Es ist Halloween und man sitzt mit seiner besseren Hälfte im Arm oder den Kumpels auf der Couch und fragt sich, was man denn gerne horror- oder gruselmäßig schauen soll. Nun, die Auswahl an geilen Streifen ist schier unermesslich. Aber zum hundertsten Mal „Shining“ schauen? Sicher, das geht immer, aber mal was Anderes wäre doch nicht schlecht. „Saw“ vielleicht? Nein, auch schon zu oft gesehen und so geht man die lange Liste entlang.
Wir haben für euch elf echte Horrorfilm-Geheimtipps für den perfekten Halloween-Abend. Filme, die keine riesigen Blockbuster sind, dafür aber kleine, feine und vor allem atmosphärische Horrorperlen, die man neben all den großen Genreklassikern gesehen haben sollte. Von unheimlichen Geistergeschichten über blutigen Splatter bis hin zu ziemlich verstörenden Albträumen ist alles dabei!
„Trick ’r Treat“ (2007)
„Halloween“ mit Serienkiller Michael Myers ist sicher das Erste, woran man denkt, wenn es um den Horrortag und passende Filme geht. Doch „Trick ’r Treat“ gehört zu den Halloween-Streifen, die lange in dessen Schatten standen, aber keinen Deut weniger sehenswert sind. Ein kleines Meisterwerk aus vier miteinander verwobenen Geschichten.
In einer amerikanischen Kleinstadt mutiert ein Schuldirektor zum Serienmörder, Kinder spielen ziemlich böse Streiche und als Rotkäppchen verkleidete Frauen führen nichts Gutes im Schilde. Die Geschichten sind derbe spannend aufgebaut und triefen stellenweise nur so vor Blut. Mittendrin taucht außerdem immer wieder der mysteriöse Sam mit seinem Kürbiskopf auf. In diesem Sinne: Süßes oder Saures mit dieser genialen Halloween-Unterhaltung!
„The House of the Devil“ (2009)
Was für ein Filmjuwel von Regisseur Ti West, der sich den klassischen Horrorelementen der 80er bedient und einem modernen Horrorfilm ein atmosphärisch altes Gewand verpasst hat. Die Story ist dabei nicht mal so spektakulär, ja fast genreüblich. Eine Studentin nimmt einen Babysitter-Job an, weil sie knapp bei Kasse ist. Vor Ort stellt sich allerdings heraus, dass sie gar kein Kind betreuen soll, sondern eine ältere Frau.
Sie hätte sich jedoch ihren Arbeitgeber besser aussuchen sollen, denn die merkwürdige Familie hat ein Geheimnis, das ihr und dem Zuschauer einige kalte Schauer über den Rücken treiben wird. Der Film hält über weite Strecken eine bedrückende Stimmung aufrecht und setzt seine Schockmomente sehr gezielt ein. Was Bild und Musik hier beim Zuschauer erzeugen, ist wirklich der Wahnsinn. Gruselhammer!
„Black Christmas“ (1974)
Leider ist das Original dieses Slasher-Klassikers aus dem Jahre 1974 bei vielen etwas in Vergessenheit geraten. Dabei gilt „Black Christmas“ nach wie vor als einer der frühen Wegbereiter des modernen Slasherfilms und beeinflusste das Genre bereits Jahre vor John Carpenters „Halloween“. Eine studentische Schwesternschaft wird zur Weihnachtszeit von obszönen Anrufen terrorisiert.
Es folgen Morddrohungen und kurz darauf verschwindet die erste Kommilitonin. Dieser Psycho-Slasher punktet nicht mit großen Metzelszenen oder permanentem Horror, sondern mit einer sehr ruhigen Art, eine bedrohliche und beklemmende Atmosphäre aufzubauen. Ein echter Geheimtipp für einen dramatischen Halloween-Abend! Auch wenn der Film eigentlich an Weihnachten spielt.
„Dead End“ (2003)
Ein kleiner, aber überragender Roadtrip-Horror-Schocker, der Anfang der 2000er zum Geheimtipp unter Genrefans wurde. Ganz ohne große Effektorgien oder ausufernde Gore-Einlagen. Es geht um die Familie Harrington, die auf dem Weg zum Weihnachtsbesuch bei den Großeltern eine Abkürzung nimmt. Das hätte sie mal lieber bleiben lassen sollen.
Denn auf einer einsamen Straße geraten die Familienmitglieder in einen albtraumhaften Horrortrip, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. Dieser Streifen strotzt nur so vor verstörender Gruselatmosphäre und klaustrophobischer Stimmung. Der Schrecken bleibt lange unsichtbar, während die Situation zunehmend aus dem Ruder läuft. Ein kleiner Horrorfilm, der euch ordentlich in den Sessel nageln kann!
„Grave Encounters“ (2011)
Neben den groß angepriesenen Found-Footage-Horror-Streifen wie „Paranormal Activity“ ist „Grave Encounters“ etwas unter dem Radar geblieben. Aber aus dem Auge bedeutet ja nicht aus dem Sinn. Hier geht es um das Team einer Geisterjäger-Reality-TV-Serie, dessen Mitglieder versuchen, paranormalen Phänomenen auf den Grund zu gehen. Ihr nächstes Ziel ist die verlassene psychiatrische Klinik Collingwood.
Natürlich glaubt zunächst keiner der Beteiligten ernsthaft an böse Mächte in dem gruseligen Gemäuer. Doch das wird sich ziemlich schnell ändern. Die Location ist für den Film genial gewählt und auch die Schock- sowie Spannungsmomente sitzen. Es gibt zwar einige Ecken und Kanten in der Umsetzung, aber die Geschichte macht einiges wieder wett. Insgesamt ein abendfüllendes Horrorwerk!
„V/H/S – Eine mörderische Sammlung“ (2012)
Dieses Found-Footage-Horror-Sammelsurium packt euch und dreht euch durch den Fleischwolf. In „V/H/S“ wird eine Gruppe Einbrecher von einem unbekannten Auftraggeber engagiert, um aus einem heruntergekommenen Haus mysteriöses Filmmaterial zu bergen. Gesagt, getan und schon bereut. Denn auf den gefundenen Videokassetten warten Geschichten, die es ordentlich in sich haben.
Der Film verbindet mehrere Kurzfilme unterschiedlicher Regisseure mit einer gemeinsamen Rahmenhandlung. Ungeschönter Episodenhorror, der sich erfrischend weit weg vom gewöhnlichen Hollywood-Grusel bewegt. Mal verstörend, mal blutig und dann wieder ziemlich bizarr. Cooles Angstkino für alle Freunde des etwas anderen Horrorfilms!
„Die Nacht der Vogelscheuche“ (1981)
Von Anfang an geht es in die Vollen. Da wird nicht lange gefackelt und eine Spannung aufgebaut, die bis zum Ende anhält. Dieser Vogelscheuchen-Rachefeldzug kommt fast gänzlich ohne Splatter, Gore und überzogene Brutalität aus. Der Film handelt von Bubba, einem geistig beeinträchtigten, aber gutherzigen Mann, der von einigen selbst ernannten Ordnungshütern für eine Tat verantwortlich gemacht wird, die er nicht begangen hat.
Auf der Flucht versteckt er sich als Vogelscheuche auf einem Feld, wird jedoch entdeckt und erschossen. Als seine Mörder ungestraft davonkommen, geschehen plötzlich ziemlich unheimliche Dinge. Ein fesselnder Gruselthriller mit subtilem Horror, der zeigt, wie atmosphärisch die Gruselfilme der 70er und 80er sein konnten. Absoluter Geheimtipp!
„Re-Animator“ (1985)
Halloween gehört unter Grusel- und Horrorfans auch in Deutschland zu den schönsten Tagen im Jahr. Ein echter Horrorklassiker, der bei manchem Zuschauer aber noch immer unter dem Radar segelt, ist ohne Zweifel „Re-Animator“! Ein wahnwitziges Horror-Splatter-Werk aus den 80ern, das zu den Must-sees der überzogen-grotesken Splatterfilme gehört.
Grandioser Horrorspaß rund um den Medizinstudenten Herbert West, der keine Gefangenen macht, sobald er mit seiner neongrünen Wunderflüssigkeit die ersten Experimente beginnt. Dass die Wiederbelebung von Toten nicht unbedingt die beste Idee ist, interessiert den guten Herbert herzlich wenig. Heraus kommt ein blutiger Untoten-Trip allererster Güte. Außerdem ist Dr. Wahnsinn einfach Kult, auch wenn viele den guten Herrn noch gar nicht kennen! Wird Zeit!
„When Evil Lurks“ (2023)
Wer glaubt, dass Dämonenhorror immer nach dem gleichen Schema ablaufen muss, sollte sich diesen argentinischen Albtraum von Regisseur Demián Rugna einmal genauer ansehen. Denn „When Evil Lurks“ macht ziemlich schnell deutlich, dass hier andere Regeln gelten. In einer abgelegenen ländlichen Gegend entdecken zwei Brüder, dass ein Mann von einer dämonischen Macht befallen ist.
Doch statt die Situation unter Kontrolle zu bringen, setzen sie eine Kette schrecklicher Ereignisse in Gang. Die Bedrohung breitet sich aus und plötzlich scheint niemand mehr sicher zu sein. Was diesen Film so unangenehm macht, ist seine kompromisslose Art. Hier werden Genreerwartungen bewusst auf den Kopf gestellt und manche Szenen treffen den Zuschauer völlig unvorbereitet. Ziemlich finsterer Horrorstoff, der auch hartgesottenen Genrefans einiges abverlangt!
„Oddity“ (2024)
Eine unheimliche Holzfigur, ein abgelegenes Haus und eine Geschichte, bei der man ziemlich schnell das Gefühl bekommt, dass irgendetwas ganz gewaltig nicht stimmt. Mehr braucht es manchmal gar nicht, um einem einen ordentlichen Schauer über den Rücken zu jagen. In „Oddity“ von Regisseur Damian McCarthy versucht die blinde Darcy, die Hintergründe des gewaltsamen Todes ihrer Zwillingsschwester Dani aufzuklären.
Dabei spielen übersinnliche Fähigkeiten, mysteriöse Gegenstände und eine lebensgroße Holzfigur eine ziemlich unangenehme Rolle. Der irische Horrorfilm setzt weniger auf große Blutfontänen als auf eine beklemmende Atmosphäre und geschickt platzierte Schockmomente. Vor allem die bizarre Holzfigur dürfte so schnell niemand vergessen. Ein Gruselstreifen, bei dem man nachts vielleicht doch lieber noch einmal nachschaut, was da eigentlich in der Ecke steht.
„Deadstream“ (2022)
Influencer gibt es wie Sand am Meer. Aber manche haben wirklich selten dämliche Ideen, wenn es darum geht, möglichst viele Zuschauer vor den Bildschirm zu locken. Bestes Beispiel: Shawn Ruddy! Der in Ungnade gefallene Internetstar möchte seine Karriere wiederbeleben und beschließt deshalb, eine Nacht allein in einem angeblich verfluchten Haus zu verbringen. Natürlich wird das Ganze live ins Internet übertragen.
Schließlich sollen seine Zuschauer hautnah dabei sein, wenn sich der selbst ernannte Draufgänger seinen Ängsten stellt. Dumm nur, dass in diesem Haus tatsächlich etwas lauert. Und das hat auf einen kreischenden Influencer mit Kamera überhaupt keine Lust. „Deadstream“ verbindet Found-Footage-Horror mit ziemlich schwarzem Humor und einer ordentlichen Portion Spukhaus-Wahnsinn. Stellenweise herrlich durchgeknallt, dann wieder überraschend gruselig. Wer mit „Evil Dead“ und überdrehtem Geisterhorror etwas anfangen kann, dürfte hier seinen Spaß haben!
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