Kabellose Mähroboter sind längst im Mainstream angekommen, doch in der Praxis scheitern auch heute noch viele Modelle, wenn es im Garten kompliziert wird: unter Bäumen, bei schlechten Lichtverhältnissen oder wenn mehrere Flächen miteinander verbunden sind. Von der teils umständlichen Ersteinrichtung ganz zu schweigen. Mit der i2-LiDAR-Serie verspricht Segway Navimow Abhilfe und maximale Sorgenfreiheit – ganz ohne Begrenzungsdraht, ohne Antenne und ohne aufwendige Installation.

In unserem Test musste sich der Navimow i208 LiDAR daher nicht nur auf einer klassischen Rasenfläche beweisen, sondern in einem etwas anspruchsvolleren Setup mit getrennten Bereichen, schmalem Korridor und fließenden Übergängen vom Rasen in andere Untergründe. Entscheidend war für uns weniger, ob der Roboter grundsätzlich mähen kann – Spoiler: Er kann! – sondern ob er sich im Alltag wirklich souverän zurechtfindet.

Überblick

Der Navimow i208 LiDAR gehört als kleinstes Modell seiner Reihe zu einer neuen Generation von Mährobotern, die vollständig auf Begrenzungsdraht verzichten. Stattdessen setzt Segway Navimow auf eine Kombination aus LiDAR-Sensorik und Kamera, um den Garten zu erfassen und sich darin zu orientieren. Das Ziel: eine möglichst präzise Navigation – unabhängig von GPS, Antennen oder klaren Sichtverhältnissen. Die i2-Serie ist damit auch für verwinkelte Gärten mit anspruchsvolleren Geländeformen geeignet.

Zur Erklärung: Ein LiDAR-System (Light Detection and Ranging) ist ein Sensor, der seine Umgebung aktiv „abtastet“. Dafür sendet er unsichtbare Laserimpulse aus und misst, wie lange das Licht braucht, um von Objekten zurückzukommen. Aus dieser Laufzeit berechnet das System extrem präzise Entfernungen – und setzt daraus eine detaillierte 3D-Karte der Umgebung zusammen. Anders als einfache Stoßsensoren „sieht“ ein LiDAR-System also voraus, statt nur auf Kollisionen zu reagieren.

Im Alltag bedeutet das vor allem eines: weniger Aufwand bei der Einrichtung und mehr Flexibilität im Betrieb. Der Roboter erstellt seine Karte selbstständig, erkennt Hindernisse und arbeitet sich systematisch in Bahnen über die Fläche. Unterstützt wird das Ganze durch eine App, über die sich Zonen, Zeitpläne und Einstellungen komfortabel anpassen lassen.

Ausstattung und Design

Optisch wirkt der neue Navimow modern, bleibt dabei aber unaufgeregt – graue und schwarze Kunststoffoberflächen mit den ikonischen orangenen Elementen fügen sich zu einem zweckmäßigen Design, das auf künstliche Spielereien verzichtet.

Auf dem Papier ist der von uns getestete i208 LiDAR mit seinen 635,2 × 445 × 287,5 mm bei einem Nettogewicht von 14,7 kg kein Leichtgewicht, jedoch wirkt der Roboter durch seine Bauform vergleichsweise kompakt und äußerst robust. Auch fällt direkt nach dem Auspacken die saubere Verarbeitung auf: Nichts klappert, die Spaltmaße passen, die großen Hinterräder versprechen Geländegängigkeit. Zwei weitere Räder vorne sorgen für Stabilität beim Wenden.

Auf der Oberseite sitzt gut sichtbar das LiDAR-Modul, das zusammen mit der Frontkamera das zentrale Element der Navigation bildet. Anders als bei älteren Systemen mit externer Antenne ist hier alles im Gerät selbst integriert. Im positiven Sinne auffällig ist in Sachen Lieferumfang daher auch, was fehlt – denn viel braucht es nicht, um das Gerät in Betrieb zu nehmen.

Im Paket stecken ein fertig montierter Roboter, seine Park- und Ladestation sowie eine handliche Box mit Zubehör, bestehend aus dem Netzadapter, einem komfortabel langen Verlängerungskabel, Befestigungsmaterial und einigen Ersatzteilen.

Für eine Bedienung direkt am Gerät hat Segway Navimow oben neben vier Funktions- und einer großen, roten Not-Stopp-Taste zudem noch einen 2,4-Zoll-Farb-LCD-Bildschirm verbaut. Hier zeigt der Roboter gut ablesbare Statusinformationen und Hinweise an. Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten und im Alltag eine gute Alternative, wenn man das Smartphone nicht am Mann hat.

Unter der Haube des Navimow i208 arbeitet ein Mähwerk mit sechs Klingen und einer Schnittbreite von 22 Zentimetern. Damit liegt der Roboter über dem Niveau typischer Kompaktmodelle und kann Flächen entsprechend effizient bearbeiten. Die Schnitthöhe lässt sich auf eine Höhe zwischen zwei und sieben Zentimetern einstellen.

Installation und Einrichtung

Was die Einrichtung von uns als Nutzer verlangt, beschränkt sich im Grunde auf das Nötigste: Einen guten Platz für die Ladestation suchen und diese mithilfe der Erdschrauben fixieren, die Kabel außerhalb des Mähbereichs verlegen, den Roboter per App verbinden. Dieser wurde in unserem Fall nach dem Einschalten direkt erkannt, die Verbindung hergestellt und ein Firmware-Update durchgeführt. Soweit, so unkompliziert.

Ist der „Papierkram“ erledigt, werden wir mit der Frage begrüßt, ob wir die Kartierung selbst vornehmen wollen, indem wir mit dem Smartphone als Fernbedienung die Ränder der zu mähenden Fläche manuell abfahren oder das Ganze einfach dem System überlassen. Am bequemsten ist natürlich letzteres, woraufhin der Roboter die Fläche selbstständig abfährt, um automatisch eine Karte seiner Arbeitsumgebung zu erstellen.

Das funktioniert selbst in unserem verwinkelten Garten mit seinen vielen geschwungenen und unklaren Grenzen überraschend gut. Bereiche mit nackter Erde, auf denen die Rasensaat noch aussteht, werden erkannt und konsequent umfahren. Allerdings zeigt sich auch, dass Übergänge in Beete oder Bereiche an Büschen mit niedrigem Überhang etwas großzügig interpretiert werden. Tendenziell hält der i208 vorsichtigen Abstand zu den unklaren Rändern, anstatt einfach darüberzustehen, was fraglos die bessere Alternative ist.

Deutlich präziser ist die manuelle Kartierung. Dabei wird der Roboter per Smartphone entlang der Rasenkanten gesteuert. Das dauert etwas länger und erfordert vor allem etwas Einarbeitung, sorgt letztlich aber für ein sichtbar genaueres Ergebnis. Allerdings hält der Navimow stets einen gewissen Sicherheitsabstand zu Wänden, selbst wenn wir ihn beim Kartieren manuell maximal nahe heranfahren.

In der Praxis hat sich für uns eine Mischung aus automatischer Kartierung und manueller Feinjustierung als sinnvoll erwiesen, zumal wir auch noch einen Korridor festlegen mussten, den der Mähroboter befahren soll, um zwischen zwei Rasenflächen zu wechseln. Um es schon einmal vorwegzunehmen: Das klappte absolut problemlos und blieb trotz des gerade mal 80 Zentimeter engen Korridors auf holprigem Untergrund auch nach mehreren Testwochen stets präzise.

Nach der Kartierung steht in der App eine übersichtliche Map zur Verfügung, auf deren Basis sich Zonen definieren, Sperrbereiche festlegen und Mähzeiten planen lassen. Auch kann man im Nachhinein bestehende Karten direkt am Smartphone zeichnend bearbeiten, zusammenführen oder trennen und weitere Bereiche hinzufügen. Zur Wahl stehen eine stilisierte Standardansicht und eine, die das tatsächliche Gelände farblich wiedergibt.

Insgesamt erweist sich die Einrichtung im Test als einer der größten Pluspunkte des Navimow i2 LiDAR. Wir haben mit all unserer Spielerei für die komplette Einrichtung ab dem Auspacken etwa zwei Stunden gebraucht, wobei der größte Teil der Zeit dafür draufging, den Roboter einfach automatisch seinen Job machen zu lassen – und einigen Fehlversuchen unsererseits beim manuellen Lenken.

App

Nach der Einrichtung verlagerte sich die Steuerung des Mähroboters während unseres Testzeitraums fast vollständig in die App. Diese erweist sich als übersichtlich und verständlich aufgebaut, die wichtigsten Funktionen sind direkt erreichbar, und auch ohne lange Einarbeitung findet man sich zügig zurecht. Mähzeiten festlegen, Schnitthöhe anpassen oder den Roboter manuell starten – all das funktioniert unkompliziert und ohne Umwege.

Auf der Kartenansicht lässt sich jederzeit prüfen, wo sich der Roboter gerade befindet und welche Bereiche bereits gemäht wurden. Über den Mähbericht lässt sich später nachvollziehen, wie viel Fläche in welcher Zeit gemäht wurde. Auch kann man Schonbereiche in bestehende Maps einzeichnen oder sogar selbsterstellte Muster, die später als Bilder oder Texte auf dem Rasen erscheinen – eine enorm sympathische Funktion.

Nicht ganz unwichtig: Diebstahlschutz! Hier zeigt sich der Navimow grundsätzlich gut aufgestellt. PIN-Schutz, Alarmfunktionen und ein virtueller Begrenzungszaun sorgen dafür, dass ein unbefugter Zugriff zumindest erschwert wird und beim Verlassen des erlaubten Bereichs – wahlweise auch schon beim Anheben – ein lauter Alarm ertönt.

Für den vollen Funktionsumfang ist jedoch die optionale Mobilfunkanbindung nötig. Diese ermöglicht unter anderem den Fernzugriff sowie die Ortung des Geräts außerhalb des eigenen WLANs. Nach einem kostenlosen Startzeitraum wird hierfür ein jährliches Abo fällig. Auf die eigentliche Mähfunktion hat das aber keinen Einfluss. Der Roboter arbeitet auch ohne aktive Mobilfunkverbindung vollständig autonom.

Praxiserfahrung im Alltag

Weiß der Navimow schließlich, was er zu tun hat, bewegt sich der Roboter systematisch in Bahnen über die Fläche und hinterlässt ein gleichmäßiges Schnittbild ohne erkennbare Aussetzer. Schwierige Bedingungen, wie schattige Bereiche oder wechselnde Lichtverhältnisse, machen dem Gerät nichts aus, das in seiner Orientierung stets stabil, kontrolliert und zuverlässig arbeitet. Mit knapp 60 dB geht das Ganze zudem angenehm ruhig vonstatten.

Zunächst hielten wir besagtes Setup mit zwei getrennten Rasenflächen, die über den 80 Zentimeter schmalen Pflastersteinweg verbunden sind, für einen echten Härtetest – immerhin gelten solche Übergänge generell als problematisch. In der Praxis meisterte der Navimow diese Situation jedoch absolut souverän. Der Wechsel zwischen den Flächen funktioniert zuverlässig, ohne dass nach der Ersteinrichtung weitere Eingriffe notwendig waren. Tatsächlich hatten wir sogar den Eindruck, dass der Navimow die von uns manuell gefahrene Linie eigenständig präzisiert hat und nun deutlich besser abfährt.

Auch bei der Hinderniserkennung ist der Roboter im Alltag sehr aufmerksam. Objekte wie Möbel, Spielzeug oder selbst sehr kleine und schmale herumliegende Gegenstände werden frühzeitig erkannt und sauber umfahren. Der i208 macht dabei einen großzügigen Bogen um Hindernisse, was im Sinne der Sicherheit natürlich sinnvoll ist. Ausgelassene Streifen werden später nachgeholt.

Beim Thema Wetter zeigt sich der mit IP66 eingestufte Navimow überaus flexibel. Der Roboter erkennt Regen – dank Echtzeit-Wetterdaten von OpenWeather sogar präventiv – und kann den Mähvorgang wahlweise automatisch pausieren und später fortsetzen. In der App lässt sich festlegen, ob und wie sensibel er auf unterschiedliche Witterungen reagieren soll – so auch auf Schnee, Frost, heißes Wetter oder sogar starken Wind.

Im Alltag ist das durchaus sinnvoll, da nasser Rasen nicht nur das Schnittbild verschlechtern kann, sondern auch die Traktion beeinträchtigt. Gerade auf weichem Untergrund besteht die Gefahr, dass Räder durchdrehen oder Spuren im Rasen entstehen. Der i208 begegnet diesem Problem mit einer Antriebsschlupfregelung, die sich bei Bedarf in der App deaktivieren lässt und für stabilen Grip sorgt, wodurch der Roboter zuverlässig spurtreu bleibt.

Zusätzlich lässt sich in der App festlegen, ob der Roboter auch bei Dunkelheit arbeiten darf. Diese Funktion ist unabhängig vom Zeitplan und dient in erster Linie dem Schutz von Tieren sowie der zuverlässigen Hinderniserkennung, da auch ein LiDAR-System im Dunkeln an Präzision einbüßt. Das Mähen im Dunkeln ist ab Werk deaktiviert – zum Wohl der Tiere bitte so lassen!

Beim Mähergebnis auf der Fläche gibt es wenig zu beanstanden. Der Rasen wirkt nach mehreren Durchläufen gleichmäßig gepflegt, wobei die systematische Fahrweise langfristig für ein sauberes Gesamtbild sorgt. Dank der automatisch wechselnden Mährichtungen werden dauerhafte Spuren zudem zusätzlich reduziert.

Schwächen zeigen sich lediglich im Randbereich. Hier bleibt gelegentlich ein schmaler Streifen stehen, der manuell nachgearbeitet werden muss. Auffällig wird dies vor allem im Bereich einer Wand oder eines nahen Busches – typisch für Mähroboter dieser Bauart. Mit EdgeSense bietet der Navimow allerdings eine Funktion, die den Randbereich gezielt verbessern soll.

In der Praxis funktioniert das vor allem dann gut, wenn die Kanten überfahrbar und sauber kartiert sind. In solchen Fällen kommt der Roboter tatsächlich näher heran. In Wandnähe oder bei Übergängen mit Höhenunterschied bleibt aber auch hier ein schmaler Streifen, wenn man den Roboter nicht sehr genau auf das Gelände einstellt. Auch enge Ecken oder schmale Rasenbuchten bleiben ob der Maße des Gerätes zwangsläufig ungemäht.

Unterm Strich steht, dass der Navimow unsere knapp 200 qm Rasen in etwas mehr als 1,5 Stunden schafft und danach im Schnitt noch rund 34 Prozent Saft im Tank hat. Rechnerisch liegt das zwar über der Herstellerangabe von 110 Minuten Gesamtlaufzeit, auf Flächen mit schwierigeren Bodenverhältnissen dürfte die Laufzeit aber entsprechend niedriger ausfallen. In kleineren Gärten mit komplexem Terrain ist der wendige und ziemlich smarte i208 LiDAR also ein starker Helfer. Und wer mehr Platz hat, bekommt die i2-LiDAR-Serie auch in ausdauernderen Ausführungen für 1.500 oder 2.000 qm.

Fazit

Mit dem Navimow i208 LiDAR wird die Einstiegshürde bei der Anschaffung eines Mähroboters maximal gesenkt. Hier gibt es keinen Begrenzungsdraht, keine Antenne, kein aufwendiges Ausmessen, sondern ein System, das sich weitgehend selbst organisiert und im Alltag effektiv und ausdauernd arbeitet. Die Einrichtung ist entsprechend ohne großen Aufwand rasch erledigt.

Die Kombination aus LiDAR und Kamera sorgt selbst unter anspruchsvolleren Bedingungen für eine saubere Navigation und stabile Orientierung. Gleichzeitig ist die Kartierung flexibel genug, um auch komplexere Gärten sauber abzubilden. Im Test überzeugte der Roboter entsprechend auch bei sehr variantenreichen Flächen und schmalen Übergängen und erweist sich trotz seiner Größe als überraschend wendig und geländegängig.

Der Wechsel zwischen mehreren Rasenbereichen funktioniert nach der Ersteinrichtung zudem zuverlässig und ohne weiteres manuelles Eingreifen. Beim Mähergebnis liefert der Navimow auf gutem Niveau ab. Die Fläche wird gleichmäßig bearbeitet, und durch die wechselnden Mährichtungen entsteht ein sauberes Gesamtbild, Hindernisse werden präzise erkannt. Schwächen bleiben gerätetypisch lediglich im Randbereich in Wand- oder Buschnähe.

Insgesamt ist der Navimow i2 LiDAR ein gut durchdachter und alltagstauglicher Mähroboter, der starke Technik mit hohem Nutzerkomfort unter eine Haube bringt. Wer also einen unkomplizierten Einstieg sucht, bekommt hier zu einem fairen Preis einen sehr fleißigen Gartenhelfer, der sich auch unter schwierigen Bedingungen bewährt.

Den Segway Navimow i208 LiDAR bekommt ihr aktuell für 999 Euro auf der Webseite des Herstellers oder auch unter diesem Link auf Amazon. Der reguläre Preis nach der befristeten Aktion liegt bei 1.199 Euro.