Der Lumibricks Manga Shop (17015) ist da, und wer schon mal nachts durch eine fiktive Cyberpunk-Metropole gestreift ist, weiß sofort, worauf sich dieses Set bezieht. Ein zweistöckiges Ladengeschäft, mittendrin in der Cyber-Neoncity-Reihe von Lumibricks. Und hierbei bleibt man sich treu. Bedeutet, viele Details, eingebaute LEDs und ein beachtliches Gebäude, das sich problemlos zu den bisherigen Sets gesellt. Während das bereits erschienene Izakaya vor allem klassisches, ruhiges Japan-Flair transportiert, geht der Manga Shop einen Schritt weiter Richtung Zukunft. Traditionelle Architektur trifft hier auf ordentlich Neon und Technik.
Wer schon Sets der Cyber-Neoncity-Reihe im Regal stehen hat, weiß, wie das Prinzip funktioniert. Alle anderen dürfen sich auf einen waschechten Manga-Laden mit ordentlich Atmosphäre und einer kleinen Geschichte obendrauf freuen. Lumibricks war so freundlich und hat uns dieses herrlich bunte Bauwerk zur Verfügung gestellt, das wir nun gerne genauer vorstellen wollen.
Zwischen Manga-Regalen, Gashapon und Feierabend-Nerds
Was den Manga Shop von der Masse abhebt, ist nicht allein die Regalfläche, sondern vor allem die kleine Geschichte, die Lumibricks drumherum gebaut hat. Man hätte hier einfach einen generischen Laden hinstellen können, stattdessen ist ein komplettes Setting entstanden. Nämlich ein Manga-Shop, eingeklemmt zwischen Neonreklamen und Hologramm-Werbung, in dem sich ausgebrannte Büromenschen nach Feierabend treffen. Unten im Erdgeschoss liegt der eigentliche Verkaufsbereich mit Regalen, toll bedruckten Manga-Covern und jeder Menge kleiner Werbeschilder. Dazu kommt ein Gashapon-Automat für alle, die Kapselautomaten mindestens genauso lieben wie den Inhalt der Regale.
Eine Etage höher wird es dann privat. Dort liegt der Wohnbereich des Ladenbetreibers samt Spielekonsole, was dem Gebäude einen ganz eigenen, fast schon wohnlichen Charakter verleiht. Dazu kommen ein VIP-Leseraum und ein kleiner Manga-Café-Bereich, in dem offenbar reihenweise Stammgäste hängen. Der Laden ist also einmal mehr ein bewohnter Mikrokosmos, wie man es eigentlich von allen Lumibricks-Sets kennt und liebt. Praktisch ist zudem, dass sich sowohl der Verkaufsbereich im Erdgeschoss als auch der Wohnbereich im Obergeschoss komplett aus dem Gebäude herausziehen lassen.
Klingt nach einer Kleinigkeit, macht im Alltag aber einen echten Unterschied. Für einen Blick auf die Inneneinrichtung oder zum Bedienen der Beleuchtung muss man nicht das ganze Gebäude zerlegen, sondern zieht einfach das jeweilige Modul heraus. Einfach stark und unkompliziert gelöst.
1.699 Steine bis zur Ladeneröffnung
Der Manga Shop setzt sich aus insgesamt 1.699 Teilen zusammen, die Lumibricks auf neun nummerierte Tüten verteilt hat. Zum Set gehören außerdem drei Minifiguren, während das fertige Modell mit rund 26 Zentimetern Breite, 18 Zentimetern Tiefe und 30 Zentimetern Höhe eine durchaus stattliche Größe erreicht. Für den kompletten Aufbau sollte man ungefähr fünf bis sieben Stunden einplanen, je nachdem, wie geübt man im Umgang mit solchen Detailmodellen bereits ist. Die Minifiguren sind hierbei eine Manga-Sammlerin, eine Hackerin und ein Büroangestellter.
Spannend am „Lumibricks Manga Shop“ ist außerdem die Kompatibilität mit anderen Gebäuden der Reihe. Der Manga Shop lässt sich hervorragend mit dem Izakaya kombinieren, samt gemeinsamer Stromversorgung über eine Docking-Funktion. Wer also schon länger an einer eigenen kleinen Neon-City baut, kann direkt andocken, ohne sich um doppelte Kabel oder unpassende Anschlüsse zu kümmern. Zusammen ergeben beide Gebäude eine deutlich größere, abwechslungsreichere Straßenszene, in der traditionelles Japan und Neon-Cyberpunk aufeinandertreffen. Weitere Gebäude hat Lumibricks bereits angekündigt, weshalb das Viertel also wohl noch wachsen wird.
Erst Manga-Regale, dann Neon aufs Dach
Beim Zusammenbau merkt man ziemlich schnell, dass hier kein langweiliges Set entstehen sollte. Traditionelle japanische Elemente wie Dachziegel, Holzrahmen und Gitterfenster treffen auf futuristische Bauteile wie Rohrleitungen, technische Dachaufbauten und leuchtende Reklametafeln. Genau an diesen Übergängen wird es streckenweise ein bisschen fummeliger als bei rein modernen oder rein klassischen Sets.
Der Bau selbst gliedert sich grob in drei Abschnitte. Los geht es mit dem Erdgeschoss und dem Verkaufsraum, danach folgt das Obergeschoss mit dem Wohnbereich. Zum Schluss kommen das Dach und die zahlreichen äußeren Lichtdetails an die Reihe, die dem Gebäude seinen typischen Look verpassen.
Die Anleitung führt dabei sauber durch die Kabelverlegung, sodass die Leitungen am Ende größtenteils in der Konstruktion verschwinden. Wer schon mal ein Gebäude mit gemischten Baustilen zusammengesetzt hat, kennt das. Genau diese Nahtstellen sind meistens die spannendsten, aber auch anspruchsvollsten Bauabschnitte. Der Manga Shop macht da keine Ausnahme, bleibt aber jederzeit gut nachvollziehbar und belohnt am Ende mit einem Modell, das wirklich aus einem Guss wirkt statt wie zwei zusammengeklebte Baustile. Die herausnehmbaren Module haben beim Aufbau übrigens noch einen weiteren Vorteil. Verkaufsraum und Wohnbereich lassen sich unabhängig voneinander fertigbauen und erst zum Schluss in das Gesamtgebäude einsetzen.
81 bedruckte Teile und kein einziger Sticker
Bei der Steinqualität bleibt Lumibricks seiner Linie treu. Die Passgenauigkeit stimmt über weite Strecken, und die ungewöhnlicheren Spezialteile für Dachziegel, Rohrleitungen und Leuchtelemente fügen sich gut ins Gesamtbild ein. Richtig gut kommt an, dass Lumibricks wieder komplett auf Sticker verzichtet. Manga-Cover, Werbeschilder, Ladenbeschriftungen und zahlreiche weitere Elemente sind tatsächlich bedruckt. Insgesamt kommen im Manga Shop ganze 81 bedruckte Teile zum Einsatz.
Ein Manga-Laden mit eigener Lore
Richtig interessant wird der Manga Shop erst, wenn man sich mit dem Begleitheft beschäftigt, denn Lumibricks liefert hier eine kleine Hintergrundgeschichte mit. Im Zentrum steht Eiji Fushimi, der Betreiber des Ladens, eine reichlich mysteriöse Gestalt, die irgendwie nicht so recht in die restliche Neoncity passt. Sein rechtes Auge wurde offenbar technisch aufgerüstet und kann alte Manga von Papier digitalisieren. Warum er ausgerechnet hier gelandet ist, verrät die Geschichte allerdings nicht. Dazu kommen Yuzu Kurose, die regelmäßig zwischen VIP-Leseraum und Manga-Café pendelt, und Akira Tachibana, die meist einfach nur stöbernd durch die Regale zieht.
Drumherum hat sich Lumibricks noch ein paar hübsche Details ausgedacht. So gibt es einen Mystery-Gashapon-Automaten, dessen Herkunft laut Eiji bis in seine Kindheit zurückreicht. Angesichts der Preise im Inneren wirkt das allerdings ziemlich unwahrscheinlich. Dazu kommt ein Ausverkaufstisch, um den sich Gerüchte über einen mysteriösen Roboter-Detektiv ranken. Selbst an eine Futterstation für den echten Kater Kuro und die holografische Katze Hikari wurde gedacht. Letztere reagiert je nach Eingabe sogar unterschiedlich.
Auf dem Dach sitzt außerdem ein kurioses Wesen samt „Raccoon-Brain Interface“, das angeblich dafür sorgt, dass Menschen aus der ganzen Stadt hierherpilgern, um Manga zu lesen. Kein Muss für den Aufbau, aber genau die Art von Detail, die aus einem Klemmbaustein-Gebäude ein kleines Universum macht, in dem man sich gerne verliert.
Wenn in der Neoncity die Lichter angehen
So gelungen die Architektur auch ist, den größten Unterschied macht bei diesem Set eindeutig die Beleuchtung. Rund 17 Leuchtelemente verteilen sich über große Leuchttafeln, LED-Streifen und einzelne Spotlights im Innenraum und sorgen dafür, dass der Manga Shop bei Dunkelheit ein völlig anderes Gesicht zeigt als am Tag. Tagsüber ist es ein liebevoll gestaltetes Architekturmodell mit viel Detailarbeit. Sobald die LEDs übernehmen, kippt die Stimmung komplett ins vertraute Cyberpunk-Bild. Warmes Licht aus dem Innenraum trifft hier auf kühle Neonfarben, Schaufenster leuchten wie in echten Ladenzeilen, und die Reklametafeln liefern genau den Großstadt-bei-Nacht-Vibe, für den die ganze Neoncity-Reihe steht.
Weil unterschiedliche Lichtquellen kombiniert werden statt nur einer gleichmäßigen Grundbeleuchtung, wirkt das Gebäude im Dunkeln spürbar tiefer und plastischer als viele vergleichbare Sets. Angetrieben wird das Ganze über Batterien statt USB-C, was im Alltag zwar funktioniert, aber ehrlich gesagt der einzige Punkt ist, an dem man sich eine modernere Lösung gewünscht hätte. Wird der Manga Shop mit dem Izakaya oder weiteren Sets der Reihe kombiniert, gleicht die gemeinsame Stromversorgung über die Docking-Funktion das zumindest ein Stück weit aus, sobald mehrere Gebäude gleichzeitig leuchten sollen.
Für Manga-Fans, Neon-Nerds und Städtebauer
Die Zielgruppe des Manga Shops ist ziemlich klar die erwachsene Klemmbaustein-Community, die Wert auf Detailtiefe, ein stimmiges Thema und eine ordentliche Präsentation legt. Anime- und Manga-Fans dürften vor allem an den vielen kleinen Anspielungen im Innenraum und der Geschichte rund um Eiji und seine Stammkunden ihre Freude haben. Gleiches gilt für Sammler, die bereits andere Neoncity-Gebäude besitzen und ihr Viertel konsequent weiterbauen wollen. Auch solo, ganz ohne die restliche Serie im Regal, funktioniert der Manga Shop problemlos.
Alles in allem zeigt der Lumibricks Manga Shop ziemlich eindrucksvoll, wie viel Stimmung in einem vergleichsweise kompakten Set stecken kann, wenn Architektur, Licht und kleine Details wirklich zusammenspielen. Der Mix aus traditioneller japanischer Optik und Cyberpunk-Ästhetik geht dabei voll auf, die herausziehbaren Module machen das Modell alltagstauglich, und das Lichtsystem mit seinen rund 17 Elementen sorgt dafür, dass der Laden je nach Tageszeit fast wie zwei verschiedene Sets wirkt. Also wieder einmal ein beeindruckendes, sehr detailliertes Set von Lumibricks und abermals ein echter Blickfang. Mit einem Preis von 126 Euro liefert Lumibricks hier zudem ein bockstarkes Gesamtpaket. Nämlich ein wunderschönes, enorm detailreiches Set mit starkem Bauerlebnis und außergewöhnlicher Optik, das von uns eine klare Kaufempfehlung bekommt.
Wer den Lumibricks Manga Shop nach Hause holen möchte, kann das Modell HIER bei Amazon oder HIER direkt bei Lumibricks bestellen.
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