zentrales Thema beim Reboot ist die kreative Ausrichtung. Oliver Berben von Constantin Film, die die Rechte an der Reihe halten, machte deutlich, dass der Regisseur bewusst eigene Wege gehen soll.
„Ganz weit weg von allem, das mit ‚Resident Evil‘ verbunden ist […]“
Wörtlich beschrieb er das Projekt als „Ganz weit weg von allem, das mit ‚Resident Evil‘ verbunden ist, alleine schon, weil Zach Cregger seinen eigenen Stil hat“. Diese Aussage markiert klar die Richtung, Nämlich keine direkte Anknüpfung an frühere Filmformeln, sondern ein eigenständiger Ansatz. Die Historie der Reihe im Kino zeigt, warum dieser Schritt wichtig ist.
Die sechs Filme mit Milla Jovovich zwischen 2002 und 2016 waren wirtschaftlich erfolgreich und kamen zusammen auf ein Einspielergebnis von rund 1,28 Milliarden US-Dollar. Inhaltlich entfernten sie sich jedoch zunehmend von den Spielen und setzten stärker auf Action und Superhelden-Elemente. Für viele Fans rückte der Horror dabei in den Hintergrund.
Nach über 25 Jahren Franchise-Geschichte
Spätere Neuansätze hatten es schwer. „Resident Evil: Welcome to Raccoon City“ versuchte näher an die Spiele zu rücken, traf aber nicht den Geschmack der Fans. Auch die Netflix-Serie von 2022 wurde nach einer Staffel eingestellt. Gerade deshalb richtet sich der Blick nun auf die Art und Weise des Reboots. Die frühen Spiele lebten von Isolation, Dunkelheit und dem Gefühl permanenter Bedrohung.
Weniger Explosionen, mehr Anspannung. Creggers bisherige Arbeiten zeigen, dass er mit genau solchen Mitteln arbeitet. Noch sind viele Details unter Verschluss – etwa zur Besetzung oder zur konkreten Story. Nach über 25 Jahren Franchise-Geschichte beginnt aber definitiv ein weiteres Kapitel, das sich stärker am modernen Horrorkino orientieren könnte als an früheren Action-Unterpretationen.
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