Wer hätte gedacht, dass die Aussicht auf ein Milliardenerbe Menschen zu solch kreativen Höchstleistungen antreibt? Mit „How to Make a Killing – Todsicheres Erbe“ bekommt man ab sofort für zu Hause im Heimkino auf DVD und Blu-ray eine schwarzhumorige Krimikomödie, die genau davon lebt. Nämlich von einem Mann, der sich sein vermeintliches Recht mit allen Mitteln zurückholt. Wer auf bissigen Humor und einen Cast mit echtem Format steht, sollte hier definitiv reinschauen.

Sieben Verwandte, ein Vermögen, null Skrupel

Im Zentrum von „How to Make a Killing – Todsicheres Erbe“ steht Becket Redfellow (Glen Powell). Becket ist smart, gebildet und weiß genau, wie er auf andere wirkt. Nur das große Familienvermögen bleibt ihm verwehrt. Seine Mutter wurde einst aus der reichen Redfellow-Dynastie verstoßen und starb in bescheidenen Verhältnissen. Becket sieht das nicht ein und beschließt, die sieben verbliebenen Erben, die zwischen ihm und dem Vermögen stehen, auf die eine oder andere Weise loszuwerden.

Was folgt, ist eine Kette von Todesfällen, die auf den ersten Blick wie tragische Zufälle wirken, tatsächlich aber Beckets sorgfältig ausgetüftelte Handschrift tragen. Nebenbei muss er sich noch mit seiner Freundin Ruth arrangieren und den Verführungsversuchen seiner Jugendliebe Julia widerstehen. Kein leichtes Unterfangen für jemanden, der eigentlich schon genug am Hals hat.

Powell macht aus Mord ein Vergnügen

Die größte Stärke von „How to Make a Killing – Todsicheres Erbe“ sitzt eindeutig in der Hauptrolle. Powell spielt Becket mit einer Mischung aus Selbstironie und eiskaltem Ehrgeiz, die man ihm einfach abkauft und genau darin liegt der Trick des Films. Man soll diesem Kerl eigentlich die Daumen drücken, obwohl er gerade seine Verwandtschaft reihenweise entsorgt. Statt platter Fiesling-Nummer entsteht so ein Charakter, dem man beim Abrutschen in die Kriminalität fast schon zujubeln möchte.

Zur Seite steht ihm ein Cast, der nichts anbrennen lässt. Margaret Qualley bringt frischen Wind in ihre Szenen, Ed Harris liefert die nötige Portion Ernsthaftigkeit dazu. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass der ohnehin flotte Erzählrhythmus noch mal einen Zahn zulegt. Vor allem die erste Hälfte hat richtig Tempo. Die Morde selbst sind mit sichtlicher Lust am schwarzen Humor inszeniert, mal dreist, mal komplett durchgeknallt. Wer gerne zusieht, wie harmlos wirkende Unfälle sich als durchdachte Fallen entpuppen, kommt hier voll auf seine Kosten.

Regisseur John Patton Ford, der schon mit „Emily the Criminal“ ein Gespür für moralisch fragwürdige Hauptfiguren bewiesen hat, lässt die Geschichte nie komplett ins Zynische kippen, sondern hält den Ton elegant und stellenweise fast beschwingt.

Wo dem Erbe ein bisschen die Wucht fehlt

Ganz ohne Schwächen kommt der Film trotzdem nicht davon. Die Neubesetzung sämtlicher Opferrollen mit unterschiedlichen Darstellern nimmt der Geschichte etwas von ihrer schrägen Note. Früher übernahm eine einzige Schauspielikone alle sieben Parts, heute wirkt das Ganze dadurch runder, aber auch etwas braver. Dazu kommt, dass der Film phasenweise zwischen zwei Modi hin und her springt. Mal will er Becket als tragische, fast bemitleidenswerte Figur zeigen, mal einfach nur mit ihm Spaß haben. Diese Zerrissenheit macht sich vor allem im letzten Drittel bemerkbar, wenn plötzlich mehr Nebenfiguren aktiv mitmischen und Becket vom Strippenzieher zum Getriebenen wird.

Blutsverwandtschaft mit Todesfolge, aber mit Stil

Wer einen Filmabend sucht, bei dem man sich zurücklehnen und einfach nur an den kreativen Todesfällen der Redfellow-Verwandtschaft erfreuen möchte, macht mit „How to Make a Killing – Todsicheres Erbe“ nichts falsch. Die volle Wucht seines Vorbilds erreicht er zwar nicht, dafür liefert er einen spielfreudigen Cast rund um einen bestens aufgelegten Glen Powell und genug schwarzen Humor, um über die kleineren Schwächen locker hinwegzusehen. Für alle, die auf lockere Krimikomödien mit Biss stehen, ist das eine klare Empfehlung.

„How to Make a Killing - Todsicheres Erbe“ (Plaion Pictures) – VÖ: 09. Jul 26