Eine aktuelle Analyse des MIT zeigt, dass moderne KI Systeme bereits einen erheblichen Teil des Arbeitsmarkts ersetzen könnten. Mithilfe des Arbeitsmarktsimulationstools Iceberg Index wurden die Interaktionen von rund 151 Millionen Beschäftigten untersucht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass etwa 11,7 Prozent der derzeitigen Tätigkeiten technisch ersetzbar wären. Laut Berechnungen ließen sich damit rund 1,2 Billionen US Dollar an Lohnkosten einsparen.

Technische Berufe weniger betroffen

Der Iceberg Index, der gemeinsam mit dem Oak Ridge National Laboratory entwickelt wurde, zeigt Veränderungen bis auf die Ebene einzelner Postleitzahlen. Entscheider können damit analysieren, wie sich KI in sehr unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen auswirkt. Auffällig ist, dass klassische Technikberufe nur einen geringen Teil des potenziellen Einsparvolumens ausmachen. Lediglich 2,2 Prozent der betrachteten Löhne entfallen auf Tätigkeiten im Bereich Technologie sowie Computer und Informationstechnik. Die weitaus größeren Effekte ergeben sich laut Simulation bei Routineaufgaben in Personalwesen, Finanzverwaltung, Logistik und Büroorganisation. Diese Tätigkeiten bieten viele strukturierte Aufgaben, die aktuelle KI Modelle bereits zuverlässig bewältigen können.

Betroffene Regionen

Die Auswertung widerspricht der verbreiteten Annahme, KI-Risiken konzentrierten sich vor allem auf Küstenregionen mit hoher Technologiedichte. Stattdessen zeigt das Modell, dass gefährdete Berufe in sämtlichen Bundesstaaten verbreitet sind, einschließlich ländlicher und wirtschaftlich weniger diverser Regionen. Die Forschenden betonen, dass der Iceberg Index keine Prognose über tatsächliche Arbeitsplatzverluste liefert. Vielmehr handelt es sich um eine Momentaufnahme dessen, was KI Systeme heute leisten können. Für politische Strategien gewinnt dies dennoch an Bedeutung, da sich abzeichnet, dass regionale Förderprogramme, Umschulungen und Weiterbildungsinitiativen breiter angelegt werden müssen, als bislang angenommen.

Ob die Zahlen in Deutschland vergleichbar wären, ist fraglich. Allerdings dürfte Künstliche Intelligenz auch hierzulande für Unruhen am Arbeitsmarkt sorgen.

Quelle: golem.de