Projektoren haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Wo früher klobige Geräte mit austauschbaren – und sehr teuren – Lampen dominierten, stehen heute zunehmend kompakte Systeme mit langlebiger Laser- oder LED-Technik. Gleichzeitig wächst der Anspruch an Flexibilität: Streaming ohne Zusatzgeräte, automatische Bildanpassung, möglichst wenig Aufwand.

Der Nebula Capsule 3 Laser setzt genau hier an und geht noch einen Schritt weiter. Denn statt ein Wohnzimmer dauerhaft in ein Heimkino zu verwandeln, will er das große Bild mobil machen. Schnell aufgestellt, automatisch justiert, unabhängig von festen Installationen.

Ob dieses Konzept mehr ist als ein technischer Gimmick, klärt unser ausführlicher Praxistest.

Überblick

Mit Abmessungen von 83 x 83 x 170 Millimetern und einem Gewicht von rund 950 Gramm gehört der Capsule 3 Laser zu den kompaktesten Full-HD-Projektoren mit Laser-Lichtquelle am Markt. Das zylindrische Gehäuse erinnert eher an einen tragbaren Lautsprecher als an klassische Heimkinotechnik – und genau darin liegt das Konzept.

Mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln stemmt das Gerät Bildgrößen von bis zu 120 Zoll Diagonale. Realistisch hängt die nutzbare Größe natürlich stark vom Umgebungslicht ab – technisch möglich ist sie jedoch.

Wichtig außerdem: Anders als viele klassische Projektoren versteht sich die Capsule 3 Laser als eigenständiges „All-inclusive“-System. Android 11 mit Google-TV-Oberfläche ist vorinstalliert, Streaming-Dienste lassen sich direkt nutzen. HDMI, USB-C, Bluetooth und WLAN sorgen für Konnektivität. Ein integrierter Akku mit 52 Wh Kapazität ermöglicht zudem den netzunabhängigen Betrieb.

Ausstattung & Design

Spätestens beim ersten Herausnehmen aus der Verpackung wird klar, worauf Nebula mit der Capsule 3 Laser hinauswill. Unwissende Beobachter hielten das Gerät tatsächlich für eine Bluetooth-Box – die Überraschung nach der Aufklärung war entsprechend groß. Das Gerät ist im Durchmesser kaum größer als eine Getränkedose. Ein Laser-Projektor in diesem Format ist nach wie vor keine Selbstverständlichkeit.

Das Gehäuse besteht überwiegend aus perforiertem Metall und wirkt stabil und sehr wertig verarbeitet. Nichts klappert, nichts wirkt billig oder erinnert an Kunststoff-Spielzeug. Die rote Einfassung der Linse setzt einen eleganten technischen Akzent, unten ziert ein Relief-Schriftzug das ansonsten pragmatisch designte Gerät.

Unterhalb der Linse sitzt die Sensorik für Autofokus und automatische Trapezkorrektur. Diese arbeitet kamerabasiert, erkennt weitestgehend automatisch die Projektionsfläche und reagiert dabei sogar auf Hindernisse – ein sehr cooler Effekt, den wir schon von anderen Projektoren aus dem Hause kennen.

An der Rückseite befinden sich ein HDMI-2.1-Eingang und ein USB-C-Port für externe Zuspieler; letzterer dient außerdem der Stromversorgung. Komplettiert wird der Anschlussreigen von einem AUX-Ausgang für kabelgebundene Lautsprecher oder Kopfhörer.

Mittig an der Rückseite sitzen Power-Button und Bluetooth-Taste. Die Oberseite ist außerdem mit berührungsempfindlichen Bedienelementen ausgestattet. Hier lassen sich Navigation, Auswahl und Lautstärke direkt am Gerät steuern. In der Praxis kann man den Capsule 3 Laser somit vollständig ohne Fernbedienung oder App bedienen, was besonders im mobilen Einsatz sinnvoll ist.

Die Unterseite ist gummiert und verfügt über ein ¼-Zoll-Gewinde, um den Projektor fest und sicher auf ein Stativ zu schrauben.

Schade: Eine Linsenkappe oder Transporttasche spendiert uns der Hersteller nicht. Für ein Gerät, das gerne unterwegs ist, wäre ein zusätzlicher Schutz sinnvoll gewesen. Auch eine IP-Zertifizierung fehlt – der Outdoor-Einsatz sollte also trocken bleiben.

Technik & Features

Im Inneren des Capsule 3 Laser arbeitet ein sogenannter DLP-Chip (Digital Light Processing) mit einer nativen Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln. Um es noch einmal deutlich zu machen: Das ist in dieser Größenklasse keineswegs selbstverständlich.

Als Lichtquelle dient ein Laser-Modul mit einer herstellerseitig angegebenen Lebensdauer von bis zu 30.000 Stunden. Selbst bei täglicher Nutzung würde das viele Jahre entsprechen, bevor eine nennenswerte Alterung sichtbar wird.

Die maximale Helligkeit wird mit 300 ANSI-Lumen beziffert. Dieser Wert wirkt auf dem Papier zunächst überschaubar – insbesondere wenn man klassische Heimkino-Projektoren mit 1.500 oder 2.000 ANSI-Lumen dagegenhält – und schränkt den Nutzen des Geräts im praktischen Alltag auf dunkle oder stark abgedunkelte Szenarien ein. Dennoch muss man hier fair bleiben: Für ein akkubetriebenes Gerät dieser Größe sind 300 ANSI-Lumen absolut im Rahmen.

Ein zentrales Komfortmerkmal ist die automatische Trapezkorrektur in vertikaler und horizontaler Richtung sowie der Autofokus. Die Kamera unterhalb der Linse analysiert die Projektionsfläche und justiert das Bild selbstständig. In der Praxis funktioniert das erstaunlich zuverlässig. Nach Positionsänderungen benötigt das System wenige Sekunden, um das Bild neu auszurichten. Gerade im mobilen Einsatz – wenn man nicht jedes Mal manuell nachjustieren möchte – ist das ein echter Mehrwert.

Der integrierte Akku besitzt eine Kapazität von 52 Wh. Offiziell gibt Nebula eine maximale Laufzeit von bis zu 2,5 Stunden an – doch das ist erwartungsgemäß nur im Eco-Modus mit verringerter Leuchtkraft zu erreichen. Bei maximaler Leuchtkraft sind realistisch eher 1,5 bis knapp 2 Stunden möglich. Die vollständige Ladezeit liegt bei rund drei Stunden.

Bei Blockbustern wird es folglich eng. Die Nutzung des USB-C-Anschlusses am Netzteil oder eine leistungsfähige Powerbank löst das Problem. Netterweise spendiert Anker neben einem deutschen USB-C-Netzteil auch eines für amerikanische Steckdosen.

Bedienung und App

Als Nutzeroberfläche kommt beim Capsule 3 Laser Android 11 mit Google-TV-Oberfläche zum Einsatz. Man bekommt hier also kein abgespecktes Eigenbetriebssystem, sondern eine vollwertige Smart-TV-Umgebung. Die Ersteinrichtung läuft erwartbar ab: WLAN auswählen, optional Google-Konto verknüpfen, Apps installieren. Standards wie Netflix, Disney+ und Amazon Prime sind bereits vorinstalliert.

Was allerdings auffällt: Die Reaktionszeit ist etwas holperig. Besonders im Hauptmenü reagiert das System immer mal wieder mit einer spürbaren Verzögerung. Im Streaming-Betrieb läuft der Capsule 3 Laser aber stabil. Filme starten auf den gängigen Streaming-Plattformen zügig, Wiedergaben sind ruckelfrei.

Im Alltag wirkt die Oberfläche vertraut. Streaming-Dienste wie Prime Video, YouTube oder Disney+ lassen sich direkt installieren und starten. Zur Navigation liegt eine Fernbedienung bei. Alternativ bedient man sich der berührungsempfindlichen Tasten an der Oberseite, über die sich Navigation, Auswahl, Lautstärke und Menüführung vollständig steuern lassen. Die Touch-Fläche reagiert zuverlässig, ohne überempfindlich zu sein.

Zusätzlich befindet sich an der Rückseite eine separate Bluetooth-Taste, über die der Projektor schnell in den Lautsprecher-Modus versetzt werden kann. Ein kurzer Druck reicht, um vom Beamer zum Bluetooth-Speaker zu wechseln. Das ist sinnvoll gelöst und unterstreicht den mobilen Charakter des Geräts.

Mit „Nebula Connect“ steht außerdem eine Smartphone-App bereit, die im Wesentlichen als alternative Fernbedienung fungiert. Auch lassen sich damit Texteingaben ausführen; als nützlich erweist sich ferner die integrierte Maussteuerung, mit der sich Cursorbewegungen präziser ausführen lassen als mit dem Steuerkreuz. Systemeinstellungen lassen sich leider nur über das Projektormenü ändern. Dafür lässt sich das Bild eines Android-Smartphones via Chromecast spiegeln, und auch ein paar bewegte Ambient-Szenerien sowie eine Uhrfunktion für die Wand stehen zur Verfügung.

Bild und Sound

Mit 300 ANSI-Lumen ist klar: Der Nebula Capsule 3 Laser ist kein Gerät für helle Wohnzimmer am Nachmittag. In direktem Tageslicht wirkt das Bild flach, Kontraste brechen ein, dunkle Szenen verlieren an Zeichnung. Hier stößt die physikalische Grenze eines akkubetriebenen Mini-Projektors schnell an ihre Limits.

Sobald der Raum jedoch abgedunkelt wird, verändert sich das Bild spürbar. In einer kontrollierten Umgebung wirkt die Projektion deutlich kontrastreicher und homogener. Die native Full-HD-Auflösung zahlt sich hier aus. Konturen erscheinen klar definiert, Schriften bleiben sauber lesbar. Die Farben wirken für diese Geräteklasse angenehm kräftig, ohne künstlich überzogen zu sein.

Bei externer Zuspielung via HDMI ist eine leichte Eingabeverzögerung wahrnehmbar. Im Test mit einer Retro-Konsole blieb das Spielerlebnis jedoch gut kontrollierbar. Für klassische 2D-Titel oder Casual-Gaming reicht die Performance aus. Für schnelle Online-Shooter oder kompetitives Gaming ist der Capsule 3 hingegen nicht die ideale Plattform. Für moderne Konsolen-Setups mit 4K-Ausgabe ist die native Full-HD-Auflösung aber ohnehin nicht mehr zeitgemäß.

Akustisch ist die Capsule 3 Laser mit zwei integrierten 8-Watt-Lautsprechern ausgestattet und liefert damit überraschend gute und saubere Ergebnisse. Dialoge werden klar und verständlich wiedergegeben, der generelle Klang ist warm und präsent, und selbst tieffrequente Effekte finden ihren Platz. Das klingt gerade unterwegs schon recht amtlich, wenn natürlich bauartbedingt nicht die Wucht eines externen Systems erwartet werden darf. Für Serienabende oder Filme in kleineren Räumen reicht die Lautstärke aber problemlos aus.

Und so kommt es dann wohl auch, dass die Option verbaut wurde, das Gerät als reinen Bluetooth-Lautsprecher zu nutzen. Ein kurzer Druck auf die entsprechende Taste versetzt die Capsule 3 Laser in den Audio-Modus. Das Bild kann dabei deaktiviert bleiben. Funktioniert ordentlich, ersetzt aber freilich keinen dedizierten Lautsprecher ähnlicher Größe.

Abschließend wollen wir noch die Lüfterlautstärke positiv hervorheben. Im Betrieb bewegt sich das Geräuschniveau in einem absolut moderaten Bereich. Während des Filmabends tritt der Lüfter akustisch in den Hintergrund, sobald Ton wiedergegeben wird. In sehr leisen Szenen bleibt er wahrnehmbar, aber nicht störend dominant.

Fazit

Der Nebula Capsule 3 Laser erweist sich als technisch erstaunlich dicht gepacktes mobiles System, das in dunkler Umgebung ein erwachsenes Full-HD-Bild erzeugt, Streaming direkt integriert und dabei in ein Gehäuse passt, das kaum größer ist als ein Bluetooth-Speaker.

Damit das funktioniert, mussten die Entwickler ein paar Kompromisse eingehen. Die Helligkeit ist klar auf sehr dunkle Umgebungen ausgelegt, der Akku reicht nur für einen Film und die Systemperformance ist lediglich solide.

Doch das Grundversprechen funktioniert erstaunlich gut: Aufstellen, einschalten, automatisch ausrichten lassen und direkt streamen – ohne externe Box, ohne HDMI-Stick, ohne Installationsaufwand, überall. Genau in diesem Szenario spielt der Mini-Projektor seine Stärke aus. Zudem ist die Kombination aus Laser-Lichtquelle, nativem 1080p, automatischer Bildanpassung und vollumfänglicher Mobilität in dieser Kompaktheit nach wie vor ungewöhnlich.

Unterm Strich ist der Capsule 3 Laser damit kein Alleskönner, sondern ein Spezialist. Wer ein flexibles Kino für unterwegs sucht und überwiegend in dunklen Umgebungen schaut, bekommt ein durchdachtes und hochwertig verarbeitetes Gerät. Wer hingegen dauerhaft ein großes Wohnzimmerbild ersetzen möchte, sollte zu einem lichtstärkeren Modell greifen.

Den Nebula Capsule 3 Laser bekommt ihr für 799 Euro – aktuell rabattiert auf nur noch 559 Euro – auf der Webseite des Herstellers oder auch hier auf Amazon.