Mittelerde wird wieder ausgerollt, und diesmal geht es nicht einfach zurück zu bekannten Stationen. „The Hunt for Gollum“ greift sich nämlich eine Phase der Geschichte, die in den Filmen bisher nur am Rand lief, und macht daraus einen eigenen Kinofilm. Der Start ist für Dezember 2027 geplant und gedreht wird in Neuseeland.
Kurz vor Produktionsbeginn tauchen nun klarere Hinweise auf, wohin die Reise in „The Lord of the Rings: The Hunt for Gollum“ geht. Der Film setzt auf zwei Schienen. Einerseits läuft die bekannte Jagd auf Gollum, die zeitlich zwischen Bilbos Abschied aus dem Auenland und der Bildung der Gefährten liegt. Andererseits springt die Handlung weiter zurück und zeigt Sméagol in einer Zeit, in der der Ring noch nicht alles in ihm zerfressen hat. Damit bekommt die Figur mehr Raum als je zuvor.
Sméagol, der schräge Außenseiter
Für diese frühe Phase ist ein eigener Darsteller vorgesehen. Sméagol erscheint dort als schräger Außenseiter, jemand, der sich für glänzende Dinge begeistert und anderen gern kleine Streiche spielt. Noch keine zerrissene Stimme, kein Selbstgespräch zwischen zwei Persönlichkeiten. Andy Serkis bleibt allen Fans aber dennoch erhalten. Denn er übernimmt weiterhin den späteren Gollum per Motion Capture.
Parallel läuft die eigentliche Suche. Nachdem Bilbo den Ring an sich genommen hat, verlässt Gollum sein Versteck und will das „Verlorene“ zurück. Gandalf wird misstrauisch und organisiert Nachforschungen. Er spannt Aragorn ein, der zu diesem Zeitpunkt noch als Waldläufer Streicher unterwegs ist. Die beiden verfolgen Spuren durch abgelegene Gegenden, fern von den großen Schlachtfeldern.
Andy Serkis vor und hinter der Kamera
Damit rückt auch Aragorn in einer früheren Lebensphase in den Fokus. Ein Mann ohne Krone, ohne große Titel, unterwegs zwischen Wildnis und Gerüchten. Seine spätere Rolle als König schimmert höchstens durch, aber die Geschichte bleibt bei dem, was er zu dieser Zeit ist: ein erfahrener Fährtenleser, der Bedrohungen erkennt, bevor andere sie überhaupt bemerken.
Hinter der Kamera sammeln sich indes vertraute Namen. Andy Serkis führt Regie, was nach seiner langen Verbindung zur Figur kaum überrascht. Peter Jackson ist als Produzent beteiligt, ebenso Fran Walsh und Philippa Boyens beim Schreiben und Produzieren. Das ist im Kern das Team, das schon die ursprüngliche Trilogie geprägt hat. Entsprechend orientiert sich das Projekt klar an dieser Version von Mittelerde und nicht an einer kompletten Neuinterpretation. Keine Neuverfilmung der großen Bücher also, sondern ein gezielter Blick in eine Phase, die bisher zwischen zwei Szenen versteckt lag.
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