Ein neues Video gibt Einblick in die sprachliche und kulturelle Ausarbeitung der Welt von GreedFall II. Im Fokus steht die Entwicklung der Sprache der Ureinwohner von Teer Fradee und ihre Rolle im narrativen Rollenspiel.

Nacon und Spiders haben ein neues Video zu GreedFall II: The Dying World veröffentlicht. Darin wird der kreative Prozess hinter Yecht Fradí beleuchtet, der fiktiven Sprache der Einheimischen von Teer Fradee. Das Video basiert auf einem Interview mit Antoine Henry, der maßgeblich an der Entwicklung dieser Sprache beteiligt war. GreedFall II befindet sich derzeit im Early Access auf „Steam“ und soll 2026 in seiner finalen Version für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erscheinen.

Yecht Fradí ist die Sprache der indigenen Bevölkerung von Teer Fradee. Sie wurde von Antoine Henry gemeinsam mit Jehanne Rousseau, Creative Director und Mitgründerin von Spiders, entworfen. Als sprachliche Grundlage diente das Protokeltische, insbesondere Einflüsse aus Altirisch, Altbretonisch und Gallisch. Ursprünglich war vorgesehen, eine historische Sprache zu verwenden. Im Verlauf der Entwicklung entschied sich das Team jedoch für einen eigens geschaffenen Dialekt, um kulturelle Identität und Eigenständigkeit der Inselbewohner präziser darstellen zu können.

Sprache als zentrales Element der Spielwelt

Bereits im ersten Teil der Reihe kam Yecht Fradí punktuell zum Einsatz, erhält in GreedFall II jedoch eine deutlich größere Bedeutung. Hintergrund ist die veränderte Perspektive: Die Handlung wird diesmal aus Sicht eines Einheimischen von Teer Fradee erlebt. Eine glaubwürdige und konsistente Sprache wurde damit zu einem zentralen Element, um die Immersion über den gesamten Spielverlauf hinweg zu unterstützen.

Antoine Henry erläutert im Video, dass sich Kultur und Weltanschauung der Bewohner stark in ihrer Sprache widerspiegeln. Er erklärt: „Die Bewohner von Teer Fradee leben im Einklang mit der Natur, was sich sehr deutlich in ihrer Kultur widerspiegelt.“ Dies zeige sich insbesondere in Redewendungen und Ausrufen. Als Beispiele nennt er den Gruß „Beurd tír to mad“, übersetzt mit „Möge die Erde dich tragen“, sowie den Ausruf „nod fradí!“, der sinngemäß „Heiliges Baumharz!“ bedeutet. Die Entwicklung einer fiktiven Sprache habe besondere Anforderungen gestellt, da neben Grammatik und Wortschatz auch Aussprache und Phonetik für ein Videospiel praktikabel sein müssten. Dafür arbeitete Henry eng mit Sprechern zusammen, die Yecht Fradí für die Aufnahmen erlernten.

Inhaltlich setzt GreedFall II drei Jahre nach den Ereignissen des ersten Spiels an. Die Handlung folgt Einheimischen von Teer Fradee, die gewaltsam von ihrer Insel verschleppt und auf den Kontinent Gacane gebracht werden, die Heimat der Renaigsa, der sogenannten Fremden. Diese Welt ist von politischen Machtkämpfen, anhaltenden Konflikten und der Ausbreitung der Malchior-Seuche geprägt. Ziel ist es, die eigene Freiheit zurückzuerlangen und Einfluss auf das weitere Schicksal der Region zu nehmen. Dabei stehen diplomatische Lösungen, List oder offene Konfrontationen als mögliche Wege offen.