Mit dem Nova 3 Wireless bekommt die erfolgreiche Arctis-Reihe aus dem Hause SteelSeries Nachwuchs. Das neue Gaming-Headset vereint viele Funktionen seiner größeren Brüder und kommt sogar mit einigen Verbesserungen daher – und das alles zu einem auffällig schlanken Preis.
In die Preisregionen des Arctis Nova 3 Wireless kommen bei SteelSeries ansonsten nur die kabelgebundenen Familienmitglieder. Faire 109,99 Euro werden für das neue Headset fällig, und wir hatten im Test nicht den Eindruck, dass der Hersteller dafür an Features gespart hat. Ganz im Gegenteil bekommen nun auch Nutzer mit schmalerem Portemonnaie Zugriff auf Funktionen, die zuvor nur deutlich teurer zu haben waren.

Mit Blick auf das Gesamtsortiment orientiert sich das Arctis Nova 3 Wireless sowohl optisch als auch technisch vor allem an dem Arctis Nova 5, welches auf der Webseite des Herstellers für aktuell 149,99 Euro zu haben ist. Die größten Unterschiede sind, dass die 5er-Version über einen stärkeren Akku und ein einziehbares Mikrofon verfügt.
Der etwas kleinere Akku ist es dann wohl auch, der den Preis beim 3er drückt, denn das nun abnehmbare Mikrofon ist nicht unbedingt ein Nachteil. Und was den Dongle betrifft, schneidet das 3er sogar besser ab, da SteelSeries hier das L-Design der Arctis Gamebuds kopiert, welches dafür sorgt, dass wichtige Anschlüsse nicht verdeckt werden. Ach ja: Und ein paar neue schöne Farbvarianten gibt es mit Aqua und Lavendel ebenfalls.

Gemein haben beide Gaming-Headsets die Anbindung an die Arctis-Begleit-App, über die eine stetig wachsende Zahl an Presets zugänglich ist, die speziell auf ihr jeweiliges Spiel abgestimmt sind. Die Liste umfasst mittlerweile über 200 Einträge und umfasst populäre Titel wie „Call of Duty“, „Monster Hunter“ oder „Rocket League“. Aber auch kleinere Games wie „South of Midnight“ oder „Sifu“ haben hier ihren Platz. Darüber hinaus finden sich weitere Presets speziell für die Musikwiedergabe.
Praktisch ist dabei natürlich, dass die App via Smartphone mobil zur Verfügung steht. Hier hat das Arctis Nova 3 Wireless sogar dem Premium-Headset Arctis Nova Pro etwas voraus. Für eigene Presets muss man dann aber doch an den PC, wo die mächtige hauseigene GG-Software zur Verfügung steht. Das ist zwar ein kleiner Umweg, mit Blick auf die breite Konnektivität ist das Nova 3 aber ohnehin ein recht umtriebiger Bursche.

Die in unserem Fall getestete 3X-Version ist zwar ausdrücklich für die Verwendung an einer Xbox designt, kann aber ohne weiteres auch an eine PS5, den PC oder Mac, Handhelds, die Switch oder inzwischen auch die Switch 2 angeklemmt werden. Möglich macht dies ein beigelegter Adapter, der den USB-C-Dongle für die 2,4-GHz-Funkverbindung kompatibel mit dem guten alten USB-A-Anschluss macht – praktisch also nicht nur für die Xbox, sondern auch für ältere PCs.
Da bei der dedizierten Playstation-Version (3P) der Adapter fehlt, ist die 3X-Ausführung für Multigamer insgesamt die bessere Wahl – zumal die Xbox-Version auch an der Playstation ihren Dienst tut, die PlayStation-Version jedoch nicht an der Xbox. Wer jedoch ausschließlich auf Sony-Konsolen unterwegs ist und Wert auf akustische Details legt, ist mit dem 3P sicherlich besser beraten, da nur hier die vollumfängliche Nutzung von Sonys 3D-Audio-Software gewährleistet ist.

Zwar konnten wir das ohne ein 3P-Headset nicht im Detail testen, sehr wohl aber attestieren, dass das 3X auf der Sony-Konsole auch so bestens und ohne Probleme funktioniert. Zwar entfällt dabei das Feature zum Verschieben des Lautstärke-Fokus zwischen Game- und Chat-Sound direkt am Headset, aber das ist man von Dritthersteller-Headsets an der PlayStation ja schon gewohnt.
Ach, und bevor wir es vergessen: Das Arctis Nova 3X und 3P verfügen zusätzlich über eine 5.3-Bluetooth-Anbindung, dank der man seine mobilen Geräte verbinden kann. Ein paralleler Audiostream zur Funkverbindung ist zwar nicht möglich, dafür kann man aber mit nur einem Knopfdruck jederzeit zwischen den Verbindungsarten wechseln. Sehr praktisch, wenn mal ein Anruf kommt.

Der Lieferumfang des Arctis Nova 3X Wireless umfasst das Headset selbst, das abnehmbare und mit einem Popschutz ausgestattete Mikrofon, den Funk-Dongle nebst besagtem USB-A-Adapter, ein mit 25 cm Länge recht knapp bemessenes USB-C-auf-USB-C-Ladekabel sowie den üblichen Papierkram.
Das Arctis Nova 3 ähnelt dem Nova 5 frappierend und besteht aus robustem und gleichzeitig leichtem Kunststoff. Unter dem Bügel sorgt ein elastisches Textilband für bequemen Sitz und eine bessere Gewichtsverteilung, so dass man das mit lediglich 260 Gramm ohnehin schon sehr leichte Headset auf dem Kopf kaum noch spürt. Zur Größenanpassung lassen sich die Gondeln um gut 3,5 cm aus dem Bügel ziehen. Außerdem kann man das Kopfband über die Klemmnoppen in mehreren Stufen verstellen.

Die Ohrmuscheln sind mit Memory-Schaum gepolstert und zusätzlich mit einem atmungsaktiven AirWeave-Stoff bezogen, der Feuchtigkeit ableitet und die Ohren im Gegensatz zu Kunstlederüberzügen deutlich kühler hält. Zwar gibt es Abzüge in Sachen passiver Geräuschunterdrückung, dafür fühlt sich Stoff auf Dauer einfach angenehmer auf der Haut an. Da auch der Anpressdruck für unser Empfinden optimal ist, sitzt das Arctis Nova 3X Wireless außerordentlich bequem.
Sämtliche Bedienelemente sitzen hinten an der linken Ohrmuschel. Direkt unter dem Bügelgelenk dient ein Druckschalter exklusiv der Stummschaltung. Bei aktiviertem Mikro ist der Schalter versenkt und bündig, ist das Muting aktiv, befindet sich der Button in erhobener Position. Eine Etage tiefer sitzt das stufenlose Drehrad für die Lautstärke, das gleichzeitig auch als Multifunktionstaste fungiert.

Hält man das Rad zwei Sekunden gedrückt, wechselt man zum Chatmix, auf die gleiche Art und Weise geht es wieder zurück zur allgemeinen Lautstärke. Zieht man sich über Bluetooth Audioinhalte via Smartphone und Co. rein, kann man über einen Knopfdruck die Wiedergabe starten oder pausieren, zwei Drücker wechseln zum nächsten Track, drei führen einen zurück.
Auch Anrufe nehmen wir über einen Druck auf das Drehrad an und legen gleichermaßen auf. Kommt ein Anruf rein, wechselt das 3X übrigens automatisch auf Bluetooth und kehrt nach Beendigung zurück in den 2,4-GHz-Modus. Wollen wir selbst wechseln, genügt ein kurzer Druck auf die kreisrund illuminierte Powertaste. Neben der entsprechenden LED-Farbe informiert eine freundliche Frauenstimme über den jeweils aktiven Modus. Durch langes Drücken schalten wir das Headset aus und wieder ein.

Ganz unten an der linken Ohrmuschel befindet sich die USB-C-Ladebuchse für den Akku. Bei aktiver 2,4-GHz-Verbindung stehen hier maximal 30 Stunden auf der Uhr, mit Bluetooth sind es sogar 40 Stunden. Dank der Schnellladefunktion lassen sich in nur 15 Minuten ganze 9 Stunden Wiedergabezeit in das Gerät pumpen.
Bliebe noch das ClearCast Gen 2.X-Bügelmikrofon, das mit einer 3,5-mm-Klinke eingesteckt wird. Die entsprechende Buchse befindet sich in einer passgenauen Bucht im unteren Bereich der linken Ohrmuschel. Der gut neun Zentimeter lange Bügel kann flexibel angepasst werden, neigt SteelSeries-typisch jedoch dazu, stets wieder ein wenig zurückzufedern, was das präzise Positionieren etwas fummelig macht. Dafür kommt es jedoch mit einer bidirektionalen Geräuschunterdrückung daher und erweist sich in Sachen Sprachqualität als äußerst hochwertig.

Um es direkt vorwegzunehmen, hat sich das Arctis Nova 3X Wireless im Zuge unserer Testphase zu einem kleinen Redaktionsliebling entwickelt. Zwar bekommt man hier spürbar kein Premium-Headset, aber die unkomplizierte Bedienung und die breite Konnektivität machen es zu einem echten Tausendsassa im Alltag. Normalerweise haben unsere Headsets einen festen Platz am Gerät, mit dem 3X sind wir hingegen erstaunlich oft unterwegs gewesen.
Dies ist natürlich nicht zuletzt den PC-exklusiven Features geschuldet. Denn nur über das in der GG-Software verortete Engine-Menü haben wir vollumfänglichen Zugriff auf den Equalizer. Ist das Ganze aber erst einmal eingerichtet, finden sich unsere eigenen Presets umgehend in der App wieder und stehen damit auch mobil zur Verfügung. Ansonsten finden sich am PC die gleichen Features wie in der Smartphone-App.

Hier wechseln wir alternativ softwareseitig zwischen Bluetooth und 2,4-GHz-Funk und wählen für jeden Modus ein individuelles Soundpreset. Darüber hinaus justieren wir über einen Schieberegler die Lautstärke des Mikrofons sowie den Mithörton, aktivieren einen Lautstärkebegrenzer und können auf Kosten der Mikrofon-Audioqualität die Reichweite der drahtlosen Verbindung erhöhen. Auch ein Timer zum automatischen Ausschalten des Headsets ist an Bord.
In Sachen Sound wählt SteelSeries ab Werk einen hörbaren Mittelweg, dem es an Dramatik und speziell beim Bass an Druck und Tiefe mangelt. Das Preset „Flat“ ist hier wortwörtlich zu nehmen, bleiben die Frequenzen zunächst doch sehr flach. Allerdings ist dies ja nur der Startpunkt für die enorm umfangreichen akustischen Anpassungsmöglichkeiten, die abermals die Flexibilität des 3X unter Beweis stellen.

Hat man sein Preset erst einmal gefunden, spielen die 40-mm-Neodym-Treiber so selbstbewusst auf, dass kleinere Schwächen vor allem in den verschiedenen Frequenzdetails erst im Vergleich zu höherpreisigen Headsets deutlich werden. Gleiches gilt für die räumliche Wiedergabe beim Orten spezieller Geräuschquellen in Videospielen, die generell gut funktioniert, es jedoch etwas an Präzision und Feinabstimmung missen lässt, wenn es mal etwas wilder wird.
Unterm Strich bekommt man für wenig Geld aber ein sehr angenehmes und dynamisches Klangbild, das auch bei der Musikwiedergabe mit einer luftigen Bühne und großer Spielfreude genreübergreifend zu punkten weiß.
Abschließend noch ein Wort zum ClearCast-Mikrofon, das mit einer sehr ausgewogenen und klaren Stimmwiedergabe viele Sympathiepunkte in unserer Spielgruppe gesammelt hat. Auch hier darf man natürlich nicht die hochpotenten Rauschfilter eines High-End-Geräts erwarten, die Geräuschunterdrückung macht aber dennoch einen auffallend guten Job und schluckt Hintergrundgeräusche in ruhigeren Umgebungen recht effektiv. In der Preisklasse des Arctis Nova 3 gibt es nicht viele Mikros, die das besser machen.

Das Arctis Nova 3 Wireless von SteelSeries bietet ein gut durchdachtes Gesamtpaket für alle, die ein unkompliziertes und hochwertiges Headset zu einem attraktiven Preis suchen. Es kombiniert viele Features der teureren Modelle der Arctis-Reihe, punktet mit umfangreicher Konnektivität, hohem Tragekomfort, einem starken Mikrofon und solider Klangqualität.
Speziell für Gamer, die auf mehreren Systemen unterwegs sind, ist die flexible Nutzung auf verschiedenen Plattformen wie Xbox, PS5 und PC ein echtes Kaufargument. Audiophile Vielspieler profitieren außerdem von der breit aufgestellten Preset-Bibliothek für unterschiedliche Spiele und Musikgenres sowie der Möglichkeit, sehr detaillierte eigene Soundprofile am PC zu erstellen und in die mobile App zu übertragen.
Nimmt man nun auch noch die lange Akkulaufzeit und die benutzerfreundliche Bedienung hinzu, schwingt sich das Arctis Nova 3 Wireless zum klaren Preis-Leistungs-Sieger im Segment der mittelpreisigen Gaming-Headsets auf.
Das SteelSeries Arctis Nova 3 Wireless ist in den Versionen für Xbox (3X) und PlayStation (3P) in den Farbvarianten Schwarz, Weiß, Aqua und Lavendel für 109,99 Euro auf der Webseite des Herstellers oder auch hier auf Amazon erhältlich.
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