Was haben uns seit all den vergangenen Dekaden des Films Grusel, Horror, Splatter, Slasher und all die anderen artverwandten Genres mit ihren finsteren Geschichten Gänsehaut, Adrenalinschübe und Emotionen aller Couleur geliefert. Neben Technik, Effekten und unvergesslichen Soundtracks ist es dann aber vor allem ein Verdienst des riesigen Reigens an charismatischen Damen und Herren des Schauspiels.
Milla Jovovich als toughe „Resident Evil“-Zombie-Killerin, Neve Campbell als Schreisirene in „Scream“, Donald Pleasence als Seelendoktor Loomis in „Halloween“ oder Gunnar Hansen hinter der Maske des Leatherface. Kane Hodder als Jason Voorhees, der charismatische Christopher Walken in „The Prophecy“, Boris Karloff als Frankensteins Monster oder der kleinwüchsige Tausendsassa Warwick Davis, der vor allem als fieser Leprechaun bekannt sein sollte. Nicht zu vergessen Doug Bradley als diabolischer Pinhead.
Die Liste ist lang an Schauspielern, die uns das Fürchten gelehrt haben in Hollywoods Horrorschmiede. Wir haben zu Ehren des Halloween-Tages unsere persönlichen Favoriten unter den Horror-Stars herausgesucht, die in ihren Rollen unvergessen bleiben und sich auf direktem Wege in unserem Hirn manifestiert haben. Von den großen Ikonen des klassischen Horrorkinos bis zu den neuen Gesichtern des Schreckens!
Robert Englund – „Nightmare – Mörderische Träume“ (1984)
In allen sieben Teilen der ursprünglichen „Nightmare on Elm Street“-Reihe spielte Englund den Albtraum-Freddy und hat sich somit auch in unserem Gedächtnis festgefressen. Der Todesfürst, der Teenies im Schlaf überrascht, ohne diesen prägnanten Schauspieler? Kaum vorstellbar. Dabei hatte Englund nebenher in zahlreichen Fernsehserien und Filmen seine Gastauftritte.
Unvergessen beispielsweise seine Rolle als freundlicher Außerirdischer Willie in der Science-Fiction-Serie „V – Die außerirdischen Besucher kommen“. 2003 schlüpfte er in „Freddy vs. Jason“ ein weiteres Mal in den berühmten rot-grünen Pullover und setzte dem mörderischen Traumdämon erneut seinen unverwechselbaren Stempel auf. Doch ganz egal, wie viele Rollen Englund noch gespielt hat: Seine Hauptrolle wird für Millionen Horrorfans immer Freddy Krueger bleiben!
Jack Nicholson – „Shining“ (1980)
Jack Nicholson hatte in seiner langen Schauspielkarriere mehr als zwei Hände voll an Figuren, die er wie kaum ein anderer ausfüllte und meisterlich darbot. Doch in Stanley Kubricks Meisterwerk lieferte er als Jack Torrance eine der wohl eindringlichsten Leistungen seiner Karriere ab. Diesen Wahnsinn in den Augen, diese Mimik, einfach sein ganzes Wesen!
Wie sich der zunächst einigermaßen normale Familienvater im eingeschneiten Overlook-Hotel zunehmend in einen gefährlichen Irren verwandelt, ist schon ein kleines Schauspielkunststück. Dabei braucht Nicholson weder eine gruselige Maske noch übernatürliche Kräfte. Ein irrer Blick und ein breites Grinsen reichen völlig aus, um dem Zuschauer einen ordentlichen Schrecken einzujagen. Und spätestens wenn Jack mit der Axt durch die Tür bricht, dürfte wohl jeder wissen, warum diese Rolle längst Filmgeschichte geschrieben hat!
Sid Haig – „Haus der 1000 Leichen“ (2003)
Sid Haig war der heimliche Star in zahlreichen Horror- und Actionfilmen, wo er teilweise auch mit kleineren Gastauftritten positiv auffiel. Zum Beispiel in Serien wie „MacGyver“ oder „Ein Colt für alle Fälle“. Aber in seiner Rolle in Rob Zombies Horrorstreifen „Haus der 1000 Leichen“ sprang er trotz seines finsteren Charakters als Captain Spaulding in die Herzen der Fans. Jetzt mal ehrlich, Sid Haigs Grinsegesicht ist einfach nur kultig!
Als sadistischer Clown mit ziemlich zweifelhaftem Humor wurde Haig zu einer der markantesten Figuren des modernen Horrorkinos. Auch in „The Devil's Rejects“ und „3 from Hell“ kehrte er in die Rolle zurück. 2019 verstarb der Schauspieler im Alter von 80 Jahren. Sein Captain Spaulding bleibt allerdings eine jener Horrorfiguren, bei denen schon ein einziges Bild ausreicht, um unangenehme Erinnerungen an ziemlich blutige Filmabende zu wecken.
Jamie Lee Curtis – „Halloween – Die Nacht des Grauens“ (1978)
Die Scream-Queen ist und bleibt Jamie Lee Curtis als Laurie Strode. Eine der Ersten, an die man denkt, wenn es um die „Halloween“-Reihe geht. In jungen Jahren begann sie mit „Halloween“ und „Halloween II“, kehrte Jahre später in „Halloween H20“ sowie „Halloween: Resurrection“ zurück und ließ es sich anschließend nicht nehmen, noch einmal gegen den maskierten Michael Myers anzutreten.
Mit der neuen „Halloween“-Trilogie, die zwischen 2018 und 2022 erschien, erhielt ihre berühmte Figur schließlich ein weiteres Kapitel. Diesmal war Laurie längst keine verängstigte Jugendliche mehr, sondern eine Frau, deren Leben von den Ereignissen jener verhängnisvollen Halloween-Nacht geprägt wurde. Trotz ihrer zahlreichen anderen Filme gehört Jamie Lee Curtis zum Kürbistag einfach dazu wie Michael Myers samt Küchenmesser!
Sigourney Weaver – „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (1979)
Bevor nun wieder diskutiert wird, ob „Alien“ ein Horrorfilm sei: Ja, er ist einer! Zwar in einen Science-Fiction-Mantel gehüllt, aber besonders der erste Teil der „Alien“-Reihe gehört definitiv in diese Kategorie der bösartigen Werke auf Zelluloid. Wie dem auch sei, Sigourney Weaver hat sich in den „Alien“-Filmen als toughe Ellen Ripley gegen so viele außerirdische Monster erwehrt, dass sie sich einen Platz unter unseren Horror-Stars redlich verdient hat.
Dabei begann alles 1979 mit einem scheinbar gewöhnlichen Raumflug, der sich für die Besatzung der Nostromo ziemlich schnell zum Albtraum entwickelte. Weaver machte aus Ripley eine der bekanntesten Heldinnen der Filmgeschichte und bewies, dass man auch ohne übermenschliche Kräfte gegen ein nahezu unbesiegbares Monster bestehen kann. Spätestens seit „Aliens – Die Rückkehr“ dürfte außerdem klar sein, dass man sich mit dieser Frau besser nicht anlegt!
Christopher Lee – „Dracula“ (1958)
Der ehrwürdige Sir Christopher Frank Carandini Lee mochte es auf der Leinwand gerne böse. Er spielte in zahlreichen Horrorfilmen mit und übernahm immer wieder finstere Figuren, die einem das Blut in den Adern gefrieren ließen. Unvergessen ist sicherlich seine Verkörperung des Vampirfürsten in Terence Fishers „Dracula“ aus dem Jahre 1958.
Mit seinem durchdringenden Blick, der imposanten Erscheinung und einer ordentlichen Portion aristokratischer Bedrohlichkeit prägte Lee das Bild des berühmten Blutsaugers über Jahrzehnte. In insgesamt sieben Dracula-Filmen der britischen Hammer-Studios schlüpfte er in die Rolle des legendären Vampirs. Doch auch als Lord Summerisle in „The Wicker Man“ bewies er, dass er für unheimliche Filmfiguren wie geschaffen war. 2015 verstarb Christopher Lee im Alter von 93 Jahren. Sein Dracula bleibt für zahlreiche Horrorfans bis heute das Referenzbild, sobald man sich den berühmten Vampirfürsten vor Augen führt!
Bruce Campbell – „Tanz der Teufel“ (1981)
Hallo, ich bin Ashley „Ash“ J. Williams und euer Mann, wenn es um tanzende Teufel geht!
Campbell schaffte mit „Tanz der Teufel“ 1981 seinen großen Durchbruch und machte Ash unter Horrorfans mit „Tanz der Teufel II“ und „Armee der Finsternis“ dann endgültig zur Kultfigur im Horrorgenre. Doch damit war die Geschichte des großmäuligen Dämonenjägers noch lange nicht vorbei.
Zwischen 2015 und 2018 kehrte Campbell in der Serie „Ash vs Evil Dead“ zurück und durfte erneut mit Kettensäge, Schrotflinte und reichlich schwarzem Humor gegen die Mächte des Bösen antreten. Was soll man sagen? Dieser Mann hat es geschafft, aus einem zunächst ziemlich gewöhnlichen Horrorfilmhelden eine der durchgeknalltesten Figuren des gesamten Genres zu machen. Und seine Sprüche sind mindestens so legendär wie seine Kettensäge!
Donald Sutherland – „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (1973)
Er war über Jahrzehnte ein großer Schauspieler, stand aber im Vergleich zu manchen Hollywoodstars oftmals etwas weniger im Rampenlicht. Was ganz sicher nicht an seiner Leistung lag. Denn in Horrorklassikern wie „Die Körperfresser kommen“ und vor allem in diesem schaurig-gruseligen Beklemmungsmonster „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ hat sich Donald Sutherland mit seinem Charisma ohne Zweifel einen Platz unter unseren Horror-Stars verdient.
In Nicolas Roegs unheimlichem Thriller reist er gemeinsam mit Julie Christie als trauerndes Ehepaar nach Venedig. Dort entwickelt sich eine rätselhafte Geschichte, in der übersinnliche Wahrnehmungen, Verlust und eine mysteriöse Gestalt in rotem Mantel eine zentrale Rolle spielen. Sutherland verstarb 2024 im Alter von 88 Jahren. Gerade seine Darstellung in „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ bleibt ein Beispiel dafür, wie viel Horror sich allein durch Atmosphäre, psychologischen Druck und großartige Schauspielkunst erzeugen lässt.
Linda Blair – „Der Exorzist“ (1973)
Du kleines, böses, mieses Ding! Auch wenn es nicht ihre Schuld ist, aber die Rolle des vom Dämon besessenen Mädchens Regan hat Linda Blair weltberühmt gemacht. Gerade einmal 14 Jahre alt war die Schauspielerin, als „Der Exorzist“ 1973 in die Kinos kam und das Horrorgenre nachhaltig erschütterte. Ihre Darstellung des besessenen Mädchens gehört bis heute zu den bekanntesten Kinderrollen der Filmgeschichte.
Wobei man natürlich auch die Arbeit von Eileen Dietz erwähnen muss, die für besonders dämonische Aufnahmen als Double eingesetzt wurde. Hinzu kamen aufwendige Make-up-Effekte und die unheimliche Stimme von Mercedes McCambridge. Am Ende erinnern sich die meisten Zuschauer aber vor allem an Linda Blair und ihren furchterregenden Auftritt. Und ganz ehrlich: Wer einmal Regans verdrehten Kopf gesehen hat, dürfte dieses Bild so schnell nicht mehr vergessen. Dämonen sind eben nicht fair!
Kathy Bates – „Misery“ (1990)
Die Figur der Annie Wilkes aus der Verfilmung des Stephen-King-Romans „Sie“ hätte man damals kaum besser besetzen können als mit Kathy Bates. Es gibt nicht viele Schauspieler, die in dieser unglaublichen Art und Weise so herrlich psychopathisch und bösartig einen Filmcharakter zum Star machen können. Als zunächst fürsorgliche Krankenschwester kümmert sich Annie um den verletzten Schriftsteller Paul Sheldon, der nach einem Autounfall in ihrem abgelegenen Haus landet.
Doch aus der vermeintlichen Rettung wird ziemlich schnell ein Albtraum, denn Annie ist nicht nur ein begeisterter Fan seiner Bücher, sondern auch vollkommen unberechenbar. Für ihre Darstellung erhielt Bates 1991 den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Völlig verdient, denn Annie Wilkes gehört zu jenen Filmfiguren, die ganz ohne Monster, Dämonen oder übernatürliche Kräfte für blankes Entsetzen sorgen können. Und „Misery“ lebt, ganz sicher!
Mia Goth – „Pearl“ (2022)
Manchmal braucht es keine jahrzehntelange Horrorkarriere, um sich einen festen Platz im Gedächtnis der Genrefans zu sichern. Mia Goth hat das innerhalb weniger Jahre eindrucksvoll bewiesen. Mit Ti Wests „X“ und dem dazugehörigen Prequel „Pearl“ gelang der Schauspielerin ein bemerkenswerter Doppelschlag. Besonders ihre Darstellung der jungen Pearl, die von einer Karriere als großer Filmstar träumt und dabei zunehmend die Kontrolle über ihr Leben verliert, hat es in sich.
Hinter dem zunächst unschuldigen Lächeln verbirgt sich nämlich eine ziemlich verstörende Persönlichkeit. Und wenn Goth erst einmal richtig loslegt, kann einem dieses Lächeln gehörig vergehen. 2024 setzte sie ihre Zusammenarbeit mit Ti West in „MaXXXine“ fort und komplettierte damit die Horrortrilogie. Drei Filme, mehrere unvergessliche Auftritte und eine Schauspielerin, die bewiesen hat, dass moderner Horror auch von außergewöhnlichen Charakterdarstellungen lebt.
Bill Skarsgård – „Es“ (2017)
Clowns sind schon schlimm genug. Aber wenn Bill Skarsgård in die Rolle des dämonischen Pennywise schlüpft, dürfte selbst hartgesottenen Horrorfans das Lachen vergehen. Mit der Neuverfilmung von Stephen Kings „Es“ aus dem Jahr 2017 trat der schwedische Schauspieler in ziemlich große Fußstapfen. Schließlich hatte Tim Curry den mörderischen Clown bereits 1990 zu einer der bekanntesten Horrorfiguren überhaupt gemacht. Doch Skarsgård entwickelte seine ganz eigene Interpretation.
Mit unnatürlichen Bewegungen, einer bizarren Mimik und diesem fiesen Grinsen machte er Pennywise zu einem Monster, dem man lieber nicht in einem dunklen Abwasserkanal begegnen möchte. 2019 kehrte er in „Es Kapitel 2“ zurück. Mit Robert Eggers' „Nosferatu – Der Untote“ von 2024 bewies er erneut sein Talent für finstere Gestalten. Als Graf Orlok war er unter aufwendigem Make-up kaum wiederzuerkennen. Und damit nicht genug. In der 2025 gestarteten Serie „Es: Welcome to Derry“ schlüpfte Skarsgård erneut in die Rolle des mörderischen Clowns. Zwei der berühmtesten Horrorgestalten überhaupt in einer Karriere? Kann man durchaus mal machen!
David Howard Thornton – „Terrifier“ (2016)
Wer bei Clowns bislang nur an Pennywise oder Captain Spaulding gedacht hat, dürfte spätestens mit Art the Clown eines Besseren belehrt worden sein. David Howard Thornton verkörpert den schwarz-weiß geschminkten Killer seit „Terrifier“ aus dem Jahr 2016 und hat damit eine der wohl durchgeknalltesten Horrorfiguren der vergangenen Jahre geschaffen. Das Besondere daran: Art spricht kein einziges Wort. Stattdessen kommuniziert der sadistische Clown mit übertriebener Mimik, wilden Gesten und einem breiten Grinsen, das einem ziemlich schnell im Hals stecken bleibt.
Dabei ist die „Terrifier“-Reihe nun wirklich nichts für schwache Nerven. Was hier an blutigen Gemeinheiten aufgefahren wird, dürfte selbst manchem erfahrenen Splatterfan einiges abverlangen. Mit „Terrifier 2“ und „Terrifier 3“ setzte Thornton seinen wortlosen Amoklauf fort und machte Art endgültig zu einer modernen Slasherikone. Ein Clown, der weder lustig noch freundlich ist, dafür aber eine erstaunliche Vorliebe für äußerst unangenehme Überraschungen besitzt. Und mal ehrlich, wenn dieser Kerl plötzlich vor der Haustür steht, bleibt die Tür besser zu!
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