Mechanische Gaming-Tastaturen haben sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Während früher vor allem unterschiedliche Switch-Typen im Mittelpunkt standen, rücken inzwischen zunehmend neue Technologien in den Fokus. Magnetische Hall-Effekt-Schalter, individuell einstellbare Auslösepunkte und Funktionen wie Rapid Trigger sollen Eingaben schneller und präziser machen als bei klassischen mechanischen Tastaturen, denn gerade im kompetitiven Gaming entscheiden oft wenige Millisekunden über Sieg oder Niederlage.
Mit der Apex Pro TKL Gen 3 setzt SteelSeries genau auf diesen Ansatz. Die dritte Generation der bekannten Gaming-Tastatur kombiniert weiterentwickelte OmniPoint-Switches mit umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten und richtet sich damit ausdrücklich an Spieler, die maximale Kontrolle über ihre Eingaben suchen.

Übersicht
Im Mittelpunkt der Apex Pro TKL Gen 3 stehen die sogenannten OmniPoint-3.0-Switches. Anders als klassische mechanische Schalter arbeiten sie nicht mit physischen Kontaktpunkten, sondern nutzen Hall-Effekt-Sensoren, um die Position der Taste über ein Magnetfeld zu erfassen. Dadurch wird der Tastenweg kontinuierlich gemessen, statt nur einen festen Auslösepunkt zu registrieren.
Der entscheidende Vorteil dieser Technik liegt in der enormen Anpassbarkeit. Jede einzelne Taste kann individuell konfiguriert werden. Der Auslösepunkt lässt sich dabei zwischen extrem kurzen 0,1 Millimetern und deutlich längeren 4,0 Millimetern einstellen. Spieler können damit etwa die Bewegungstasten besonders sensibel konfigurieren, während andere Tasten bewusst erst bei tieferem Druck reagieren sollen.

Ergänzt wird dieses Konzept durch Funktionen wie Rapid Trigger und Dual Actuation. Rapid Trigger sorgt dafür, dass eine Taste sofort wieder aktiviert werden kann, sobald sie minimal angehoben wird. Das ermöglicht extrem schnelle Mehrfachauslösungen, ohne dass die Taste vollständig losgelassen werden muss. Dual Actuation wiederum erlaubt es, einer Taste zwei unterschiedliche Aktionen zuzuweisen – abhängig davon, wie weit sie gedrückt wird.
Technisch bewegt sich die Apex Pro TKL Gen 3 ansonsten auf dem für moderne Gaming-Keyboards üblichen Niveau. Die Polling-Rate liegt bei bis zu 1.000 Hertz, N-Key-Rollover und Anti-Ghosting gehören ebenfalls zur Ausstattung. Hinzu kommen eine pro Taste steuerbare RGB-Beleuchtung sowie ein kleines OLED-Display, das Informationen direkt auf der Tastatur anzeigen kann.

Design und Ausstattung
Optisch bleibt SteelSeries seiner bekannten Designsprache treu. Die Apex Pro TKL Gen 3 wirkt insgesamt schlicht, hochwertig und funktional. Die Oberseite besteht aus einer stabilen Aluminiumplatte, während die Unterseite aus robustem Kunststoff gefertigt ist. Diese Kombination sorgt im Test für eine sehr solide Bauweise – das Gehäuse wirkt verwindungssteif und robust.
An der Unterseite sitzen ausklappbare, zweistufige Standfüße mit angenehm knackiger Arretierung, über die sich der Neigungswinkel der Tastatur in zwei Höhen einstellen lässt. So lässt sich die Tastatur je nach Sitzposition etwas flacher oder steiler aufstellen. Da die Standfüße selbst nicht gummiert sind, liegt sie jedoch am stabilsten flach auf dem Schreibtisch, wenn alle Auflagen gleichzeitig Kontakt zur Oberfläche haben.

Wie das Kürzel im Namen schon andeutet, handelt es sich bei der hier getesteten Apex Pro um eine Tastatur mit Tenkeyless-Layout (TKL). Soll heißen, sie verzichtet auf einen Nummernblock und fällt dadurch deutlich kompakter aus als klassische Vollformat-Tastaturen. Gerade für Gamer ist das ein praktischer Vorteil, da mehr Platz für Mausbewegungen bleibt und beide Eingabegeräte näher beieinander liegen.
Bei den Tastenkappen setzt SteelSeries auf Double-Shot-PBT-Keycaps. Dieses Material gilt als besonders langlebig und widerstandsfähig gegenüber Glanzbildung. Gleichzeitig sorgt die leicht strukturierte Oberfläche für einen guten Halt beim Tippen, selbst wenn die Hände bei längeren Gaming-Sessions etwas schwitzig werden.

Ein kleines Highlight ist das integrierte OLED-Display in der rechten oberen Ecke des Gehäuses. Es zeigt unter anderem Profilinformationen, Lautstärke oder Systemdaten an und kann sogar eigene Grafiken darstellen. Gesteuert wird es über einen danebenliegenden Drehregler, der gleichzeitig zur Mediensteuerung genutzt werden kann.
Zum Lieferumfang gehört außerdem eine magnetische Handballenauflage. Sie rastet magnetisch an der Unterseite der Tastatur ein und sorgt für eine deutlich entspanntere Handhaltung bei längeren Gaming- oder Schreibsessions, könnte für unseren Geschmack aber gerne etwas fester haften. Hinter einer Gummilasche an der Unterseite verborgen befindet sich zudem ein Werkzeug zum Entfernen der Tastenkappen, um diese beispielsweise zur Reinigung oder zum Austausch unkompliziert abziehen zu können.
Die Verbindung zum PC erfolgt über ein abnehmbares, geflochtenes USB-C-auf-USB-A-Kabel, das mit knapp 220 Zentimetern Länge angenehm großzügig ausfällt.

Bedienung und Features
Das zentrale Merkmal der Apex Pro TKL Gen 3 bleibt die enorme Anpassbarkeit der Switches. Über die SteelSeries-GG-Software lassen sich nicht nur Makros erstellen und Profile verwalten, sondern auch die Auslösepunkte der einzelnen Tasten individuell konfigurieren. Jede Taste kann dabei separat angepasst werden, wodurch sich unterschiedliche Eingabeverhalten für verschiedene Spiele oder Anwendungen definieren lassen.
Gerade im Gaming eröffnet das interessante Möglichkeiten. Wer schnelle Shooter spielt, kann wichtige Bewegungstasten extrem kurz einstellen, sodass Eingaben nahezu unmittelbar registriert werden. Für Schreibarbeiten oder komplexe Tastenkombinationen lässt sich der Auslösepunkt dagegen bewusst tiefer legen, um versehentliche Eingaben zu vermeiden.

Neben klassischen Funktionen wie RGB-Steuerung und Tasten-Neubelegung bietet die Software auch spezielle Gaming-Features. Dazu zählen etwa Rapid Trigger oder Dual Action Keybinds, mit denen sich das Verhalten einzelner Tasten gezielt verändern lässt. Mehrere Profile können direkt im internen Speicher der Tastatur abgelegt werden und stehen damit auch ohne laufende Software zur Verfügung.
Die Bedienung erfolgt dabei entweder über die Software oder direkt über die Tastatur selbst. Das integrierte OLED-Display in Kombination mit dem Drehregler ermöglicht beispielsweise den schnellen Wechsel zwischen Profilen oder das Anpassen von Einstellungen, ohne den Blick vom Spielgeschehen abwenden zu müssen. Wer mag kann über die SteelSeries-GG-Software sogar eigene Bilder oder Animationen auf das Display laden oder auf einem Pixelraster selbst kreativ werden.

Praxistest
Im praktischen Einsatz zeigt sich sofort, dass die Apex Pro TKL Gen 3 klar auf Geschwindigkeit ausgelegt ist. Die OmniPoint-Switches reagieren extrem direkt und vermitteln ein sehr präzises Eingabeverhalten. Bereits nach kurzer Eingewöhnung wirkt das Keyboard ausgesprochen reaktionsfreudig, ohne dabei hektisch oder unkontrolliert zu wirken.
Gerade in schnellen Shootern wird der Vorteil der einstellbaren Auslösepunkte spürbar. Bewegungen lassen sich minimal schneller ausführen, und auch schnelle Richtungswechsel wirken etwas zackiger als bei klassischen mechanischen Tastaturen. Aktiviert man zusätzlich Rapid Trigger, verstärkt sich dieser Effekt noch einmal, da die Taste – wie bereits beschrieben – nicht vollständig losgelassen werden muss, um erneut ausgelöst zu werden – für kompetitive Spieler ein echter Vorteil. Gleichzeitig lässt sich die Empfindlichkeit über die Software jederzeit anpassen, sodass die Apex Pro TKL Gen 3 eine flexible Balance zwischen Geschwindigkeit und Kontrolle erlaubt.

Trotz dieser klaren Gaming-Ausrichtung eignet sich die Tastatur aber auch überraschend gut für längere Schreibarbeiten im Arbeitsalltag. Generell sehen wir bei Office-Anwendungen eher von Gaming-Tastaturen ab. Bei der Apex Pro TKL wirkt der lineare Tastenanschlag allerdings gleichmäßig und angenehm weich. Gleichzeitig fällt das Tippgeräusch vergleichsweise dezent aus und klingt eher dumpf als klackend, wodurch auch längere Texte ohne störende Geräuschkulisse möglich sind.
Im Alltag erweist sich außerdem das kleine OLED-Display als praktisches Zusatzfeature. Es zeigt unter anderem Profilinformationen oder Lautstärke an und lässt sich über den danebenliegenden Drehregler bedienen. Gerade beim schnellen Wechsel zwischen Profilen oder beim Anpassen der Lautstärke gewöhnt man sich sehr schnell an diesen kleinen Luxus, die entsprechenden Einstellungen direkt an der Tastatur vornehmen zu können.
Auch ergonomisch hinterlässt das Keyboard einen positiven Eindruck. Die magnetische Handballenauflage entlastet die Handgelenke spürbar und trägt dazu bei, dass längere Sessions weniger ermüdend wirken. Und wenn sie doch einmal stört, ist sie dank der magnetischen Befestigung schnell abgenommen. In Verbindung mit dem kompakten TKL-Layout lässt sich der Schreibtisch zudem angenehm aufgeräumt und ergonomisch einrichten.

Fazit
Die SteelSeries Apex Pro TKL Gen 3 gehört ohne Zweifel zu den technisch interessantesten Gaming-Tastaturen auf dem Markt. Mit ihren OmniPoint-3.0-Magnetschaltern, individuell einstellbaren Auslösepunkten und Funktionen wie Rapid Trigger richtet sie sich klar an Spieler, die maximale Kontrolle und Reaktionsgeschwindigkeit suchen.
Im Test überzeugt die Tastatur mit einer sehr hochwertigen Verarbeitung, einem präzisen und zugleich angenehm geräuscharmen Tippgefühl sowie einer beeindruckenden Bandbreite an Anpassungsmöglichkeiten über die SteelSeries-GG-Software. Auch das integrierte OLED-Display und die magnetische Handballenauflage tragen zum überzeugenden Gesamteindruck bei.
Der größte Kritikpunkt bleibt letztlich der Preis. Mit rund 200 bis 250 Euro bewegt sich die Apex Pro TKL Gen 3 klar im Premiumsegment. Wer jedoch eine extrem schnelle Gaming-Tastatur sucht und bereit ist, den entsprechenden Aufpreis zu zahlen, erhält hier ein technisch sehr leistungsfähiges, hochgradig anpassbares und zugleich robustes Eingabegerät.
Für Gelegenheitsspieler steckt hier vermutlich sogar mehr Technik drin als nötig – ambitionierten Spielern verschafft die Apex Pro TKL Gen 3 jedoch einen spürbaren Vorsprung in kompetitiven Spielen.
Die SteelSeries Apex Pro TKL Gen 3 bekommt ihr für 249,99 Euro auf der Webseite des Herstellers oder auch hier auf Amazon.
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