Manche Filme brauchen Jahrzehnte, um zu dem zu werden, was sie eigentlich immer waren. Nämlich kleine Kuriositäten mit großem Herz. „Howard the Duck – Ein tierischer Held“ gehört definitiv in diese Kategorie. Mitte der 80er als ambitioniertes Comic-Abenteuer unter der Produktionsflagge von „Star Wars“-Schöpfer George Lucas gestartet, wurde der Film damals eher belächelt als gefeiert.

Heute, mit dem nötigen Abstand und einem Publikum, das schräge Genre-Mischungen zu schätzen weiß, wirkt er wie ein Fundstück aus einer Zeit, in der Hollywood noch bereit war, richtig verrückte Ideen auf die Leinwand zu bringen. Jetzt bekommt der Klassiker mit einer Steelbook-Edition auf 4K-UHD und Blu-ray ein neues Zuhause im Heimkino.

Die Ente aus dem All

Howard lebt eigentlich ganz zufrieden auf seinem Heimatplaneten. Gutes Essen, ordentliche Musik, die passende Lektüre und ein entspanntes Leben als Stadtente mit Stil. Ein missglücktes Experiment eines Wissenschaftlers auf der Erde reißt ihn jedoch mitten aus seinem Alltag und katapultiert ihn unfreiwillig in eine völlig fremde Welt voller haarloser, aufrecht gehender Kreaturen.

Kaum angekommen, gerät er in eine Bar, in der die Musikerin Beverly gerade in Bedrängnis ist. Und schon steckt Howard mittendrin in einem Abenteuer, das er sich so nie ausgesucht hätte. Zwischen Anpassungsschwierigkeiten, neuen Bekanntschaften und einer Bedrohung, die weit größer ist als erwartet, muss sich die Ente in einer Welt zurechtfinden, die für sie eigentlich gar nicht gemacht ist.

Fern von Konventionen mit Charme

Der Charme von „Howard the Duck“ liegt genau darin, dass er sich um Konventionen herzlich wenig schert. Statt auf eine glatte, familienfreundliche Erzählung zu setzen, traut sich der Film, seine Hauptfigur als zynischen, leicht muffeligen Charakter mit eigenem Kopf anzulegen. Das mag 1986 nicht bei jedem angekommen sein, funktioniert aus heutiger Sicht aber gerade deshalb so gut.

Hier wird nicht künstlich geglättet, sondern mit voller Überzeugung ein schräges Konzept durchgezogen. Dazu kommt die technische Seite. Denn für die damalige Zeit steckt in Howard als Figur ein enormer Aufwand. Von der Mimik bis zur Bewegung wirkt die Ente erstaunlich lebendig, was besonders im direkten Zusammenspiel mit den menschlichen Darstellern auffällt.

Die Besetzung tut ihr Übriges dazu. Lea Thompson verleiht ihrer Rolle viel Charme und Wärme, während Jeffrey Jones mit herrlich bösem Sarkasmus und einigen kultigen Sprüchen einen starken Gegenpol setzt. Für zusätzliche Lacher sorgt ein damals noch weitgehend unbekannter Tim Robbins als tollpatschiger Wissenschaftsassistent, der sich als Sidekick immer wieder ins Chaos manövriert. Dazu kommt ein Soundtrack, der den Film mit ordentlich Energie durch seine Geschichte begleitet.

Ein Steelbook für Fans

„Howard the Duck“ ist kein Film, der jeden Geschmack trifft, und genau das macht ihn für eingefleischte Fans so wertvoll. Wer sich für die verschlungenen Wege der 80er-Popkultur interessiert, für frühe Comic-Adaptionen abseits ausgetretener Pfade oder einfach für Filme, die sich trauen, komplett anders zu sein, findet hier ein echtes Kleinod. Die neue, toll aufgemachte Steelbook-Fassung macht jedenfalls aus einem einstigen Außenseiter-Film ein Sammlerstück, das in keinem Regal voller Kult-Klassiker fehlen sollte. Wer Howard bislang nur vom Hörensagen kennt, hat zudem jetzt die perfekte Gelegenheit, das nachzuholen.

„Howard the Duck - Ein tierischer Held“ Steelbook, 4K-UHD+Blu-ray (Plaion Pictures) – VÖ: 23. Jul 26