Mel Brooks wird in am 28. Juni hundert Jahre alt, und passend dazu bastelt er schon an einem zweiten Teil seiner schrägsten Kult-Parodie. Bis die Fortsetzung steht, gibt es für alle Fans jetzt aber erst mal das Original in einer Form, auf die man hierzulande ziemlich lange gewartet hat. „Spaceballs“ war nie ein Nischending, sondern hat sich seit den Achtzigern fest in die DNA jeder Genre-Sammlung eingebrannt.
Und genau diese Sammlung bekommt jetzt frisches Futter. Denn „Spaceballs“ läuft erstmals in 4K mit Dolby Vision an, dazu gibt es eine Blu-ray und obendrauf eine separate Bonus-Disc mit Extras, unter anderem der deutschen Originalfassung des Lauftexts, die viele Fans bislang nur vom Hörensagen kannten. Wer zugreifen will, hat die Wahl zwischen einem SteelBook mit geprägtem Cover und Spotlack-Akzenten oder einem Mediabook, das auf Mattlaminierung setzt und ein dickes Booklet mit fast fünfzig Seiten dazu packt.
Luftnot auf Spaceball, Ärger für Druidia
Die Grundidee von „Spaceballs“ ist so simpel wie herrlich dumm. Auf dem Planeten Spaceball ist die Luft alle, weil die eigene Führung sie schlicht verprasst hat. Statt sich das Problem selbst einzugestehen, schielt Präsident Skroob (Mel Brooks) einfach auf die Vorräte der Nachbarn. Druidia soll seine Atmosphäre abgeben, freiwillig oder nicht, und damit die Sache schneller geht, lässt Skroob kurzerhand Prinzessin Vespa kidnappen.
Den Job übernimmt Lord Helmchen (Rick Moranis), doch zwischen Entführung und Erfolg steht ihm ausgerechnet der Weltraum-Kleinkriminelle Lone Starr im Weg, den Bill Pullman spielt, samt seinem haarigen Sidekick Waldi alias John Candy. Was als simpler Erpressungsplan startet, kippt von da an in ein einziges Durcheinander aus Verfolgungsjagden, Fehlplanungen und der berühmten Macht des „Safts“, ohne die in dieser Galaxie offenbar gar nichts läuft.
Warum jeder Insider-Gag immer noch trifft
Was „Spaceballs“ bis heute so genial macht, ist die Präzision, mit der Brooks seine Vorlagen zerlegt. „Krieg der Sterne“ bekommt sein Fett weg, „Alien“ genauso, und „Star Trek“ kommt auch nicht ungeschoren davon, aber nichts davon wirkt wie billige Verarsche. Brooks baut ganze Szenen nach, nur um sie dann mit einer einzigen Pointe komplett zu kippen, und genau diese Mischung aus Hommage und Demontage macht den Unterschied zu schwächeren Parodien aus.
Wer die Originale im Kopf hat, entdeckt in fast jeder Einstellung eine neue Anspielung. Wer sie nicht kennt, bekommt trotzdem eine Komödie, die für sich alleine funktioniert, weil der Cast so übertrieben gut aufgelegt ist. Brooks spielt gleich doppelt, neben Skroob auch noch den weisen Yogurt, und liefert damit selbst das beste Beispiel dafür, wie wenig er sich um Genre-Logik schert. John Candy als Waldi bleibt eine der wärmsten Nebenfiguren des Komödien-Kinos jener Zeit, und Daphne Zuniga balanciert ihre Prinzessin Vespa genau richtig zwischen Diva und Verzweiflung.
Zugreifen lohnt sich, und zwar ohne schlechtes Gewissen
Wer „Spaceballs“ schon kennt, bekommt mit dieser Veröffentlichung endlich ein Bild, das dem Kultstatus des Films gerecht wird. Wer ihn noch nicht kennt, kriegt den perfekten Einstieg in einen Humor, der auch knapp vierzig Jahre später keinen Rost angesetzt hat. Mit Dolby Vision, dem deutschen Lauftext als Bonus und zwei liebevoll gemachten Editionen zur Auswahl bekommen alle Fans hier mehr als nur eine technische Auffrischung. Sie bekommen einen Film, der das Sci-Fi-Genre nie ernster genommen hat, als es ihm gutgetan hätte, und genau das war schon immer der ganze Witz an der Sache.
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„Spaceballs - Mel Brooks’ verrückte Raumfahrt“ limitiertes 4K SteelBook & limitiertes 4K Mediabook (Capelight Pictures) - VÖ: 25.06.2026