Manchmal braucht es nicht viel. Kein CGI-Spektakel, keine endlose Exposition, keine halbe Stunde Setup bevor irgendetwas passiert. Manchmal reichen ein Wald, eine Bedrohung und ein Mann, den man lieber nicht zum Feind haben sollte. Willkommen bei „Hunting Season – Blutige Fährte“, der nun für das Heimkino auf DVD und Blu-ray erhältlich ist.
Alles beginnt mit Bowdrie, der abseits der Gesellschaft lebt. Keine Stadt, kein Lärm, nur Wald, Natur und seine Tochter, mit der er ein ruhiges Leben führt. Diese Stille hat allerdings ein Ende, als eine schwer verletzte junge Frau den Fluss hinabgetrieben wird und an ihrem Ufer landet. Sie ist auf der Flucht und zwar vor Alejandro, dem Kopf eines gefährlichen Kartells, der nicht lockerlässt und jeden aus dem Weg räumen will, der ihm gefährlich werden könnte.
Mel Gibson überzeugt auf ganzer Linie
Damit ist Bowdrie mittendrin, ob er will oder nicht. Von außen abgeschnitten, ohne Verstärkung und mit seiner Tochter im Rücken, bleibt ihm keine andere Wahl, als sich dem zu stellen, was auf ihn zukommt. Was folgt, ist ein knallhartes Katz-und-Maus-Spiel in unwirtlicher Natur, bei dem Zögern keine Option ist.
„Hunting Season – Blutige Fährte“ überzeugt vor allem wegen Mel Gibson. Die Filmikone spielt Bowdrie mit einer Ruhe und Entschlossenheit, die man ihm sofort abnimmt. Es ist keine aufgesetzte Härte. Gibson verkörpert einfach einen Mann, der das Leben kennt, der Verluste kennt, und der genau weiß, was er tut, wenn er gezwungen wird zu handeln. Gibson überspielt nie, er ist einfach präsent, und diese Präsenz trägt den Film durch jede einzelne Szene.
Ein menschliches Fundament
Regisseur R.J. Collins geht dabei kein zu hohes Tempo. Die Spannung baut sich organisch auf. Das Setting wird perfekt genutzt, so ist die Natur kein bloßes Hintergrundbild, sondern fühlt sich wie ein aktiver Teil der Geschichte an. Wer Wälder, Isolation und das Gefühl von echter Bedrohung auf der Leinwand schätzt, ist hier richtig.
Und dann ist da noch die Geschichte zwischen Vater und Tochter. Sie ist das Herzstück des Films und hält ihn emotional zusammen. Kein Klischee, keine übertriebene Rührseligkeit, einfach eine glaubwürdige Beziehung, die dem Ganzen ein menschliches Fundament gibt. Wer gerne sauberes, geradliniges Thriller-Kino schaut, ohne dass dabei eine Stunde lang Worldbuilding betrieben wird, der liegt mit „Hunting Season“ goldrichtig.
Packender Survival-Thriller
Der Film macht keinen Hehl daraus, was er ist. Nämlich ein Survival-Thriller, der auf die Wirkung setzt statt auf Komplexität. Das ist keine Schwäche, das ist eine bewusste Entscheidung, und sie funktioniert. Wer mit Mel Gibson als Schauspieler etwas anfangen kann, wird hier besonders gut bedient. Es ist eine dieser Rollen, in der man merkt, dass er Lust auf den Stoff hatte und das überträgt sich.
Und ja, es ist ein B-Movie. Das ist kein Geheimnis und kein Problem. Denn innerhalb dieses Rahmens macht „Hunting Season“ eigentlich fast alles richtig. Es ist kein Film, der neue Maßstäbe setzt oder das Genre neu erfindet. Aber er muss das auch nicht. Wer entspannte, aber trotzdem packende Unterhaltung für den Heimkinoabend sucht und wer Mel Gibson schon immer für einen unterschätzten Charakterdarsteller gehalten hat, sollte hier unbedingt zugreifen.
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