Die Zeitreise in die frühen 2000er gewinnt gerade neuen Schwung. Denn die Kultserie „24“, lange als abgeschlossen betrachtet, bewegt sich wieder auf die große Bühne zu. Die Mischung aus Echtzeitstress, schrillen Bildteilungen und einem Agenten, der gefühlt nie schläft, hat damals neue Maßstäbe gesetzt.

Jetzt kommt wieder Bewegung ins Franchise, und das nicht nur hinter verschlossenen Türen, sondern mit klaren Aussagen aus den Chefetagen. Schon seit Jahren geistern Gerüchte über eine mögliche Wiederkehr von Jack Bauer (Kiefer Sutherland) herum. Immer wieder tauchten Hinweise auf, dass sich irgendetwas tut, dann verpufften sie wieder im Nichts.

„Es ist definitiv in Arbeit, wir entwickeln etwas“

Doch nun melden sich gleich mehrere Verantwortliche zu Wort. Imagine-Entertainment-Chef Justin Wilkes gab zuletzt offen zu verstehen, dass „die Zeit reif“ sei. Als Hintergrund nennt er die geopolitischen Entwicklungen, die das Spannungsgefühl der alten Serie wieder aktueller machen. Er hält es für sinnvoll, dass Jack Bauer erneut im Mittelpunkt steht, besonders weil die Figur immer eng mit weltpolitischer Unsicherheit verbunden war.

Auch von kreativer Seite gibt es konkrete Signale. Howard Gordon, einer der prägenden Köpfe hinter „24“, bestätigte, dass längst wieder an neuem Material gearbeitet wird. Er sagte: „Es ist definitiv in Arbeit, wir entwickeln etwas“. Gleichzeitig bremst er die Erwartungen, denn Disney, dass nach der Übernahme von 20th Television die Rechte hält, habe sich bisher nicht endgültig festgelegt.

„Was ich wirklich nicht möchte, ist, dass es nicht gut wird […]“

Gordon bezeichnet die Arbeit daran als vorsichtigen Prozess. Er erklärt, dass über Jahre hinweg keine klare Richtung gefunden wurde, die tragfähig genug wirkte. Diesmal sei jedoch ein Ansatz vorhanden, der sich stabil anfühle, auch wenn noch nichts abgesegnet sei. Er betont außerdem: „Was ich wirklich nicht möchte, ist, dass es nicht gut wird, denn ich denke nicht, dass das der Serie gerecht wird. Es ist nicht fair gegenüber den Fans, nicht fair gegenüber, ehrlich gesagt, mir selbst.“

Dass das Franchise nie vollständig verschwunden ist, zeigt ein Blick auf seine Geschichte. Neben den acht ursprünglichen Staffeln gab es den Film „24: Redemption“ und später die Miniserie „24: Live Another Day“. Jack Bauers Rückkehr 2014 war damals bereits ein Versuch, das Format in moderner Form weiterzuführen. Später wagte man mit „24: Legacy“ einen Neustart ohne Bauer, doch dieser Ansatz blieb hinter den Erwartungen zurück.

Hohe Kosten & aufwendige Inszenierung

Das grundlegende Konzept – ein Tag, aufgeteilt in Episoden, die im selben Tempo verlaufen wie die Handlung – hat jedoch weiterhin Kultstatus. Warum es nun wieder spannender aussieht als in den vergangenen Jahren, hängt auch mit handfesten Zahlen zusammen. Ein geplanter Kinofilm scheiterte laut Produzent Brian Grazer schon früh an enormen Kosten.

Selbst nach Ende der Serie war eine Realisierung kaum machbar, weil das Konzept aufwendige Inszenierung erfordert. Inzwischen haben große Streamingdienste aber viel größere Spielräume. Eine Veröffentlichung über Disney+, Netflix oder Prime Video gilt als wahrscheinlicher Weg, falls das Projekt wirklich Fahrt aufnimmt.

Jack Bauer als ruheloser Anti-Terror-Agent

Gordon macht zudem klar, dass ein Neubeginn nicht einfach um des Effekts willen passieren soll. Er spricht davon, dass es eine Verbindung geben müsse – eine innere Logik, die es rechtfertigt, Jack Bauer noch einmal ins Zentrum zu stellen. Erst wenn diese Basis stimmt, könne man weiterdenken, unabhängig vom Ergebnis. Nebenbei verweist er auf Serien wie „The Pitt“, die gezeigt haben, dass ein Echtzeitkonzept auch in anderen Genres aufgehen kann.

Seit dem Start im Jahr 2001 hat die Serie immer wieder Diskussionen ausgelöst und Zuschauer an die Bildschirme gefesselt. Jack Bauer als ruheloser Anti-Terror-Agent wurde zu einer Serien-Kultfigur. Das Franchise brachte mehrere prägende Nebenfiguren hervor und verknüpfte persönliche Konflikte mit weltpolitischen Szenarien. Auf Disney+ ist die Serie weiterhin verfügbar.

Quelle: moviebreak.de