Tineco hat sich als Hersteller smarter Haushaltsgeräte in den letzten Jahren mit einem enormen Output hervorgetan. Von Müdigkeit ist deshalb aber noch lange nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil: Der Hans Dampf hat mit der Pure One S-Serie schon wieder ein neues Line-up am Start, dessen Flaggschiff wir uns heute einmal etwas genauer anschauen werden.
Die Reihe umfasst vier verschiedene Modelle, die mit Preisen von 299 Euro bis 499 Euro von der Grundausstattung bis zum umfangreich bestückten Premium-Gerät alle Bedürfnisse abdecken. Als leistungsstärkstes Modell der Reihe steht der Pure One S70 an der Spitze der Nahrungskette, den Tineco mit erweiterter Sensorik, verbesserter Akku-Power und einem umfangreichen Zubehörpaket bewirbt.
Besagte Sensorik firmiert als 3DSense Pro Reinigungssystem, welches mehrere technische Bausteine an der motorisierten Bodenbürste umfasst. Dazu gehört eine Stauberkennung mit automatischer Anpassung der Saugleistung (DustSense), ein 150-Grad-Weitwinkel-Scheinwerfer, der Staubpartikel sichtbar macht (LightSense), sowie eine Kantenerkennung, welche eine effektive Reinigung auch in Wandnähe ermöglicht (EdgeSense).

Ergänzt wird das Ganze durch einen deutlich vergrößerten Saugeinlassbereich – Tineco beziffert die Verbesserung mit beachtlichen 219 Prozent – und ein um 180 Grad faltbares Rohr. Natürlich wieder mit dabei ist der ikonische iLoop Smart Sensor, der auf dem LED-Display den Grad der Verschmutzung über einen Farbring visualisiert, eine Bürste, die sowohl auf Hartböden als auch auf Teppichen ihren Dienst tut, und der abnehmbare Akku. Garniert wird all das von einer Saugkraft von bis zu 200 AirWatt (AW), was in etwa der Leistung eines kabelgebundenen Bodenstaubsaugers entspricht.
Für den Preis von 499 Euro erhält man neben dem eigentlichen Sauger nebst Akku und Faltrohr auch eine Ladestation, die als vertikaler Parkplatz fungiert. Zum Lieferumfang gehören ferner eine 2-in-1-Fugenbürste, ein flexibler Verlängerungsschlauch, eine Mini-Power-Bürste für Polster und ein Flusenkehrer zur schonenden Reinigung von Textilien.
Die Lade- und Parkstation liegt in fünf Teilen bei, der Aufbau geht rasch von der Hand – einfach zusammenstecken und fertig. Achtet aber auf jeden Fall darauf, die Teile von Anfang an korrekt zusammenzubringen. Wir waren nicht so umsichtig und mussten beim Auseinandernehmen feststellen, dass sich die Klemmeinschübe der Rohre gerne mal lösen. Nicht unbedingt der beste Ersteindruck, was aber natürlich auch unserer eigenen Unachtsamkeit geschuldet ist.

Korrekt aufgebaut steht das Ganze dank des beschwerten Standfußes sicher und stabil und bietet im Mittelbereich zudem Aufsteckstege, um sämtliches Zubehör geordnet aufzubewahren. Das Stromkabel zum Laden wird in eine Buchse an der Rückseite des Kopfteils gesteckt. Logisch, da hier ja auch der Gerätetorso mit dem Akku aufliegt. Ein wenig unschön anzuschauen – weil schlechter zu kaschieren als in Bodennähe – ist diese Positionierung in Sachen Kabelführung aber dennoch.
Der Pure One S70 selbst ist im Vergleich zum aktuellen Schlankheitswahn bei Akkusaugern ein echter Kaventsmann und wiegt mit Akku schon knapp zwei Kilo; mit Rohr und Bodenbürste sind es bereits drei. Die üppig dimensionierte Saug- und Filtereinheit verspricht dafür ordentlich Leistung. Gleiches gilt für den Akku, der alleine schon 560 Gramm zum Gesamtgewicht beiträgt.

Am Pistolengriff sorgt eine gerasterte Textur für besseren Grip, die nach oben hin in ein beidseitiges Lüftungsgitter übergeht – cleverer Designkniff. Gut gefällt auch, dass man die Klappe zum Entleeren des Schmutzbehälters über einen Knopf an der Oberseite löst. Normalerweise löst man die Arretierung unten, also direkt dort, wo der Schmutz herausfällt. Wie unpraktisch das eigentlich ist, wurde uns erst jetzt anhand der besseren Lösung beim Pure One S70 klar.
Auch muss man nicht mehr in die Staubkammer greifen, um den Feinfilter herauszudrehen, an dem bekanntlich gerne mal Haare und Schmutzbüschel hängen bleiben, die nicht einfach so herausfallen. Stattdessen entnimmt man ihn nun von oben an einem Griff, nachdem man die gesamte Staubkammer über einen Entriegelungsknopf vom Gerät abgetrennt hat. Dieser modulare Aufbau erleichtert das Reinigen des Gerätes und des sechsstufigen Filtersystems enorm, welches anbei nicht weniger verspricht, als 99,99 Prozent aller Staub- und Schmutzpartikel einzufangen.

Die Bedienung erfolgt über zwei Buttons an der Stirnseite des Griffes. Leider steht die Einheit so weit ab, dass die einhändige Bedienung nicht optimal ausfällt wenn man kleine Hände hat. Dafür ist die Steuerung mit nur wenigen Kommandos sehr benutzerfreundlich ausgefallen: Der linke Powerbutton schaltet ein und aus, über die rechte Taste wechselt man zwischen Eco- und Auto-Modus – hält man sie eine Sekunde lang gedrückt, läuft der Pure One S70 im Max-Modus dauerhaft auf voller Kraft.
Die Entriegelungstaste für die Faltfunktion des Rohrs befindet sich direkt hinter dem Gelenk. Der Wippschalter ist komfortabel groß ausgefallen, so dass man im Betrieb nicht lange danach suchen muss, und sitzt hoch genug, um ihn bedienen zu können, ohne sich zu bücken. Noch cooler wäre es, wenn diese Funktion direkt am Griff genutzt werden könnte, aber das ist wohl noch Zukunftsmusik. Ansonsten gibt es Anwenderseitig lediglich noch einen Wechselschalter an der Bodenbürste, der den Einlass vorne für grobe Schmutzpartikel vergrößert oder für sehr feinen Staub verengt.

Mehr muss man in Sachen Bedienung nicht wissen. Keine aufgeblähten Apps, keine unnötig komplizierten Mode-Features, die man ohnehin nicht nutzt – wenn man bedenkt, wie verspielt einige Geräte des Herstellers in der Vergangenheit noch waren, begrüßen wir den aktuellen Trend zur Simplifizierung sehr. Schade zwar, dass keine Absaugstation mit an Bord ist, aber dann wären wir natürlich auch in ganz anderen Preisklassen unterwegs.
Im Alltag erweisen sich die 200 AW Saugstärke als verlässliche Größe bei der Putzroutine. Schon im Eco-Modus landen auch grobe Brocken Katzenfutter in der Schmutzkammer, die ja ansonsten gerne mal im Rohr oder in der Bürste verbleiben und beim Ausschalten des Saugers wieder herausfallen. Das Problem hatten wir hier nicht.
Generell vermeidet das Gerät als eine Art Best of der langjährigen Expertise im Hause Tineco viele Ärgernisse, die mit anderen Saugern oft einhergehen. Sehr gern gesehen ist da etwa das enorm nützliche ZeroTangle-Design, welches effektiv das Verheddern von Haaren um die Bürste verhindert. Auch schön ist, dass man die Bodenbürste nicht wechseln muss, da diese V-förmige Borsten für die Reinigung von Teppichen und feine weiche Borsten vereint, die auf Hartböden laut Hersteller für eine um 44 Prozent verbesserte Reinigungsleistung in Fugen und Spalten sorgen.

In der Praxis lässt es sich damit unkompliziert und bequem arbeiten, zumal weitere praktische Funktionen das Leben enorm vereinfachen. Zuvorderst natürlich das faltbare Rohr, dank dem man problemlos unter Möbel kommt, ohne sich bücken zu müssen. Das fühlt sich anfangs noch etwas ungewohnt an, alsbald will man darauf aber nicht mehr verzichten. Wer es klassisch mag, kann den Sauger immer noch flach auf den Boden legen, ohne dass die Bürste abhebt.
Ergänzt wird der Funktionsumfang um DustSense und EdgeSense. Das DustSense-Feature ergänzt den altbewährten iLoop-Sensor und analysiert, mit welcher Staubmenge man es gerade zu tun hat, um die Saugleistung im Auto-Modus entsprechend anzupassen. Ob alles sauber ist, erkennt man am umlaufenden Sensorring auf dem LED-Screen, der auch den Akkustand anzeigt.

EdgeSense analysiert die Umgebung in Echtzeit und erkennt, ob man sich einer Kante nähert. Die beidseitig verbauten Sensoren reagieren ab einer Distanz von wenigen Zentimetern auf Wände und fahren die Saugleistung entsprechend hoch – erstaunlicherweise selbst noch im Max-Modus. Kleine Lämpchen am Saugkopf und ein Hinweis im Display zeigen an, wann das System aktiv ist.
Diese Hinweise sind genau genommen aber nur Spielerei. EdgeSense greift nämlich unabhängig vom Modus ohnehin automatisch und sorgt dafür, dass der S70 in jedem Szenario effektiv über die gesamte Breite des Saugkopfes hinweg saugt. Das ist sehr bequem und das Ergebnis spricht für sich.
Als brutal ehrlich erweist sich der verbesserte 150-Grad-Weitwinkelscheinwerfer, der schonungslos das Schmutzchaos unter Möbeln offenbart. Das grüne Licht macht die Funktion aber auch in hellen Bereichen effektiv, welches selbst Staubkörner von einer Größe bis zu 0,02 mm entlarvt.

Dank des Zubehörs beschränkt sich der Pure One S70 aber nicht nur auf die Bodenreinigung und hat sich auch bei Polstermöbeln und sogar Vorhängen bewährt. Im Zuge unserer Putzroutine erwies sich der Akku-Sauger in jeder Situation als sehr flexibel, sodass in Sachen Lieferumfang kaum Wünsche offenbleiben. Gern gesehen hätten wir höchstens einen zweiten Akku, um bei Bedarf schnell wechseln zu können.
Doch auch das ist mit Blick auf eine Akkulaufzeit von bis zu 95 Minuten zu verschmerzen. Diese ist zwar nur dann anzusetzen, wenn man im Eco-Modus und mit nicht-motorisiertem Zubehör unterwegs ist. Mit aufgesteckter 3DSense Pro Brush – also der Bodenbürste mit all ihren Features – verbleiben aber immer noch etwa 65 Minuten, was selbst große Haushalte goutiert.

Wechselt man in den Automatikmodus, schwankt die Akkulaufzeit je nach Beanspruchung hinsichtlich des Schmutzgrades. Vielsagender ist daher das Szenario „Max-Modus + 3DSense Pro Brush“ als größter Stromfresser. Und selbst unter dieser Volllast stehen nahezu 20 Minuten Laufzeit auf der Uhr. Das ist schon stattlich. Voll geladen ist das Gerät in vier Stunden.
Macht uns der Pure One S70 damit vollumfänglich glücklich? Fast, denn ein Manko gibt es: Leider kann man den Akku-Sauger nicht vertikal abstellen, ohne dass dieser umkippt. Da hat die Konkurrenz ausnahmsweise einmal die Nase vorne. Aber vielleicht kommt eine solche Funktion ja mit der nächsten Serie. Und die wird, so wie wir Tineco kennen, sicherlich nicht lange auf sich warten lassen.

Der Pure One S70 präsentiert sich als ebenso leistungsstarker wie vielseitiger Akkustaubsauger, der lange durchhält, ordentlich zupackt und dabei sowohl auf Hartböden als auch auf Teppichen überzeugt. Mit bis zu 200 AW Saugkraft zählt er zu den stärksten Modellen seiner Klasse und kombiniert dies mit einer durchdachten Sensorik, die die Saugleistung automatisch an Verschmutzungsgrad und Kanten anpasst.
Besonders praktisch ist das modulare Design: der abnehmbare Akku, die leicht entnehmbare Staubkammer und das vielseitige Zubehör erleichtern die Reinigung erheblich. Ergänzt wird der Funktionsumfang durch clevere Features wie automatische Schmutz- und Kantenerkennung sowie einen verbesserten Weitwinkelscheinwerfer, der selbst feinen Staub auf breiter Front sichtbar macht.
Die Bedienung ist intuitiv, das faltbare Rohr erhöht die ohnehin schon große Flexibilität unter Möbeln zusätzlich, das Zubehörpaket deckt alle Reinigungsanforderungen im Alltag ab. Alles in allem erweist sich der Pure One S70 damit als gut durchdachtes System, das Leistung, Smarts und Benutzerfreundlichkeit unter einen Hut bringt und sowohl im Alltag als auch bei anspruchsvolleren Aufgaben überzeugt.
Den Tineco Pure One S70 bekommt ihr für 499 Euro auf der Webseite des Herstellers oder auch hier auf Amazon
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