Es gibt Regisseure, die verschwinden und wenn sie wiederkommen, merkt man sofort, dass die Pause ihnen gutgetan hat. Gore Verbinski war lange weg vom Fenster. Jetzt ist er zurück, und er hat offensichtlich keine Lust, es ruhig angehen zu lassen. „Good Luck, Have Fun, Don't Die“ ist laut, schnell, überdreht und dabei erstaunlich klug. Genau der Film, auf den Fans seit Jahren gewartet haben, ohne ihn zu kennen. Nun gibt es „Good Luck, Have Fun, Don't Die“ auch endlich fürs Heimkino auf Blu-ray und DVD.
117 Versuche, die Welt zu retten
Ein Mann betritt ein Diner in Los Angeles. Er sieht aus, als hätte er die letzten Monate in einem Keller verbracht, trägt eine Kombination aus Plastikfolie und Schläuchen und verkündet, er komme aus der Zukunft. Was klingt wie der Einstieg zu einem schlechten Witz, ist tatsächlich der Kern des Films. Der Mann ist in einer Zeitschleife gefangen und versucht seit über hundert Durchläufen, die richtige Gruppe von Menschen zusammenzustellen, um eine außer Kontrolle geratene KI zu stoppen.
Seine Kandidaten an diesem Abend sind ein Lehrerpaar am Limit, dessen Schüler längst von ihren Handys regiert werden; eine Frau, die nach dem Tod ihres Sohnes in einer windigen Selbsthilfegruppe gelandet ist, die ihr anbietet, ihn klonen zu lassen, mit staatlichen Zuschüssen, versteht sich und eine Frau, die wegen einer Allergie gegen elektronische Geräte als Märchenprinzessin auf Kindergeburtstagen arbeitet. Willkommen in der nahen Zukunft und diese ist erschreckend vertraut.
Sam Rockwell dreht auf … und alle anderen auch
Was „Good Luck, Have Fun, Don't Die“ trägt, ist vor allem sein Cast. Sam Rockwell spielt den namenlosen Zeitreisenden mit einer packenden Energie und hält so den ganzen Wahnsinn zusammen. Haley Lu Richardson liefert daneben eine Performance, die man so nicht erwartet. Michael Peña und Zazie Beetz als überarbeitetes Lehrerpaar treffen den richtigen Ton, und Juno Temple beweist mal wieder, dass sie in jeder Rolle funktioniert, in der andere scheitern würden.
Wer jetzt denkt, das klingt nach reinem Popcorn-Spaß. Ja, aber eben nicht nur. Der Film nimmt sich Zeit für Rückblenden, die zeigen, wie es zu dieser Welt überhaupt gekommen ist. Und das ist das Interessanteste an „Good Luck, Have Fun, Don't Die“, denn er verpackt echte Gesellschaftskritik in Absurdität, ohne dabei mit dem Finger zu zeigen. Man kann den Film demnach genießen, ohne darüber nachzudenken. Aber wer will, findet mehr. Verbinski hält das Tempo dabei hoch. Der Film kippt indes immer wieder zwischen Action, Komödie und Wahnsinn.
Sofort kaufen, Fragen später
„Good Luck, Have Fun, Don't Die“ ist einer der originellsten Filme des Jahres und einer, der besser wird, je mehr man hinschaut. Gore Verbinski ist zurück in Topform, Sam Rockwell liefert eine seiner besten Rollen seit Jahren, und der Film hat etwas zu sagen, ohne dabei auf die Pauke zu hauen. Wer Sci-Fi-Komödien mag, die mehr wollen als Effekte und Gags, sollte hier nicht zögern. Ergo, Bildschirm an, Rest der Welt aus.
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