Mit dem Start von „The Abandons“ holt Netflix zum Jahresende ein Genre zurück auf die große Bühne, das in den vergangenen Jahren immer wieder überraschend neue Höhen erreicht hat. Western-Erzählungen erleben gerade eine Art Modernisierungsschub, und Netflix setzt nun mit einem aufwendig produzierten Projekt nach, das schon lange vor Veröffentlichung neugierig gemacht hatte.

Schließlich sind Neo-Western-Welten im Serienkosmos aktuell stärker präsent denn je. Hinter der Idee zu „The Abandons“ steht Kurt Sutter, der mit Serien wie „Sons of Anarchy“ nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Seine Affinität zu konfliktreichen Erzählungen, komplexen Figuren und moralischen Grenzbereichen passt perfekt zu einer Geschichte, die im Westen des 19. Jahrhunderts angesiedelt ist.

Lena Headey und Gillian Anderson

Interessant an der ganzen Sache ist jedoch, dass Sutter kurz vor Abschluss der Dreharbeiten aus dem Projekt ausgestiegen ist. Hintergründe wurden nicht detailliert kommuniziert, doch die Diskussionen rund um kreative Differenzen begleiteten die Serie bereits vor dem Start. Wie dem auch sei, für die beiden Hauptfiguren stehen zwei Schauspielerinnen vor der Kamera, die im Serienbereich längst Legendenstatus erreicht haben: Lena Headey und Gillian Anderson.

Headey, vielen weiterhin durch ihre Darstellung als skrupellose Herrscherin aus „Game of Thrones“ bekannt, verkörpert hier eine Anführerin, die mit ihrer Familie um eine Zukunft im rauen Westen kämpft. Anderson wiederum schlüpft in die Rolle einer einflussreichen Unternehmerin, die ein mächtiges Bergbauimperium leitet und ihren Einfluss im aufblühenden Oregon des 19. Jahrhunderts stetig ausbaut.

Menschen am Rand der Gesellschaft

Ihr Aufeinandertreffen schafft eine ungewöhnliche Dynamik, geprägt von Machtfragen, Rivalitäten und deutlichen Spannungen. Gedreht wurde in der kanadischen Provinz Alberta, genauer in Calgary – einem Gebiet, das wegen seiner vielseitigen Landschaft seit Jahren als Kulisse für historische Stoffe dient. In „The Abandons“ findet diese Szenerie den passenden Rahmen.

Staubige Ebenen, unwegsame Täler und ein Setting, das von Hoffnung, Härte und einem ständigen Ringen um Ressourcen geprägt ist. Die Serie folgt einer Gruppe von Menschen, die sich am Rand der Gesellschaft bewegen und dennoch nach einem Stück Zukunft streben. Der Traum vom eigenen Land wird zum zentralen Motiv, allerdings begleitet von Hindernissen, die in Form politischer Interessen, wirtschaftlicher Machtspiele und persönlicher Feindschaften auftreten.

Cast & Serienstart

Thematisch bewegt sich die Erzählung nah an klassischen Western-Mustern. Außenseiter, die sich behaupten wollen, Familien, die um ihr Überleben ringen, und Gegenspieler, deren Einflussbereiche sich über Bodenschätze oder territoriale Kontrolle definieren. Neu wirkt dabei die Darstellung der Beziehungen innerhalb der rivalisierenden Gruppen. Die Figuren sind nicht strikt in Gut und Böse eingeteilt, vielmehr verschwimmen die Grenzen zwischen persönlichen Motiven, Loyalität und opportunistischem Handeln.

Der weitere Cast kann sich indes ebenfalls sehen lassen. Lucas Till, Aisling Franciosi, Nick Robinson und Diana Silvers übernehmen Rollen aus beiden Lagern. Hinzu kommen Ryan Hurst, Michael Greyeyes, Michiel Huisman und Toby Hemingway. Die Western-Serie „The Abandons“ startet bereits am 4. Dezember 2025 auf Netflix.

Quelle: filmstarts.de