Der internationale Streaming-Markt ist hart umkämpft, gerade im Genre des Kriegsfilms. Umso bemerkenswerter ist es, wenn sich eine deutsche Produktion nicht nur behauptet, sondern weltweit an die Spitze setzt. Genau das ist nun mit „Der Tiger“ gelungen. Das Amazon-Original hat sich innerhalb kürzester Zeit zum erfolgreichsten deutschen Film entwickelt, den der Streaming-Dienst bislang veröffentlicht hat.
Bestätigt wurde inzwischen offiziell, dass kein anderer deutscher Amazon-Originalfilm eine vergleichbare Reichweite erzielen konnte. In insgesamt 28 Ländern kletterte „Der Tiger“ an die Spitze der Film-Charts. Darunter auch Märkte, in denen deutsche Produktionen sonst eher Nischenstatus haben. Neben Deutschland landete der Film unter anderem in den USA und Großbritannien auf Platz eins.
Streaming-Erfolg mit Kinoumweg
In weiteren Regionen hält sich der Titel stabil in den Top 10. Genaue Abrufzahlen bleiben wie üblich unter Verschluss, doch die Platzierungen sprechen eine deutliche Sprache. Auffällig ist auch der Weg, den „Der Tiger“ genommen hat. Anders als viele Streaming-Produktionen feierte der Film zunächst einen regulären Kinostart. Bereits im September des Vorjahres lief das Kriegsdrama auf der großen Leinwand, bevor es am 2. Januar 2026 ins Abo von Amazon Prime Video aufgenommen wurde.
Diese Kombination aus Kinoveröffentlichung und anschließendem Streaming-Start hat offenbar zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugt. Eben auch über den deutschen Markt hinaus. Mit dem aktuellen Erfolg lässt „Der Tiger“ frühere deutsche Publikumserfolge des Anbieters hinter sich. Titel wie „Der Heimweg“ oder „Alles Fifty Fifty“ erreichen zwar ebenfalls hohe Abrufzahlen, konnten jedoch nicht dieselben internationalen Zahlen entwickeln.
Düsteres Kriegsbild statt Heldengeschichte
Inhaltlich verzichtet „Der Tiger“ bewusst auf klassische Kriegshelden und pathetische Schlachtenszenen. Die Handlung führt ins Jahr 1943 an die Ostfront des Zweiten Weltkriegs. Im Mittelpunkt steht die Besatzung eines deutschen Tiger-Panzers, bestehend aus fünf Soldaten, die auf eine geheime Mission weit hinter feindliche Linien geschickt werden. Der äußere Konflikt ist dabei nur ein Teil der Geschichte.
Zunehmend rücken psychische Belastungen, Angstzustände und innere Spannungen in den Vordergrund. Verstärkt werden diese durch den Konsum von Amphetaminen, die im militärischen Alltag jener Zeit verbreitet waren. Realität und Wahrnehmung beginnen zu verschwimmen, Schuldfragen und moralische Abgründe treten offen zutage. Der Krieg wird so weniger als Schlachtfeld, sondern als psychischer Ausnahmezustand erzählt.
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