In der Lebensmittelbranche bahnt sich aktuell ein Megadeal an: Der Süßwarenriese Mars plant die Übernahme des Lebensmittelunternehmens Kellanova. Käme diese Fusion zustande, wäre es die größte ihrer Art in den vergangenen Jahren.

Eine Übernahme dieses Formates ruft natürlich die Kartellhüter auf den Plan. Die US-Wettbewerbsbehörden haben dem Zusammenschluss bereits zugestimmt, vonseiten der EU-Kommission steht eine Entscheidung noch aus; dort sieht man das Ganze mit Sorge vor den Folgen deutlich skeptischer.

Die europäischen Wettbewerbshüter befürchten, dass Mars durch die Übernahme eine gestärkte Position gegenüber dem Einzelhandel erlangen könnte. Diese Entwicklung könnte zu geringeren Verhandlungsspielräumen der Händler führen und letztlich höhere Preise für Konsumenten zur Folge haben. Besonders kleine und mittlere Einzelhändler könnten durch die neue Marktkonzentration im Zuge der Fusion unter Druck geraten.

Größere Marktmacht in Europa

Im Vergleich zu den USA, wo Mars und Kellanova trotz Zusammenschluss weiterhin in einem wettbewerbsintensiven Umfeld mit starken Akteuren wie PepsiCo, Kraft Heinz oder Mondelez stehen, sei die zu erwartende Marktmacht in Europa deutlich größer. Vor dem Hintergrund einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage mit hoher Inflation betrachten Händler und Branchenanalysten die Fusion entsprechend kritisch.

Mars ist nun dazu aufgefordert, die wettbewerbsrechtlichen Bedenken durch einen Maßnahmenkatalog auszuräumen. Sollten die dabei gemachten Vorschläge die Wettbewerbshüter nicht überzeugen, könnte dies dazu führen, dass Mars in Europa gezwungen wäre, einige seiner Geschäftszweige abzustoßen. Ob es so weit kommt, entscheidet sich spätestens am 31. Oktober, wenn die Entscheidung der Kommission fällt.

Nach Einschätzung von Branchenexperten könnte die geplante Fusion auch als Signalwirkung für künftige Zusammenschlüsse in der Lebensmittelindustrie dienen. In Zeiten steigender Verbraucherpreise bestehe das Risiko, dass solche Entwicklungen das Vertrauen in den Markt zusätzlich schwächen.

Quelle: chip.de