Moderner Technik haftet oft eine gewisse Zerbrechlichkeit an. Oder würdet ihr mit eurem neuen Smartphone im strömenden Regen in einer Wüste schwimmen gehen? Zugegeben, ein etwas extremes Beispiel, aber für genau solche Situationen hat Soundcore seinen neuen Bluetooth-Lautsprecher Boom 3i konzipiert.

Als jüngster und zugleich kleinster Spross der beliebten Boom-Serie möchte der 3i ein mobiler Lautsprecher für alle Lebenslagen sein. Mit den Handtaschen-Maßen von 210 x 85 x 78,5 mm entspricht er in etwa der Größe einer kleinen Trinkflasche, ein komfortabel langer Tragegurt ist gleich mit dabei.

Vor allem aber ist der Soundcore Boom 3i dank IP68-Zertifizierung und einer äußerst robusten Bauweise ein echter Fels in der Brandung, wenn es um Umwelteinflüsse geht. Tatsächlich würde der kleine Kerl unter dem eingangs erwähnten Szenario noch seinen Dienst tun.

Robuste Bausweise

Die Kennzeichnung IP68 ist eine international genormte Bezeichnung und benennt in diesem Fall den Schutz des Geräts gegen das Eindringen von Fremdkörpern wie Sand oder Staub und Wasser. Die 6 steht dabei für die Staubdichtigkeit und stellt den höchstmöglichen Schutzwert für diese Kategorie dar. Verbliebene Sandkörner lassen sich nach einem Tag am Strand dank der Vibrationsreinigung zudem mechanisch aus dem Gitter oder von der Membran schütteln.

Die 8 attestiert den Schutz vor eindringendem Wasser, wobei der Hersteller die genauen Bedingungen festlegt. Im Falle des Boom 3i verspricht Soundcore, dass dem Gerät ohne Probleme 30 Minuten in einer Tiefe von 1,5 Metern zuzumuten sind. Man muss sich also keine Sorgen machen, wenn das Teil mal vom Paddleboard fällt – zumal es ohnehin schwimmen kann. Der Clou dabei ist, dass sich der Boom 3i dank cleverer Bauweise im Wasser immer auf den Rücken dreht, sodass der Lautsprecher selbst bei Wellengang noch gut zu hören ist.

Generell scheint sich der Boom 3i am Meer ganz wohl zu fühlen. Salzwasser, -nebel oder Schweiß steckt er jedenfalls gut weg. Soundcore verspricht, dass das Gerät bis zu zwei Jahre korrosionsfrei bleibt, wobei „bis zu“ natürlich eine recht dehnbare Aussage ist.

Das robuste Gehäuse lässt indes keinen Zweifel daran, dass die Box auch brutale Stürze mit einem Achselzucken wegsteckt – laut Hersteller sogar aus einem Meter Höhe auf Beton. Um ehrlich zu sein, hat es unsere zerbrechliche Technik-Seele nicht übers Herz gebracht, dieses Extrem auf die Probe zu stellen. Wir haben den Burschen aber trotzdem sehr viel häufiger fallen lassen, als es für die meisten Boxen gesund wäre – und siehe da: kein Kratzer.

Wir konstatieren: Der Soundcore Boom 3i hat fraglos eine harte Schale. Ein Blick auf die inneren Werte offenbart er einen 3,7-Zoll-Woofer, der es gemeinsam mit dem Tweeter auf eine Soundausgabe von 50 Watt bringt. Wer schon mal einer Boom-Box gelauscht hat, weiß, dass der Name nicht von ungefähr kommt – und so bedient auch der 3i einen Frequenzbereich von 56 Hz, was für einen Lautsprecher in dieser Größenklasse durchaus beachtlich ist.

Nun eignet sich die dicke Basskelle natürlich nicht für jedes Genre oder jeden Anlass gleichermaßen, weshalb Soundcore traditionell einen eigenen Button auf der Bedienleiste für das BassUp-2.0-Feature reserviert hat, welches den Sound überhaupt erst in die maximalen Tiefen bohrt. Heißt: Man kann den Bass auf Knopfdruck auch auf ein eher gängigeres Maß reduzieren.

Buttons, Akku und Lightshow

Sämtliche Bedienelemente befinden sich auf der Oberseite des Geräts und sind in drei gummierte Segmente unterteilt. Das linke teilen sich Power- und Bluetooth-Button, die mittlere Gruppe übernimmt Mediensteuerung, Lautstärke und Lichteffekte, rechts haben sich besagtes BassUp und PartyCast zusammengefunden. Nun wurden den äußeren Bedienfeldern zwar jeweils zwei LEDs spendiert, leider sind die Buttons an sich jedoch nicht beleuchtet, was die Bedienung im Dunkeln erschwert. Die zu ertastenden Relief-Symbole fangen das nur bedingt auf, aber das mögen Menschen mit feinfühligeren Fingern sicherlich anders bewerten.

Auf der Rückseite verbirgt sich hinter einer wasserdichten, dicken Gummilasche die Ladebuchse, ein mit 57 cm Länge recht sparsam bemessenes Ladekabel liegt dem Lieferumfang bei. Voll geladen ist das Gerät innerhalb von vier Stunden, der Akku bringt es laut Hersteller dann auf bis zu 16 Stunden Laufzeit – das allerdings nur, wenn Lichteffekte und BassUp deaktiviert sind und die Lautstärke bloß 50 Prozent beträgt. Soll heißen: Im wilden Partybetrieb kann auch bereits nach deutlich weniger als zehn Stunden Schluss sein, was einem Outdoor-Lautsprecher mitten in der Wildnis freilich schnell zum Verhängnis werden kann.

Unten sorgen zwei Gummifußstreifen für sicheren Stand, vorne ziert das Soundcore-Logo das etwas brutalistisch wirkende Frontgitter. An den beiden Seiten findet indes hinter einer flexiblen und im Bass tanzenden Kunststoffmembran die aus der Boom-2-Serie bekannte Lightshow statt. Sechs verschiedene, mit der Musik synchronisierte Licht- und vier sogenannte Umgebungs-Szenarien stehen zur Wahl. Gewechselt wird über den entsprechenden Button am Gerät oder auch via App. Letztere ermöglicht zudem, die Helligkeit zu justieren und die Farben nach eigenem Gusto anzupassen.

App-Funktionen

Und wo wir schon gerade dabei sind, finden sich in der Soundcore-App noch einige weitere praktische Features. Grundlegend haben wir auch hier Zugriff auf das BassUp-Feature, die Lautstärke, Play und Stopp. Dazu wird uns das Gerät in einer optionalen, drehbaren 3D-Ansicht gezeigt, welche die jeweilige Beleuchtung in Echtzeit übernimmt.

Sehr willkommen ist zudem der Equalizer mit vier vorgegebenen Presets – drei davon anpassbar – und einem Custom-Bereich, in welchem wir über neun Frequenzbänder unser komplett eigenes Profil zusammenbasteln. Wer es etwas detailverliebter mag, wechselt sogar ins Vollband.

Ein originelles Feature ist zudem der sogenannte Stimmverstärker, der es uns erlaubt, Sprachsamples einzusprechen und über den Boom 3i in Echtzeit oder im Loop wiederzugeben. Da man sich dafür jedoch in Bluetooth-Reichweite befinden muss, ist der praktische Nutzen im wahrsten Sinne des Wortes begrenzt.

Anders sieht es da freilich mit dem Notfallalarm aus, bei dem wir aus drei Varianten wählen und die Wiedergabedauer in Minutenschritten einstellen können. Auswahl und Justierung sind nur per App möglich, sinnigerweise kann man aber auch direkt am Gerät den Alarm aktivieren, indem man den BassUp-Button für fünf Sekunden gedrückt hält. Und lasst euch gesagt sein: Effektiv und durchdringend ist der anschwellend schrille Sound allemal. Wir mussten das Ganze jedenfalls im Keller testen.

Dass der Boom 3i sich aber auch auf sanfte Töne versteht, beweist er über die „White Noise“-Funktion. Dieses zunehmend beliebte Wellness-Feature fungiert bekanntermaßen wie eine Art akustisches Schutzschild und dient damit als Einschlafhilfe, der Stressreduktion und Konzentrationssteigerung – oder schlicht auch nur zum Überdecken störender Umgebungsgeräusche.

Dieser Tage weit mehr als nur statisches Rauschen, bietet die Soundcore-App fünf voreingestellte Szenarien, die jeweils drei Sound-Samples kombinieren. Wem das „Lagerfeuer-Festmahl“ oder das „Ozeanische Glockenspiel“ nicht gefällt, der darf im DIY-Bereich aus insgesamt 62 Samples eine eigene Akustik-Oase zusammenstellen – oder es über die urige Slotmaschine dem Zufall überlassen.

Ferner bietet die App eine Übersicht über die PartyCast-kompatiblen Geräte und eine Anleitung für die Kopplung. Soundcore-Kenner wissen, dass man mehrere Boxen des Herstellers zu einem gigantischen Sound-System kombinieren kann. Wie es heißt, lassen sich dergestalt bis zu 100 Lautsprecher synchronisieren. Ist ein zweiter Boom 3i zur Hand, ist zudem eine TWS-Kopplung für echten Stereo-Sound möglich.

Der Sound

Mit Blick auf den generellen Klang erweist sich der Soundcore Boom 3i als deutlich kraftvoller und lauter, als man es bei den kompakten Maßen erwarten sollte. Die in diesem Segment äußerst beachtlichen 50 Watt machen sich durchaus bemerkbar – insbesondere mit aktiviertem Bass-Boost, mit dem eine deutliche Steigerung der akustischen Dynamik einhergeht. Aber auch in den anderen Frequenzen spielt der Lautsprecher selbstbewusst auf, lässt Luft für stabile Mitten und klare Höhen.

Allerdings hat der Boom 3i in seiner Grundeinstellung eine gewisse Tendenz, die Soundbühne mit zunehmender Lautstärke abzuflachen, ikonische Soundspitzen glatt zu schleifen. Die Presets erscheinen je nach zugespieltem Inhalt mal zu dumpf, mal zu blutleer. Wie so oft im Falle mobiler Bluetooth-Boxen sollte man also etwas Zeit investieren, sich mit dem Equalizer auseinanderzusetzen, der im Falle des Soundcore-Speakers eine enorme Bandbreite für den individuellen Musikgeschmack lässt.

Hat man einmal seine Einstellung gefunden, bietet der kleine Stahlkerl seiner Art entsprechend kaum noch Angriffsfläche für Kritik – zumal auch der Preis stimmt. Fürs nächste Mal wünschen wir uns lediglich noch ein bisschen mehr Ausdauertraining mit Blick auf die Akkulaufzeit.

Fazit:

Kompakter Klangkoloss mit Nehmerqualitäten: Der Boom 3i präsentiert sich als bemerkenswert widerstandsfähiger Outdoor-Lautsprecher mit kräftigem Sound und vielseitigen Funktionen.

Mit IP68-Zertifizierung, schwimmfähigem Gehäuse und integrierter Vibrationsreinigung ist er für anspruchsvolle Einsätze konzipiert und liefert trotz seiner handlichen Maße stattliche 50 Watt Leistung mit sattem Bassfundament. Ergänzt wird das Paket durch zahlreiche Zusatzfeatures wie synchronisierte Lichteffekte, eine White-Noise-Funktion, Stimmwiedergabe und einen integrierten Notfallalarm.

Abstriche muss man in puncto Akkulaufzeit unter Volllast und bei der unbeleuchteten Tastenbedienung im Dunkeln hinnehmen. Auch bedarf der Sound in seiner Grundeinstellung etwas Equalizer-Pflege. Insgesamt ist der Soundcore Boom 3i jedoch ein verdammt zäher Begleiter für alle, die selbst unter widrigen Umständen nicht auf kraftvollen Klang verzichten möchten.

Den Soundcore Boom 3i bekommt ihr in den Farbvarianten Nachschwarz, Ozeanblau, Wüstenrose oder Dschungelgrün für 129,99 Euro auf der Webseite des Herstellers oder auch hier auf Amazon.