Während sich Hollywood Jahr für Jahr auf den roten Teppich, Standing Ovations und vergoldete Trophäen vorbereitet, existiert parallel eine zweite Bühne, auf der Glanz eher zweitrangig ist. Die Goldene Himbeere, oft als bissiges Gegenstück zu den Oscars bezeichnet, richtet den Scheinwerfer konsequent auf jene Produktionen, die im vergangenen Kinojahr eher Kopfschütteln als Applaus ausgelöst haben.

Auch 2026 wird dieser Anti-Preis wieder am Vorabend der Oscars vergeben, in diesem Jahr am 14. März 2026. Hinter den sogenannten Razzies steht seit Jahrzehnten die Golden Raspberry Award Foundation, ein internationales Netzwerk aus Filmschaffenden, Kritikern und Branchenbeobachtern. Ihr Ansatz ist satirisch, aber nicht völlig beliebig. Nominiert wird, was durch kreative Fehlentscheidungen, überambitionierte Konzepte oder schlicht misslungene Umsetzungen aufgefallen ist.

Große Marken, große Enttäuschungen

Die Liste für 2026 liest sich entsprechend wie ein Streifzug durch große Namen und große Erwartungen, die 2025 nicht erfüllt wurden. Besonders häufig tauchen in diesem Jahr gleich mehrere Produktionen in den Kategorien auf. An der Spitze stehen die Disney-Realverfilmung „Schneewittchen“ und Amazons experimentelle Neuinterpretation von „Krieg der Welten“, die fast vollständig über digitale Bildschirme erzählt wird.

Beide Filme kommen auf jeweils sechs Nominierungen und konkurrieren unter anderem um den Titel „Schlechtester Film“. Ebenfalls prominent vertreten ist der Sci-Fi-Film „The Electric State“, der als teuerste Netflix-Produktion aller Zeiten viel Vorschusslorbeeren erhielt, am Ende aber eher wegen seiner Unausgewogenheit diskutiert wurde. Mit fünf Nennungen folgt der Streaming-Ableger „Star Trek: Sektion 31“, der das traditionsreiche Franchise in eine neue Richtung führen wollte und dabei offenbar nicht alle Erwartungen erfüllen konnte.

Schauspiel, Regie und andere Problemzonen

Komplettiert wird das Feld der Hauptkategorie vom surreal angelegten Musikdrama „Hurry Up Tomorrow“, das stark polarisiert hat. Auffällig ist auch die Dichte an bekannten Namen in den Schauspielkategorien. Frühere Oscar-Gewinner wie Natalie Portman, Nicolas Cage, Robert De Niro oder Michelle Yeoh finden sich ebenso auf der Nominierungsliste wie Pop- und Musikstars, die sich erneut vor der Kamera versucht haben.

Gerade bei „Hurry Up Tomorrow“ sorgt die Selbstinszenierung von Abel Tesfaye alias The Weeknd gleich in mehreren Kategorien für Aufmerksamkeit. Neben den Einzelleistungen geraten auch kreative Entscheidungen ins Visier. In der Kategorie „Schlechtestes Remake, Rip-off oder Sequel“ stehen bekannte Namen wie „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“, „Five Nights At Freddy’s 2“ oder „Die Schlümpfe: Der große Kinofilm“ zur Debatte.

Hier zeigt sich einmal mehr, wie riskant der Rückgriff auf etablierte Stoffe sein kann, wenn frische Ideen fehlen. Auch hinter der Kamera blieb 2025 nicht alles ohne Kritik. Die nominierten Regisseure stehen exemplarisch für Projekte, bei denen Vision und Umsetzung offenbar auseinanderdrifteten. Gleiches gilt für die Drehbuchkategorie, in der sich die gleichen fünf Titel wie beim „Schlechtesten Film“ wiederfinden – ein deutlicher Hinweis darauf, wo viele Probleme ihren Ursprung hatten.

Alle Nominierungen für die Goldene Himbeere 2026 in der Übersicht:


Schlechtester Film

  • „The Electric State“

  • „Hurry Up Tomorrow“

  • „Schneewittchen“

  • „Star Trek: Sektion 31“

  • „Krieg der Welten“

Schlechtester Schauspieler

  • Dave Bautista, „In The Lost Lands“

  • Ice Cube, „Krieg der Welten“

  • Scott Eastwood, „Alarum“

  • Jared Leto, „Tron: Ares“

  • Abel „The Weeknd“ Tesfaye, „Hurry Up Tomorrow“

Schlechteste Schauspielerin

  • Ariana DeBose, „Love Hurts“

  • Milla Jovovich, „In The Lost Lands“

  • Natalie Portman, „Fountain Of Youth“

  • Rebel Wilson, „Bride Hard“

  • Michelle Yeoh, „Star Trek: Sektion 31“

Schlechtestes Remake, Rip-off oder Sequel

  • „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“

  • „Five Nights At Freddy’s 2“

  • „Die Schlümpfe: Der große Kinofilm“

  • „Schneewittchen“

  • „Krieg der Welten“

Schlechteste Nebendarstellerin

  • Anna Chlumsky, „Bride Hard“

  • Ema Horvath, „The Strangers: Chapter 2“

  • Scarlet Rose Stallone, „Gunslingers“

  • Kacey Rohl, „Star Trek: Sektion 31“

  • Isis Valverde, „Alarum“

Schlechtester Nebendarsteller

  • Alle sieben künstlichen Zwerge, „Schneewittchen“

  • Nicolas Cage, „Gunslingers“

  • Stephen Dorff, „Bride Hard“

  • Greg Kinnear, „Off The Grid - Außer Kontrolle“

  • Sylvester Stallone, „Alarum“

Schlechteste Film-Combo

  • Alle sieben Zwerge, „Schneewittchen“

  • James Corden & Rihanna, „Die Schlümpfe: Der große Kinofilm“

  • Ice Cube & seine Zoom-Kamera, „Krieg der Welten“

  • Robert De Niro & Robert De Niro (als Frank & Vito), „The Alto Knights“

  • The Weeknd & sein kolossales Ego, „Hurry Up Tomorrow“

Schlechtester Regisseur

  • Rich Lee, „Krieg der Welten“

  • Olatunde Osunsanmi, „Star Trek: Sektion 31“

  • Die Russo-Brüder, „The Electric State“

  • Trey Edward Shults, „Hurry Up Tomorrow“

  • Marc Webb, „Schneewittchen“

Schlechtestes Drehbuch

  • „The Electric State“

  • „Hurry Up Tomorrow“

  • „Schneewittchen“

  • „Star Trek: Sektion 31“

  • „Krieg der Welten“