Samsung hat eine Kombination aus Kopfhörern und App vorgestellt, die Beschwerden durch Reisekrankheit reduzieren soll. Grundlage ist ein gezielt eingesetzter Tiefton, der das Gleichgewichtssystem im Innenohr stimuliert.
Die Lösung basiert auf der kostenlosen „Hearapy“-App, die in Verbindung mit den Galaxy Buds4 Pro einen Sinuston mit einer Frequenz von 100 Hertz wiedergibt. Ziel ist es, typische Symptome wie Schwindel oder Übelkeit zu verringern, die durch widersprüchliche Sinneseindrücke während der Fortbewegung entstehen. Dabei registriert das Gleichgewichtsorgan Bewegungen, während visuelle Reize häufig eine statische Umgebung suggerieren. Dieser Konflikt kann körperliche Stressreaktionen auslösen. Samsung greift mit dem Ansatz auf wissenschaftliche Erkenntnisse zurück, die an der Nagoya University in Japan gewonnen wurden.
Nach Angaben der Forscher kann ein Ton im Bereich von 100 Hertz bei einer Lautstärke zwischen 75 und 85 Dezibel die Balancefähigkeit verbessern. In Versuchen mit betroffenen Personen zeigte sich eine Verringerung von Beschwerden während Autofahrten, wobei die Wirkung unter bestimmten Bedingungen bis zu zwei Stunden anhalten kann. Voraussetzung ist, dass der Ton ohne zusätzliche Geräuschquellen abgespielt wird und beide Ohren vor Beginn der Fahrt für mindestens eine Minute beschallt werden.

Technische Umsetzung und Funktionsweise der Anwendung
Die „Hearapy“-App steuert die Wiedergabe des Tons und legt sowohl Dauer als auch Lautstärke fest. Ein integrierter Timer sorgt für eine exakte Wiedergabezeit, während die Lautstärke automatisch auf den vorgesehenen Bereich eingestellt wird. Die Galaxy Buds4 Pro sind darauf ausgelegt, die Frequenz präzise wiederzugeben. Dafür kommt unter anderem eine vergrößerte Membranfläche zum Einsatz, die im Vergleich zum Vorgängermodell erweitert wurde. Ergänzt wird dies durch ein Zwei-Wege-Lautsprechersystem sowie eine hochauflösende Bluetooth-Übertragung.
Darüber hinaus verfügen die Kopfhörer über eine aktive Geräuschunterdrückung, die Umgebungsgeräusche analysiert und durch Gegensignale reduziert. Mehrere integrierte Mikrofone erfassen externe Störquellen, während adaptive Algorithmen die Klangwiedergabe an Trageposition und Umgebung anpassen. Diese Kombination soll sicherstellen, dass der Sinuston möglichst unverfälscht beim Nutzer ankommt und seine Wirkung entfalten kann.
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