Manchmal braucht eine Horrorreihe einfach eine Rückkehr zu dem, was sie großgemacht hat. Nach einem sechsten Teil, der die Fangemeinde gespalten hat, kommt „Scream 7“ nun auf DVD und Blu-ray. Und wer die Reihe liebt, darf aufatmen. Denn der Streifen findet wieder zu seinen Stärken zurück und erinnert daran, warum Ghostface seit fast drei Jahrzehnten zu den ikonischsten Figuren des Slasher-Genres gehört.

Zurück zu den Wurzeln

Im Mittelpunkt steht erneut Sidney Prescott, gespielt von Neve Campbell, die nach ihrer Abwesenheit in Teil sechs endlich wieder zum Kern der Geschichte gehört. Sie hat sich längst ein ruhiges Leben aufgebaut, als eine neue Mordserie beginnt. Dieses Mal mit einem erschreckend persönlichen Fokus. Denn Ghostface hat es auf Sidneys Tochter abgesehen (Isabel May) und das zwingt sie dazu, ihre Vergangenheit erneut einzuholen.

Unterstützung bekommt sie dabei von bekannten Gesichtern. So ist Courteney Cox ebenso wieder dabei wie auch Jasmin Savoy Brown und Mason Gooding. Hinter den Kulissen hat indes Kevin Williamson die Zügel in der Hand. Einer der Köpfe hinter dem ersten Film und damit ein Garant dafür, dass „Scream 7“ wieder nach „Scream“ klingt.

Blutig, clever, selbstironisch

Der größte Gewinn für „Scream 7“ ist sicherlich Campbells Rückkehr. Denn Sidney Prescott ist keine bloße Nostalgie-Einlage, sondern tatsächlich das Herzstück der Handlung. Ihre Geschichte bekommt hier eine neue, überraschend emotionale Dimension, die dem Film mehr Tiefe verleiht, als man von einem Slasher dieser Größenordnung erwarten würde. Und nicht nur das, wer die Reihe kennt, weiß, wenn Sidney kämpft, kämpft man mit. Diese Spannung funktioniert prächtig. Auch weil die Ghostface-Auftritte intensiv und ohne viel Vorwarnung kommen.

Dabei ist die Inszenierung der Angriffe handwerklich top und spart nicht an Brutalität. Gleichzeitig behält der Film seine wichtigste Qualität bei. Man rätselt nämlich bis zum Ende mit. wer diesmal hinter der Maske steckt. „Scream 7“ hält diese Frage lange offen und spielt mit den Erwartungen. Zudem war die Reihe immer auch ein Kommentar auf sich selbst, und das bleibt auch hier erhalten. Die Charaktere reflektieren über Horror-Konventionen, während sie gleichzeitig mittendrin stecken. Dieser Meta-Humor ist für „Scream“ einfach essentiell und gehört einfach dazu.

Zurück auf Slasher-Kurs

Was „Scream 7“ von den schwächeren Teilen der Reihe unterscheidet, ist die Balance zwischen Tradition und frischen Elementen. Neue Figuren werden eingeführt und sinnvoll in die Handlung eingebettet, während langjährige Fans mit reichlichen Anspielungen und Verweisen belohnt werden, die nicht bloßer Fanservice sind, sondern organisch wirken. Dazu kommen Jumpscares, die tatsächlich sitzen, eine Atmosphäre, die trotz aller Vertrautheit nicht abgestanden wirkt, und einige Szenen, die unter die Haut gehen. Nein, nicht nur wegen des Blutes.

Und ja, „Scream 7“ hat ein paar Logiklücken. Die gibt es tatsächlich, das sei nicht verschwiegen. Aber kein „Scream“-Film war je eine Übung in lückenloser Dramaturgie. Entscheidend ist, ob der Film unterhält, überrascht und eine gewisse Anspannung erzeugt, die auch über die Credits hinaus anhält. Nun, das tut er.

Ghostface hat wieder Biss

Alles in allem ist „Scream 7“ kein perfekter Film, aber er ist genau der richtige „Scream“-Film für diesen Moment. Neve Campbell trägt ihn, Kevin Williamson gibt ihm seine Seele zurück, und Ghostface ist wieder eine echte Bedrohung. Für Fans der Reihe ist die Heimkino-Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray daher ein klarer Pflichtkauf. Und für alle, die bisher noch nicht eingestiegen sind, ist Teil sieben ein starker Einstieg in eine Reihe, die trotz ihres Alters noch reichlich Biss hat.

„Scream 7“ (LEONINE) – VÖ: 12. Jun 26