Mal ehrlich, wer hat als Kind nicht mit seinen LEGO Star Wars Sets Geräusche gemacht? Lichtschwert-Surren mit dem Mund, Triebwerksgeräusche beim Durchfliegen des Wohnzimmers, imperiale Musik gepfiffen, während Darth Vader den Raum betrat. Das war immer Teil des Spiels. Und jetzt macht LEGO genau das selbst.
Nämlich mit dem neuen Set 75427, dem „LEGO Star Wars SMART Play: A-Wing und das Duell im Thronsaal“, wo die Galaxis sozusagen die Tonregie übernimmt. Das klingt erstmal nach einem Marketing-Gag. Ist es aber nicht. Zumindest nicht nur. LEGO war so freundlich und hat uns das „LEGO Star Wars SMART Play: A-Wing und das Duell im Thronsaal“ zur Verfügung gestellt, dass wir euch nun gerne vorstellen möchten.
Was steckt drin?
Das Set dreht sich um einen der emotionalsten Momente der gesamten Star Wars-Saga. Nämlich dem Showdown zwischen Luke Skywalker und Darth Vader im Thronsaal des Imperators, während Palpatine auf seinem Thron sitzt und das Treiben beobachtet. Wer „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ kennt, der weiß, was für eine Szene das ist. Und LEGO hat diese Szene als Grundlage für etwas Neues genommen. Konkret stecken in der Box 962 Teile, fünf Minifiguren und eine ganze Menge Technik.
Neben dem Thronsaal-Diorama gibt es außerdem einen A-Wing-Jäger der Rebellen. Also ein komplettes Raumschiff als Ergänzung zur Bodenszene. Das macht das Set inhaltlich deutlich vielseitiger als ein reines Display-Modell. Die Minifiguren-Auswahl kann sich indes sehen lassen mit Luke Skywalker, Darth Vader, Imperator Palpatine, ein A-Wing-Pilot und zwei Kaiserlichen Leibwächtern. Die ersten drei davon sind sogenannte SMART-Minifiguren, aber dazu gleich mehr.
Der Preis für das „LEGO Star Wars SMART Play: A-Wing und das Duell im Thronsaal“-Set liegt bei 159,99 Euro. Was die Bauzeit betrifft, so braucht man je nach Erfahrung zwischen drei und fünf Stunden, bis alles zusammengebaut auf dem Tisch steht
Das Modell im Überblick
Gebaut wird indes in zwei Teilen, der Thronsaal auf der einen, der A-Wing auf der anderen Seite. Der Thronsaal ist als halboffene Kulisse angelegt. Das bedeutet, man kann von vorne gut ins Geschehen schauen und die Figuren einfach bewegen und umstellen. Der Thron von Palpatine ist drehbar, die Fensterfront im Hintergrund erkennbar, und die Plattform für das Duell ist so gestaltet, dass genug Platz zum Spielen bleibt.
Wer ein ultrapräzises Diorama mit jedem Detail aus dem Film erwartet, wird feststellen, dass das Modell eher auf Zugänglichkeit setzt als auf maximale Detailtreue. Das ist aber kein Fehler, sondern eine bewusste Entscheidung, die zum Spielkonzept passt. Der A-Wing ist indes solide Star-Wars-LEGO-Standardkost: aufklappbares Cockpit, Platz für den Piloten, Stud-Shooter. Nicht revolutionär, aber stimmig. Als Kontrast zum Diorama funktioniert er gut, und zusammen im Regal machen die beiden Teile einiges her.
Hallo SMART Play
Jetzt zum eigentlichen Herzstück des Sets. LEGO hat mit SMART Play ein neues System entwickelt, das physisches Spielen mit elektronischer Reaktion verbindet und zwar ohne, dass man ständig ein Tablet in der Hand haben muss. Der Kern des ganzen Systems ist der SMART Brick. Ein LEGO-Stein, in dem tatsächlich Elektronik steckt mit Bewegungssensoren, Farbsensoren, ein Mini-Lautsprecher, LEDs und ein Chip, der alles koordiniert.
Der Brick kommuniziert mit den anderen SMART-Komponenten, den sogenannten SMART Tags, die an bestimmten Stellen im Modell verbaut sind, und den SMART-Minifiguren, die eigene Chips tragen. Das Zusammenspiel funktioniert dann folgendermaßen. Stellt man Palpatine auf seinen Thron, spielt das Set automatisch den Imperialen Marsch. Beginnt man das Duell zwischen Luke und Vader, summen die Lichtschwerter. Fliegt der A-Wing durch die Luft, röhren die Triebwerke. Das System erkennt, was gerade passiert, und reagiert in Echtzeit darauf. Das alles ohne App, ohne Bildschirm, ohne Eingabe.
Das klingt simpel beschrieben, ist aber technisch durchaus beeindruckend. Die SMART Bricks können untereinander kommunizieren, Bewegungen in Echtzeit auswerten und dynamische Soundeffekte erzeugen. LEGO hat bewusst darauf verzichtet, das Spiel auf einen Bildschirm zu verlagern. Die Idee ist, dass Kinder weiterhin anfassen, bauen und bewegen, wobei sich die Technikeinfügt, ohne das Erlebnis zu dominieren. Für Momente, in denen etwas nicht funktioniert oder man die Lautstärke anpassen möchte, gibt es die LEGO SMART Assist App.
Außerdem lassen sich über die App Updates einspielen, die neue Spielfunktionen freischalten können. Die App ist also ein Werkzeug und kein Spielplatz, ein sinnvoller Unterschied. Das Set ist als sogenanntes All-in-1-Set konzipiert. Das heißt, alle notwendigen SMART-Komponenten sind bereits enthalten. Man braucht nichts dazuzukaufen, um das System vollständig zu nutzen. Wer später möchte, kann das Set mit anderen SMART-kompatiblen Sets kombinieren und so das Spieluniversum erweitern.
Was gut funktioniert & was man wissen sollte
Die Stärke des Sets liegt klar in der Interaktivität. Gerade für jüngere Fans, die mit den Figuren und der Geschichte vertraut sind, entsteht eine Art Spielerlebnis, das klassisches LEGO-Spielen mit echten Soundeffekten verbindet. Das Lichtschwert-Summen beim Duell, die imperiale Musik, die Triebwerksgeräusche, dass alles passiert ohne Zutun, einfach durch das Spielen selbst. Das hat eine überraschend starke Wirkung, weil es das Spiel unmittelbar unterstützt, ohne es zu unterbrechen.
Die Minifigurenauswahl ist für die abgebildete Szene genau richtig. Wer hätte hier auf Luke, Vader oder Palpatine verzichten wollen? Die Leibwächter runden die Szene stimmig ab, und der A-Wing-Pilot sorgt dafür, dass auch das Raumschiff keine leere Hülle bleibt. Was man dabei wissen sollte ist, dass ein Teil des Budgets in die Technik fließt. 160 Euro für knapp 1000 Teile ist mehr, als man bei normalen Star-Wars-Sets dieser Größe zahlen würde. Wer hauptsächlich baut und das fertige Modell ins Regal stellt, bekommt hier optisch solide, aber nicht herausragende Qualität. Der Mehrwert entsteht beim Spielen und das sollte man vor dem Kauf bedenken.
Fazit: Eine sinnvolle Weiterentwicklung
Das „LEGO Star Wars SMART Play: A-Wing und das Duell im Thronsaalt“ (75427) ist kein gewöhnliches Set und will es auch gar nicht sein. Es ist der Versuch, das Bauen und Spielen mit Klemmbausteinen auf eine neue Stufe zu heben, ohne dabei das Wesentliche zu verlieren. Nämlich das physische Spiel, das Anfassen, das Bewegen, das Geschichtenerzählen. Und dieser Versuch gelingt. Die Soundeffekte wirken nicht wie Spielzeug-Schnickschnack, sondern wie eine logische Erweiterung des Spielgeschehens.
Dass das alles ohne Bildschirm funktioniert und die App nur dann gebraucht wird, wenn man sie braucht, ist ein kluger Ansatz. Für Kinder ab neun Jahren, die Star Wars mögen und nicht nur bauen, sondern auch spielen wollen, ist das hier ein starkes Paket. Für Sammler, die ein reines Display-Modell suchen, gibt es günstigere Alternativen. Aber wer neugierig ist, wohin LEGO die nächsten Jahre gehen könnte, der bekommt mit dem Set einen guten ersten Eindruck. Und der klingt buchstäblich nach mehr.

:quality(90))