Kabellose Akku-Staubsauger sind dank einer vielfältigen und namhaften Produktauswahl inzwischen im Alltag des Mainstreams angekommen, doch die Evolution der Haushaltsreinigung steht natürlich nicht still. Der aktuelle Trend in dem Bereich heißt Absaugstation – ein Konzept, von dem inzwischen nicht mehr nur Saugroboter profitieren.
Mit dem Pure One Station Pet hat nun auch der für smarte Haushaltshelfer bekannte Hersteller Tineco einen Akku-Sauger auf den Markt gebracht, den man in einem sogenannten OmniHub „parken“ kann, wo das Gerät nicht nur geladen, sondern praktischerweise auch noch gereinigt und entleert wird, ohne dass man sich als Nutzer die Hände noch schmutzig machen müsste. Wie gut das in der Praxis klappt, verrät euch unser Test.
Zum Standardpreis von 799,00 Euro erhaltet ihr neben dem Basisgerät und der multifunktionalen OmniHub-Absaugstation, welche in drei Einzelteilen geliefert wird, zusätzlich zu der ZeroTangle-Bodenbürste noch eine Mini-Turbobürste für Möbel und Polster, eine 2-1-Fugenbüste, eine Reinigungsbüste für die Wartung der Station sowie das obligatorische und an sich auch recht nützliche Haarreinigungswerkzeug mit Bürste und Klinge, welches mit Blick auf die clever designte Hauptbürste inzwischen allerdings obsolet erscheint.

Die Montage der Basis kommt komplett ohne Schrauben aus: Einfach das Staubbehältermodul auf die Andockbasis stecken – man beachte das deutliche Klickgeräusch –, dem Ganzen bloß noch das Kopfteil aufpflanzen – Klick – und das war es auch schon. Der Akkusauger an sich besteht aus der Motoreinheit, einem 67 cm langen Aluminiumrohr und dem je nach Reinigungssituation benötigten Zubehör als Endstück.
Beim Zusammenstecken der einzelnen Komponenten lässt sich erfahrungsgemäß direkt ein Urteil über die Verarbeitungsqualität eines Produktes fällen, und was das betrifft, lässt Tineco mit dem Pure One Station Pet keine Wünsche offen. Sämtliche Teile rasten mit einer äußerst befriedigenden Haptik ein und sitzen daraufhin stabil und fest. Uns sind zudem keinerlei störenden Grate an den Nähten aufgefallen, nichts knarzt oder weist sonst auf irgendwelche Qualitätsmängel hin.

Das verarbeitete Plastik gefällt mit einer mattierten Oberfläche, und steht damit in einem gefälligen Kontrast zu den dunkel glänzenden Aluminiumteilen. Dazu überrascht uns Tineco außerdem mit einem ungewohnten Mut zur Farbe. Kamen die bisherigen Geräte stets in einem zurückhaltenden Weiß daher, präsentiert sich der Pure One Station Pet nun selbstbewusst in einer Kombi aus Anthrazit und Lila, was dem Gerät den Anstrich eines Lifestyle-Produktes verleiht und verdammt schick aussieht.
Keine Frage: Über Geschmack lässt sich streiten. Aber wir sind schon jetzt gespannt, ob Tineco dieser neuen Linie treu bleibt, oder vielleicht sogar in Zukunft noch weitere spannende Farbkombinationen aus dem Hut zieht und sich damit noch mehr aus der diesbezüglich bisher eher pragmatischen Ecke wagt.
Auf jeden Fall hat man mit dem montierten Pure One Station Pet schließlich ein rund 112 cm hohes und 30 cm breites Reinigungssystem vor sich, dessen massiver Fuß nicht nur einen absolut sicheren Stand garantiert, sondern praktischerweise auch noch Aussparungen für jedes einzelne Zubehörteil bietet. Das Netzkabel ist hinten fest installiert. Einen alternativen Führungsgraben, um es auch seitlich herauszuführen, gibt es zwar leider nicht, dafür fällt die Kabellänge mit rund 1,90 Metern aber recht großzügig aus.

Vor Inbetriebnahme gilt es nun wie stets, den Sauger in der Station zunächst einmal zu laden. Ein vollständiger Zyklus nimmt etwa 4 bis 5 Stunden in Anspruch, wobei zu beachten ist, dass zum Laden zwangsläufig die Bürstenrolle angeschlossen sein muss.
Mit einem vollen Akku bringt es der Pure One Station Pet laut Hersteller auf eine stattliche Laufzeit von 60 Minuten, was mit Blick auf die Praxis jedoch wohl nur unter optimalen Bedingungen erreicht werden kann – sprich: in einer ohnehin schon sauberen Umgebung. Der Akku-Sauger passt seine Leistung nämlich automatisch dem Grad der Verschmutzung an. Je mehr das Gerät also zu tun bekommt, desto schneller leert sich auch der Akku.

Ruft man über den via Knopfdruck aktivierbaren Max-Modus also durchgängig die volle Saugleistung ab, ist bereits nach rund 15 Minuten Schluss. Vor diesem Hintergrund ist es schade, dass Tineco lediglich einen fest installierten Akku verbaut hat, den man bei Bedarf nicht wechseln kann. Auch im Sinne der Nachhaltigkeit eine fragwürdige Entscheidung.
In der Praxis lässt uns der Akku-Sauger diese Kritik jedoch schnell vergessen, denn aufgrund des niedrigen Gewichts von gerade einmal 1,2 kg (ohne Rohr und Bürste) lässt es sich fast schon lächerlich leicht arbeiten, was insbesondere dann relevant ist, wenn man höhergelegene Kanten absaugt. Begrüßenswert finden wir, dass der Abzugsknopf automatisch arretiert, wenn man ihn einmal drückt, so dass man den Knopf beim Reinigen nicht dauerhaft halten muss.
Im Zuge der Bodenreinigung macht ein klug designtes Gelenk die Bürste derart flexibel, dass sie selbst dann noch aufliegt, wenn man das Gerät flach auf den Boden legt. So kommt man problemlos unter Möbel, vier verbaute LEDs machen den Schmutz dort außerdem gut sichtbar. Durch die Bauweise bedingt, schieben wir bei der Reinigung allerdings so manch größere Brocken des von unseren Katzen verteilten Hartfutters vor der Büste her, anstatt diese aufzunehmen. Herstellerseitig ist das Gerät für Partikel von 3-5 mm ausgelegt.
Dafür eignet sich die Bürste vom Teppich bis zum Hartholz für jeden Bodentyp und kommt mit der sogenannten ZeroTangle-Funktion daher, welche effektiv verhindert, dass sich Haare darin verheddern. Für Fugen und Ritze stecken wir alternativ die 2-in-1-Fugenbüste an, auf Möbeln und Polstern freuen wir uns über die enorm nützliche Mini-Power-Bürste, die sich schon bei anderen Modellen des Herstellers zu unserem Lieblingszubehör gemausert hat.

Bei der alltäglichen Bodenreinigung reicht die automatisierte Saugkraft vollkommen aus. Der von Tineco bereits bekannte iLoop-Sensor visualisiert dabei den Grad der Verschmutzung auf dem Display am „Hinterkopf“ des Gerätes anhand eines Ringes, dessen Farbe von rot für schmutzig, zu blau für sauber changiert. Der Anzeige lassen sich ebenfalls der Ladestand des Akkus, sowie der gewählte Saugmodus entnehmen. Mit einer angenehmen Lautstärke von 78 dB(A) bewegt sich der Pure One Station Pet zudem im üblichen Rahmen.
Stellt man das Gerät nach dem Saugen in den OmniHub, analysiert dieser, wie voll der Staubbehälter ist, und startet automatisiert die Reinigung. Zugeschaltete LEDs beleuchten dann den 3-Liter-Schmutztank der Basis, welcher man von daher bei der Arbeit zuschauen kann. Der Sauger wird während des Vorganges fest in der Basis arretiert, ein Schlosssymbol auf dem oberseitig positionierten Bildschirm gibt darüber Aufschluss, wann der Sauger wieder entnommen werden kann. Je nach Schmutzmenge kann der Reinigungsvorgang 30 bis 60 Sekunden in Anspruch nehmen.

Wie unsere Tests zeigten, wird der Staub sehr effektiv abgesaugt, Haare, die sich um den Filter gewickelt haben, erweisen sich jedoch als recht störrisch und erforderten ein erneutes Aktivieren der Funktion, was auf Knopfdruck jederzeit möglich ist – zuweilen half jedoch selbst das nicht, so dass wir dann doch manuell nachhelfen mussten.
Dafür wird während der Selbstreinigung jedoch nicht nur der Staubbehälter entleert, auch die Bodenbürste, Filter, Schläuche und das Rohr werden einmal ordentlich durchgepustet, so dass Leistungseinbußen durch etwaigen Verstopfungen effektiv vorgebeugt wird. Dank des großen Fassungsvermögens muss der 3-Liter-Behälter der Station zudem nicht jedes Mal direkt geleert werden. Ist er schließlich voll, lässt er sich dank eines praktischen Schiebeschalters über dem Mülleimer entleeren, ohne dass man sich dabei die Finger schmutzig machen muss.

Generell wird Hygiene bei der Pure One Station Pet großgeschrieben, arbeitet doch alleine der Akku-Sauger an sich bereits mit einem 4-stufigen HEPA-Filtersystem, welches bis zu 99,97 Prozent der Staubpartikel einfängt und durch weitere fünf Stufen an dem OmniHub ergänzt wird, die sogar 99,99 Prozent der Staubpartikel herausfiltern.
Zwar reinigt sich das System wie gesagt selbst, der Hersteller empfiehlt mit Blick auf den Akkusauger jedoch, die Filter alle sechs Monate zu reinigen. Im Falle der Basisstation sollte man die Feinfilter alle zwölf Monate waschen, die HEPA-Filter lediglich alle zwei Jahre. Sämtliche Teile sind dabei problemlos zu entnehmen und wieder einzubauen, und können einfach unter fließendem Wasser gereinigt werden.

Der Pure One Station Pet kommt wie viele hochwertige Modelle aus dem Hause Tineco mit einer Sprachausgabe daher, die wie immer werkseitig viel zu laut eingestellt ist. Der Lautstärke wurde diesmal aber eine eigens dafür vorgesehene berührungssensitive Schaltfläche an der Basisstation zuteil. Alternativ regelt man über die Tineco-App nach, wo sich auch die gewünschte Sprache einstellen lässt.
Des Weiteren kann man hier die Dauer der manuell aktivierten Selbstreinigungsfunktion festlegen, die Bedienungsanleitung einsehen und diverse Informationen über den Gerätezustand abrufen. Das Ganze ist insgesamt wie üblich allerdings kaum mehr als ein kleines Goodie, welches man nach der Ersteinrichtung eigentlich kaum noch benötigt.

Mit dem Tineco Pure One Station Pet bekommt man ein Rundum-Sorglos-Paket mit enorm hohen Bedienkomfort, welches die Reinigung des heimischen Haushaltes so angenehm und einfach gestaltet, wie noch kein anderes Gerät des Herstellers zuvor.
Nicht nur ist der Akku-Sauger angenehm leicht und in der Handhabung äußerst flexibel, auch der aufgenommene Schmutz muss dank des beutellosen 3-Liter-Tanks der multifunktionalen Absaugstation lediglich alle paar Monate per Hand entsorgt werden – und selbst dabei muss man sich dank des klugen Designs die Finger nicht schmutzig machen.
Die automatische Selbstreinigungsfunktion umfasst dabei sogar die einzelnen Bauteile und Filter des Gerätes, so dass man sich um Verstopfungen und damit einhergehenden Leistungseinbußen keine Sorgen mehr machen muss. Das mehrstufige HEPA-Filtersystem sorgt darüber hinaus für eine staubfreie Luft. Abgrund wird das System von bewährten Tineco-Features, wie etwa die verbauten Displays an Station und Sauger oder auch dem ikonischen iLoop-Schmutzsensor, der die Reinigungsleistung automatisch anpasst.
Saugleistung, Lautstärke und Laufzeit können mühelos mit der Konkurrenz mithalten, allerdings missfällt uns, dass der fest verbaute Akku nicht gewechselt werden kann und auch der Preis ist aus unserer Sicht etwas zu hoch angesetzt. Dafür lässt die Verarbeitungsqualität aber auch keinrlei Wünsche offen und hinsichtlich des schicken Designs hoffen wir, dass Tineco auch in Zukunft weiterhin Mut zur Farbe beweist.
Der Tineco Pure One Station Pet ist für 799,00 Euro auf der Seite des Herstellers oder unter diesem Link auf Amazon erhältlich.
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