Das John Wick-Franchise ist bekannt für seine kompromisslose Erzählkunst, hochkarätige Actionsequenzen und charismatische Hauptdarsteller. Alleine der vierte Teil brachte es auf ein weltweites Einspielergebnis von 440 Millionen US-Dollar, was umso beeindruckender ist, wenn man sich vor Augen hält, dass der Film in vielen Ländern die höchstmöglichen Altersfreigabe erhalten hat – auch in Deutschland, wo John Wick: Kapitel 4 erst ab 18 Jahren freigegeben ist.
Da dieser das vermeintliche Ende der Filmreihe von Regisseur Chad Stahelski darstellt, sollte eigentlich ein Spin-off die Erfolgswelle weiter reiten. Doch offenbar scheint es große Probleme mit dem schlicht Ballerina betitelten neuen Film zu geben.
Ursprünglich war der Kinostart für Juni 2024 angedacht, nun wurde die Veröffentlichung aufgrund umfangreicher Nachdrehs jedoch auf Juni 2025 verschoben. Federführend für den Film ist mit Len Wiseman eigentlich ein versierter Action-Regisseur, dass nun allerdings Chad Stahelski, der alle vorherigen John Wick-Filme inszenierte, höchstpersönlich die Regie für die zusätzlichen Aufnahmen übernommen hat, lässt aufhorchen.
Grundsätzlich können Fans nur davon profitieren, wenn der Meister selbst Hand anlegt, der aktuell ja eigentlich mit neuen Projekten wie Highlander und Ghost of Tsushima beschäftigt ist. Dass dies aber überhaupt nötig ist, wirft wiederum kein gutes Licht auf die bisherigen Aufnahmen. Hat da etwas jemand bei der Sichtung einen Flop gewittert?
Weiteren Aufschluss über die Situation gab kürzlich der Schauspieler Ian McShane, der im John Wick-Universum den Hotelbesitzer Winston spielt. In der BBC-Sendung The One Show auf Ballerina angesprochen, deutete McShane an, dass es sich bei den aktuellen Arbeiten um einen fast vollständigen Neudreh des Films in Budapest handelt.
„Und dann gehen wir nach Budapest nicht für Nachdrehs, sondern für einen Neudreh. Sie drehen Ballerina komplett neu, bei dem es sich um ein Spin-off des John Wick-Franchise mit Ana de Armas handelt. Wisst ihr, sie müssen das Franchise beschützen. Ich habe den Film Ballerina vor etwa einem Jahr gedreht. Sie haben es sich angeschaut und Chad übernimmt nun, der Kerl, der alle John Wick-Filme gemacht hat. Sie wollen es besser machen, weil sie das Franchise beschützen müssen.“
<blockquote class="twitter-tweet"><p lang="en" dir="ltr">Ian McShane on <a href="https://twitter.com/hashtag/TheOneShow?src=hash&ref_src=twsrc%5Etfw">#TheOneShow</a> is great because I love the honesty - talking about how Ballerina wasn’t good so they need to shoot more stuff to protect the franchise and then how they don’t talk about The Continental show because they just made it without consulting Keanu and him 😭 <a href="https://t.co/LwbQrTzLpU">pic.twitter.com/LwbQrTzLpU</a></p>— Adam Khan (@Adam_Khan100) <a href="https://twitter.com/Adam_Khan100/status/1760749582588297625?ref_src=twsrc%5Etfw">February 22, 2024</a></blockquote> <script async="" src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>Generell sind Nachdrehs nicht unüblich, insbesondere bei Filmen mit aufwendigen Effekten, ein von McShane angesprochener Neudreh gestaltet sich jedoch ungleich umfangreicher und dient üblicherweise dem Zweck, ganze Strukturen zu verändern. Es muss im Vorfeld also so einiges schief gelaufen sein.
Hoffen wir in diesem Zusammenhang also, dass die Neuaufnahmen nicht nur zur Verbesserung des Films beitragen, sondern auch sicherstellen, dass insbesondere die Szenen mit dem kürzlich verstorbenen Schauspieler Lance Reddick erhalten bleiben und gewürdigt werden.
Möglicherweise könnte die Entscheidung auch eine Reaktion auf Erfahrungen aus früheren Projekten sein, wie etwa der Prequel-Serie The Continental: Aus der Welt von John Wick. Obwohl Teil des Franchises wurden die Protagonisten der Hauptreihe dabei nicht involviert, was McShane offenbar als eine Art Affront erachtet:
„Sie haben nie jemanden danach gefragt. Sie gingen einfach hin und taten es. Sind einfach losgezogen und haben es getan. Jemand hat Keanu [Reeves] und mich danach gefragt. Wir sagten beide: ‚Ich weiß von nichts. Niemand hat uns je danach gefragt.‘“
Demnach hat es Colin Woodell, der in der Serie den junge Winston Scott spielt, wohl nicht für nötig erachtet, seinen älteren Schauspielkollegen hinsichtlich der Rolle um Rat zu fragen, oder sich mit McShane überhaupt über dieses Thema auszutauschen. Und so kommt es dann wohl auch, dass Fans der Filme mit der Serie nicht viel anfangen können.
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