Kaum eine Familie hat die amerikanische Politik und Popkultur so nachhaltig geprägt wie die Kennedys. Und jetzt widmet sich Netflix diesem faszinierenden Kapitel der US-Geschichte mit einer eigenen Serie. Unter dem schlichten Titel „Kennedy“ entsteht ein aufwendig produziertes Drama, das Macht, Glanz und Abgründe der legendären Dynastie beleuchtet.
In der Hauptrolle steht dabei niemand Geringeres als Michael Fassbender, der den Patriarchen Joe Kennedy Sr. verkörpern wird. Die Serie nimmt mit in die 30er-Jahre, eine Zeit, in der Amerika im Umbruch war und die Kennedys ihren gesellschaftlichen Aufstieg planten. Joe Kennedy, der Vater von John F. Kennedy, Robert Kennedy und ihren Geschwistern, war nicht nur ein einflussreicher Geschäftsmann, sondern auch ein Mann mit politischen Ambitionen und umstrittenen Ansichten.
Er war der erste Vorsitzende der US-Börsenaufsicht SEC, leitete später die United States Maritime Commission und wurde 1938 zum Botschafter der Vereinigten Staaten in Großbritannien ernannt. Dort sorgte er mit seiner Nähe zu Hollywood-Stars und seinen kontroversen Einschätzungen zum Kriegsgeschehen für Gesprächsstoff. Ein Aspekt, den die Serie „Kennedy“ ausführlich beleuchten will.
Insgesamt sind acht Episoden geplant, die den familiären und politischen Aufstieg der Kennedys nachvollziehen. Im Mittelpunkt steht dabei Joe Kennedys unbändiger Wille, seine Kinder zu fördern und zugleich zu formen. Strenge, Ehrgeiz und familiäre Pflicht prägen die Atmosphäre im Kennedy-Haushalt. Der zweite Sohn Jack, später weltberühmt als John F. Kennedy, kämpft früh darum, sich aus dem übermächtigen Schatten seines Vaters und seines älteren Bruders zu lösen.
Diese innerfamiliären Spannungen, verbunden mit gesellschaftlichem Druck und politischem Machtstreben, bilden das Zentrum der Serie. Die Grundlage für das Projekt liefert das Buch „JFK: Coming of Age in the American Century, 1917–1956“ des Pulitzer-Preisträgers Fredrik Logevall, das als historisch fundierte Vorlage dient. Damit dürfte „Kennedy“ nicht nur ein visuell beeindruckendes Drama, sondern auch ein detailreiches Porträt der frühen Jahre einer Familie werden, deren Einfluss weit über das Weiße Haus hinausreichte.
Die Kennedys waren nie einfach nur eine politische Familie. Sie waren ein Symbol für den amerikanischen Traum und zugleich für dessen Preis. Verantwortlich für die Umsetzung ist Sam Shaw, der bereits mit Serien wie „Manhattan“ und „Masters of Sex“ ein Händchen für historische Stoffe bewiesen hat. Die Regie übernimmt kein Geringerer als Thomas Vinterberg, der mit „Der Rausch“ international für Aufsehen sorgte. Beide fungieren auch als Executive Producer.
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