Adam Sandler gehört zu jenen Hollywood-Ikonen, bei denen Produktivität fast schon zum Markenzeichen geworden ist. Während andere Stars ihre Filmografie irgendwann behutsam ausdünnen, denkt Sandler offenbar nicht im Traum daran, langsamer zu werden. In einem aktuellen Interview ließ er beiläufig fallen, dass noch mindestens 50 weitere Filme auf dem Plan stehen.

Die augenzwinkernde Ergänzung, dass wohl etwa die Hälfte davon auch wirklich gut sein dürfte, passt perfekt zu dem Bild, dass Sandler seit Jahren pflegt: selbstironisch, routiniert und erstaunlich entspannt im Umgang mit dem eigenen Ruf. Die Karriere begann laut, albern und mit voller Absicht überzeichnet. Filme wie „Happy Gilmore“, „Billy Madison“ oder „The Waterboy“ machten Sandler in den 90ern zu einem festen Bestandteil des Comedy-Genres.

Vom Slapstick zum Charakterdarsteller

Der Humor war simpel, die Figuren oft kindisch, aber das Publikum immer treu. Über Jahre hinweg schien die Rollenverteilung klar. Sandler lieferte Klamauk, die Kritiker verdrehten die Augen, doch die Kinokassen klingelten trotzdem. Doch dieses Bild ist längst unvollständig. Spätestens mit „Der Schwarze Diamant“ zeigte sich eine andere Seite.

Der Film wurde zum Wendepunkt, weil er deutlich machte, dass Sandler mehr kann – und vor allem mehr will – als das bequeme Wiederholen alter Gags. Auch das Sportdrama „Hustle“ fügte sich nahtlos in dieses Bild ein und unterstrich, wie mühelos er zwischen Unterhaltung und Ernst wechseln kann.

Dauerlauf statt Abschiedstour

Dass nun von weiteren 50 Filmen die Rede ist, wirkt vor diesem Hintergrund weniger überheblich als konsequent. Sandler hat sich in den vergangenen Jahren eine Arbeitsweise geschaffen, die maximale Freiheit erlaubt. Der enge Schulterschluss mit Netflix machte ihn zu einem der verlässlichsten Gesichter des Streamings. Ob Krimikomödie wie „Murder Mystery“, nostalgische Rückgriffe mit „Happy Gilmore 2“ oder kleinere, ungewöhnlichere Projekte – das Tempo bleibt hoch, die Bandbreite breit.

Dabei schwingt immer ein leicht ironischer Unterton mit. Sandler weiß, dass nicht jeder Film ein Kritikerliebling wird. Er scheint aber auch genau zu wissen, dass Quantität in seinem Fall Teil der Marke ist. Manche Projekte wirken wie ein Klassentreffen alter Weggefährten, andere überraschen mit unerwarteter Tiefe. Beides existiert nebeneinander, ohne sich gegenseitig auszuschließen.

Eine Filmografie ohne Ende

Sollten es tatsächlich noch 50 Filme werden, wächst Sandlers Werk zu einer kaum überschaubaren Sammlung unterschiedlichster Genres heran. Komödien, Dramen, Streaming-Hits, kleinere Experimente – alles findet Platz. Die Aussicht, dass darunter nur 25 wirklich gelungene Produktionen sein könnten, klingt weniger nach Tiefstapelei als nach realistischer Selbsteinschätzung. Gerade diese Mischung aus Gelassenheit und Arbeitswut macht Sandler so schwer greifbar. Er muss niemandem mehr etwas beweisen und tut es trotzdem immer wieder.