2024 sorgte ein kleiner Indie-Horror für ordentlich Wirbel in der Szene. „In a Violent Nature“ war nicht einfach nur ein weiterer Slasher mit Machete und Blutfontänen. Nein, der Streifen drehte das ganze Genre quasi auf links. Während die meisten Horror-Filme ihre Opfer durch dunkle Wälder hetzen und mit Jump-Scares um sich werfen, ging Regisseur Chris Nash einen völlig anderen Weg.
Das Ergebnis? Ein Film, der sich anfühlt wie ein Naturfilm über einen Killer. Klingt verrückt, war es auch, aber genau das machte „In a Violent Nature“ so anders und gilt heute als echtes Slasher-Meisterwerk im Genre. Auch die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Mit einem winzigen Budget von unter einer halben Million US-Dollar brachte es „In a Violent Nature“ auf satte 4,5 Millionen Einspielergebnis. Für einen Independent-Horror ist das mehr als nur respektabel.
Fortsetzung bereits abgedreht & erstes Bild
Jetzt kommt die Fortsetzung und zwar schneller als erwartet. „In a Violent Nature 2“ wurde bereits letztes Jahr in Kanada abgedreht und steckt aktuell in der Postproduktion. Ein erstes Bild ist auch schon aufgetaucht. Die Veröffentlichung könnte noch dieses Jahr über die Bühne gehen, auch wenn 2026 wohl realistischer ist. Interessant wird es bei der Frage, wer in der Fortsetzung den Ton angibt.
Chris Nash hat zwar wieder das Drehbuch verfasst, gibt den Regiestuhl aber an Nate Wilson ab. Für Wilson ist es das erste Mal, dass er bei einem Spielfilm Regie führt. Keine kleine Aufgabe also, wenn man bedenkt, welchen Kultstatus der Vorgänger mittlerweile genießt. Ry Barrett steigt wieder in die Rolle des Killers Johnny, was zumindest für Kontinuität sorgt.
Ab ins Sommercamp
Was die Story angeht, wechselt das Setting im zweiten Teil zu einem Sommercamp. Klassischer geht es kaum im Slasher-Genre. Seit „Freitag der 13.“ ist das quasi heiliger Boden für maskierte Killer. Die Frage ist, ob Wilson den ungewöhnlichen Stil von Nash beibehalten wird oder ob er seine eigene Note reinbringt. Ein Sommercamp bietet jedenfalls genug Möglichkeiten für kreative Kills, und wenn der erste Teil eines bewiesen hat, dann dass die Macher keine Scheu vor extremer Gewalt haben.
Was „In a Violent Nature“ so besonders machte? Nash verzichtete komplett auf die üblichen Slasher-Tricks. Keine nervige Soundkulisse, die einem permanent ins Ohr schreit, wann man sich erschrecken soll. Keine hektischen Schnitte, die einen vom eigentlichen Geschehen ablenken. Stattdessen gab es lange, ruhige Einstellungen, die den Killer Johnny durch die kanadische Wildnis begleiten. Die Story selbst ist klassisch aufgebaut: Eine Gruppe junger Leute findet einen alten Talisman und weckt damit einen seit Jahrzehnten ruhenden Killer. Aber die Art, wie Nash das inszeniert hat, war alles andere als Standard.
Meditative Ruhe vs. knallharte Gore-Momente
Der Regisseur nannte Terrence Malick als Inspiration – und ja, das merkt man. Die Kamera verweilt bei Naturaufnahmen, folgt dem maskierten Mörder auf seinem Weg wie bei einer Dokumentation über die Wanderung eines gefährlichen Raubtiers. Johnny wirkt weniger wie ein psychopathischer Killer und mehr wie eine dunkle Urkraft, die sich ihren Weg durch den Wald bahnt. Diese Mischung aus meditativer Ruhe und knallharten Gore-Momenten hat viele Genre-Fans gefunden, die endlich mal einen anderen Slasher sehen wollten.
Es bleibt nun also abzuwarten, ob Teil zwei diese Balance halten kann oder ob der kommerzielle Druck zu einem konventionelleren Ansatz führt.
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