Es gab Zeiten, da war das Anschließen und vor allem die Bedienung einer potenten Soundanlage fast schon eine Wissenschaft. Der Autor dieser Zeilen erinnert sich noch an Fernbedienungen mit mehr Knöpfen als in einem Flugzeug-Cockpit. Heutzutage ist die Lage glücklicherweise deutlich aufgeräumter.

Eines der besten Beispiele ist dafür Teufels Cinebar 11, die der Soundprofi aus Berlin nun abermals neu aufgelegt hat. Stichwort: Dolby Atmos.

Seit Jahren schon führt Teufel die Soundbar im Sortiment, die dort zu den beliebtesten Produkten überhaupt gehört. Und nun wird der Fan-Liebling noch etwas besser, denn das Update fügt dem Surround-Sound eine weitere Dimension hinzu. Zumindest virtuell, denn rein technisch sind bei der neuen Soundbar keine Upfiring-Lautsprecher verbaut.

Auf der Haben-Seite stehen dafür sechs 44-mm-Mitteltöner und zwei 20-mm-Hochtöner mit acht Endstufen in einem 2-Wege-System, die auf erstaunlich kompaktem Raum für den guten Ton sorgen. Damit es in den unteren Bereichen auch richtig scheppert, erweitert der ebenfalls verblüffend schlanke 60-Watt-T 6 Subwoofer die Soundbar zu einem 2.1-System – und das großartigerweise via Funk.

Es müssen also keine zusätzlichen Kabel verlegt werden, um den Tieftöner mit dem Klangriegel zu verbinden. Gleiches gilt für die optional erhältlichen Funk-Rears, die man für echten Surround-Sound dazukaufen kann. Ohne wird auch dieser auf Knopfdruck softwareseitig erzeugt. Darüber hinaus ist die Soundbar mit Bluetooth 5.3 ausgestattet, unterstützt dabei auch den AAC-Codec und erlaubt dank zwei HDMI-Anschlüssen 4K Passthrough und via AUX-Buchse den dieser Tage leider viel zu häufig verschmähten Anschluss externer Geräte.

Ausstattung und Design

Gönnt ihr euch das 2.1-Set für aktuell 449,99 Euro, erhaltet ihr die Cinebar 11 mit der dazugehörigen Fernbedienung. Batterien liegen praktischerweise bei. Den Lieferumfang komplettieren der übliche Papierkram, das externe Netzteil sowie das Stromkabel zum Anschluss an die Soundbar. Das Paket mit dem Subwoofer enthält neben dem eigentlichen Gerät darüber hinaus auch noch ein Set mit Gummifüßen, die man ganz im Sinne der flexiblen Aufstellungsmöglichkeiten für die vertikale oder horizontale Nutzung nach eigenem Gusto aufklebt.

Die Cinebar 11 Mk4 misst in der Breite 94,8 cm, in der Höhe 6 cm und in der Tiefe 8,3 cm und fällt damit kompakter aus, als man es mit Blick auf die Spezifikationen erwarten sollte. Das Gewicht beträgt dann auch gerade einmal 2,34 Kilo. Die komplette Front wird von einem edel wirkenden, engmaschigen Metallgitter eingefasst, hinter welchem sich an den Seiten die in einen schicken Chromrand eingefassten kreisrunden Lautsprecher abzeichnen. In der Mitte befindet sich zudem noch ein gut ablesbares und dimmbares VFD-Display.

Genau darüber hat Teufel auf der Oberseite ein Touch-Panel für rudimentäre Eingaben verbaut. Hier schalten wir das Gerät auch ohne Fernbedienung ein und aus, wechseln die Audioquelle, justieren die Lautstärke oder pausieren beziehungsweise starten Musik.

Auf der Rückseite freuen wir uns zunächst einmal darüber, dass wir die Cinebar 11 dank entsprechender Befestigungslöcher und im Torso direkt eingelassener Abstandshalter auch ohne teures Zubehör an die Wand bringen können. Neben der Buchse für das Stromkabel und einem optischen Digitalausgang finden sich in der rückseitigen Bucht zudem noch die zwei HDMI-Anschlüsse mit HDR10-, Dolby-Vision- und 3D-Support. Während der untere als Videoeingang fungiert, ist der obere eARC-kompatibel und dient damit dem Anschluss an das TV-Gerät. Zwei schmale Gummifüße sorgen zudem für einen kratzfreien Stand.

Der Funk-Subwoofer kommt in den Maßen 12 × 42 × 42 cm daher und fällt damit bei einem Gewicht von 7,66 Kilo so schmal aus, dass man ihn auch problemlos unter einer Couch positionieren kann. Das Design gibt sich vornehm zurückhaltend und beschränkt sich neben der Stoffabdeckung für das 6,5-Zoll-Tieftonchassis auf ein glänzendes Firmenlogo an der Oberseite. Schade eigentlich, dass es sich für den liegenden Betrieb nicht drehen lässt, aber hier wühlen wir gerade zugegebenermaßen arg tief in der Kritikkiste.

Sämtliche Bedienelemente befinden sich auf der Rückseite des Geräts. Neben der mehrfarbigen Statusleuchte befindet sich der Pairing-Button, darunter praktischerweise auch gleich eine knappe Anleitung für den Vorgang. Haben wir so auch noch nicht gesehen.

Ein weiterer Schieberegler erlaubt uns eine rasche akustische Anpassung an die Aufstellungsarten „Freistehend“, „Ecke“ oder „Darunter“. Die Basslautstärke justieren wir mit einem Drehregler stufenlos zwischen -10 dB und +10 dB.

Anschluss und Bedienung

Die Inbetriebnahme der Teufel Cinebar 11 gestaltet sich angenehm unkompliziert, was vielleicht auch daran liegen mag, dass das System auf sämtliche Netzwerk- oder App-Sperenzchen verzichtet. Einfach per HDMI mit dem TV verbinden – wenn an diesem vorhanden, idealerweise über einen eARC-Anschluss –, Stromkabel rein und schon kann es nach dem Auswählen der Sprache mit einem gut gelaunten „Bereit zum Aufdrehen“ auch schon losgehen.

Klemmen wir den Subwoofer das erste Mal an, geht dieser zudem direkt in den Pairing-Modus und stellt eine Verbindung zu seiner Soundbar her, an welcher wir den Tieftöner lediglich noch im aufgeräumten Menü aktivieren müssen. Dieses bedienen wir mittels Fernbedienung und dem Display und haben damit Zugang zu den Klangoptionen und weiteren Einstellungen.

Wir wählen etwa zwischen den drei Soundmodi „Normal“, „Sprache“ und „Nacht“, schalten den virtuellen Raumklang dazu, legen den Hörabstand oder die Lautstärke der jeweiligen Geräte fest und aktivieren einen Testton. Das alles ist schnell begriffen, sehr übersichtlich und kommt ohne unnötigen Setup-Ballast aus.

Noch einfacher macht es uns die Fernbedienung, mit der wir den gewünschten Soundmodus auch ohne den Umweg über das Menü direkt ansteuern können. Ferner lassen sich damit auch das Display dimmen und die Quellen anwählen. Sogar der virtuelle Surround-Sound hat eine eigene Taste spendiert bekommen. Auch kann man Bass und Hochtöner separat justieren oder natürlich das gesamte System hochdrehen. Letzteres ist im Falle einer HDMI-CEC-Verbindung mit dem TV-Gerät auch mit dessen Fernbedienung möglich.

In Sachen Konnektivität läuft es nun eigentlich so, dass man die Soundbar einfach via Audio Return Channel verbindet und alle anderen Zuspielgeräte direkt an das TV-Gerät hängt. Die (e)ARC-Funktionalität leitet den jeweiligen Sound dann automatisch an den Klangriegel weiter. Alternativ kann das Videosignal aber auch dank des zweiten Video-In-HDMI-Anschlusses durch die Soundbar geschleift werden. Das ist dann von Vorteil, wenn man Probleme mit einer ungenauen Signalübertragung von Bild und Ton hat und das gesprochene Wort nicht genau auf die Lippenbewegungen passt.

So geschehen wie in unserem Testsetup mit einem Sky-Q-Receiver, der über den Umweg über den Fernseher einfach nicht lippensynchron zu bekommen war. Zwar haben alle angeschlossenen Geräte entsprechende Einstellungen parat, die arbeiten naturgemäß aber nur in eine Richtung: Sie verspäten den Ton, was in unserem Fall das Phänomen verschlimmerte. Der Soundbar kann man das kaum ankreiden, wohl eher den veralteten technischen Standards des Receivers. Denn kaum haben wir das Signal durch die Soundbar geleitet, waren alle Sorgen vergessen. Da hat Teufel mit dem zweiten Anschluss gut mitgedacht.

Klang bei Film und Musik

Einer der vielen Vorteile der Cinebar 11 ist, dass sie nicht nur Dolby Atmos, Dolby Digital und DTS unterstützt, sondern auch eingespielten Sound ohne entsprechende Mehrkanal-Unterstützung zu einem virtuellen Raumklang aufbläht – so zum Beispiel das gängige TV-Programm. Immerhin baut man eine solche Soundbar ja nicht nur für einen Kinoabend auf. Nun ist der Effekt natürlich nicht so eindrucksvoll wie im Falle akustisch entsprechend hochwertig aufgestellter Blu-rays oder auch Konsolenspiele, der Zugewinn an Klangvolumen ist allerdings beachtlich. Es wirkt fast ein wenig so, als werde der gesamte Raum etwas größer.

Generell wird direkt nach der Inbetriebnahme deutlich, über wie viel Wumms dieser kleine, unscheinbar anmutende Soundriegel verfügt. Schon die halbe Lautstärke hat uns vorsichtshalber zurückweichen lassen und zu unserer Schande müssen wir gestehen, dass wir uns mit Blick auf unser Umfeld nicht getraut haben, die Cinebar 11 voll aufzudrehen. Und dann wäre da ja noch der dynamische Bass, der schon bei wenigen Dezibel klar zu verstehen gibt, was möglich ist, wenn man diesen schlafenden Bären vollends aufweckt. Wir erwarten von Teufel zurecht stets viel, die Power dieses Systems hat uns allerdings staunen lassen.

Nun haben wir alles andere als optimale räumliche Bedingungen für unseren Test zugrunde gelegt, aber da der Surround-Sound ohnehin virtuell erzeugt wird, sollten auch Deckenbalken kein Problem sein, welche die für Atmos zuständigen Upfiring-Speaker üblicherweise im Weg sind. Vermutlich ist es auch dieser Tatsache geschuldet, dass die Cinebar 11 über kein akustisches Einmesssystem verfügt.

Und so baut sich dann auch beim Zuspielen entsprechender Inhalte eine beeindruckende Klangkulisse um uns herum auf, die fraglos nicht mit einem analogen 7.1-System mithalten kann, die akustische Effekte dann aber doch verblüffend genau um uns herum oder eben auch über uns platziert.

Gedankenspiel: Stellt euch vor, ihr steht vor einer Tür zu einem belebten Raum – einem Club womöglich. Und nun macht im Geiste einen Schritt durch die Tür hindurch. Diesen Wechsel in der Akustik erlebt man bei entsprechend ausgestatteten Dolby- oder DTS-Inhalten mit der Cinebar 11 – und das rein virtuell, wohlgemerkt. Wir waren abermals erstaunt.

Und ja: Das Ganze kommt natürlich auch dem Musikgenuss zugute. Via Bluetooth eingespielte Songs werden von der Soundbar genreübergreifend wunderbar treffsicher interpretiert. Saubere und klare Höhen, stabile und präzise Mitten und dazu das einerseits stabile und andererseits kräftig bebende Tiefenfundament sorgen auch bei hohen Lautstärken für ein enorm befriedigendes und voluminöses Gesamtbild. Einen Equalizer haben wir von daher auch nicht wirklich vermisst. Ein solcher hätte dem System aber ohnehin nicht gut zu Gesicht gestanden, das fetten Raumklang ganz ohne affektierten Schnickschnack auf möglichst benutzerfreundliche Art zugänglich machen will – was der Teufel Cinebar 11 Mk4 mit großem Erfolg gelingt.

Fazit:

Um es direkt auf den Punkt zu bringen: Es ist erstaunlich, wie viel Kraft in einem derart kompakten System steckt. Mit seinen schlanken Maßen ist die aufgebohrte Neuauflage von Teufels erfolgreichster Soundbar nebst kabellosem Funk-Subwoofer enorm flexibel einsetzbar, ohne dazu akustische Kompromisse eingehen zu müssen.

Das gesamte System der Cinebar 11 Mk4 erweist sich als gut durchdacht, vorbildlich benutzerfreundlich und angenehm aufgeräumt. Entsprechend einfach gestaltet sich auch die Einrichtung. Ganz ohne unnötigen Ballast oder Kabelsalat führt der Weg direkt in Richtung fettem Sound.

Der Raumklang – nun auch mit Dolby Atmos – wird im 2.1-Setup zwar nur virtuell erzeugt, erweist sich aber als verblüffend präzise und verleiht auch eigentlich nicht dafür ausgelegten Tonspuren ein beachtliches Klangvolumen. Richtig lustig wird es aber erst, wenn man echte Dolby-Atmos-Inhalte durch die Teufel-Soundbar jagt und vollumfänglich ins Geschehen gebeamt wird.

Auch über Bluetooth oder den lobenswerten AUX-Anschluss zugespielte Inhalte profitieren von der effektiven Technik, die miauende Katzen zu brüllenden Löwen aufzublähen vermag. Überlegt euch gut, ob ihr dieses Muskelpaket voll aufdreht!

Nicht viel überlegen muss man hingegen in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis: Eine derart potente Technik und hohe Verarbeitungsqualität ist in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich. Und schick ist die Cinebar 11 Mk4 dazu auch noch. Klare Kaufempfehlung also!

Die Teufel Cinebar 11 Mk4 ist im 2.1-Set mit T 6 Funk-Subwoofer für 449,99 Euro in den Farben Weiß und Schwarz auf der Webseite des Herstellers oder auch hier auf Amazon erhältlich. Das Cinebar 11 4.1-Set mit zwei zusätzlichen Funk-Rears für echten Surround-Sound gibt es für 749,99 Euro.