Pixar hatte schon viele schräge Ideen, aber mit „Hoppers“ setzt das Studio nochmal eins drauf. Der Film ist jetzt fürs Heimkino auf Blu-ray und DVD erhältlich, und wer ihn im Kino verpasst hat, sollte ihm spätestens jetzt eine Chance geben. Denn was hier abgeht, ist eine Mischung aus Abenteuer, Science-Fiction und gesellschaftskritischem Unterton, die sich bewusst nicht auf ein Genre festlegen lässt.
Vom Terrarium-Ausbruch zur Biber-Mission
Mabel war schon als Kind nicht die, die sich an Regeln hält. Tiere aus dem Schul-Terrarium befreien? Klar, warum nicht. Mit 19 ist daraus eine echte Lebensaufgabe geworden. Sie kämpft für Tiere und Lebensräume, mit mehr Leidenschaft als Plan. Gerade diese impulsive Art macht sie zu einer ungewöhnlichen Pixar-Heldin, die nicht immer die klügsten Entscheidungen trifft, aber stets ihren Überzeugungen folgt.
Als sie versucht, einen verlassenen Biberdamm vor der Zerstörung zu retten, landet sie bei einer Wissenschaftlerin, die ein Verfahren entwickelt hat, mit dem man sein Bewusstsein direkt in einen Robotertier-Körper schicken kann. Mabel zögert keine Sekunde, und schon steckt sie selbst in einem mechanischen Biber. Aus einer Kurzschlussreaktion wird ein Trip durch eine Tierwelt mit eigenen Regeln, während im Hintergrund ein Bürgermeister seine Wiederwahl mit fragwürdigen Mitteln sichern will.
Warum „Hoppers“ mehr drauf hat als nur süße Bilder
Das Coole an „Hoppers“ ist, dass die Tierwelt keine niedliche Kulisse ist. Nein, sie fühlt sich wie ein eigenes funktionierendes System an – mit Hierarchien, ungeschriebenen Gesetzen und Konflikten, die schnell klarmachen, dass auch unter Tieren ihre ganz eigenen Regeln gelten. Statt mit erhobenem Zeigefinger Naturschutz zu predigen, wie es zuletzt einige Animationsfilme getan haben, erzählt „Hoppers“ einfach eine gute Geschichte und lässt die Botschaft ganz nebenbei mitlaufen.
Das wirkt deutlich natürlicher und erwachsener, als man es bei einem Familienfilm erwarten würde. Gleichzeitig vergisst der Film nie, einfach Spaß zu machen. Viele der besten Gags entstehen aus dem Zusammenprall menschlicher Logik mit tierischen Instinkten, was immer wieder für herrlich absurde Situationen sorgt. Dieser Humor lockert die ernsteren Themen angenehm auf und verhindert, dass die Geschichte zu belehrend wirkt.
Neue Richtung & Anspielungen
Im letzten Drittel schlägt „Hoppers“ dann überraschend eine neue Richtung ein. Der ursprüngliche Konflikt zwischen Naturschutz und Fortschritt rückt zunehmend in den Hintergrund, weil eine neue Bedrohung auftaucht, die deutlich düsterer ausfällt als alles zuvor. Wer aufmerksam hinschaut entdeckt dabei Anspielungen auf Machtmissbrauch und politische Strukturen, ohne dass der Film seine Botschaften jemals plump ausstellt.
Gerade diese Mischung aus Tierabenteuer, Science-Fiction und satirischen Elementen sorgt dafür, dass „Hoppers“ immer wieder mit den Erwartungen des Publikums spielt. Dazu liefert Pixar wie gewohnt beeindruckende Bilder. Besonders die Szenen aus der Perspektive der Tiere zeigen ein feines Gespür für Bewegung, Größenverhältnisse und Lichtstimmungen und verleihen der Welt eine besondere Dynamik.
Heimkino-Abend mit Mehrwert
„Hoppers“ traut sich mehr als der durchschnittliche Animationsfilm und verbindet eine ungewöhnliche Science-Fiction-Idee mit einem tierischen Abenteuer, das Humor und gesellschaftliche Themen geschickt miteinander verknüpft. Zwischen Biberdamm, Robotik und politischen Machtspielen entsteht so einer der eigenständigsten Pixar-Filme der vergangenen Jahre, der sich bewusst nicht auf eine einfache Familiengeschichte reduzieren lässt. Wer Pixar gerade für solche mutigen Ideen schätzt, sollte „Hoppers“ nicht verpassen.
:quality(90))