Die Gerüchteküche rund um Sonys nächste Konsolengeneration erhält neue Nahrung. Ein aktueller Leak liefert nicht nur Hinweise auf die Spezifikationen der PlayStation 6, sondern auch auf ein begleitendes Handheld-Gerät. Der YouTube-Kanal Moore’s Law Is Dead, in der Tech- und Gaming-Community für solide Quellen bekannt, will aus vertraulichen Dokumenten konkrete Informationen zu den geplanten Geräten erhalten haben.
Sony arbeite demnach an zwei Hardwareplattformen: Die PlayStation 6 entsteht unter dem internen Namen Orion, das Handheld hört auf den Codenamen Canis. Beide Geräte sollen gezielt mit Blick auf Kostenstruktur entwickelt werden – das bedeutet: keine kompromisslose High-End-Ausrichtung, sondern ein möglichst ausgewogenes Verhältnis von Leistung und Preis. Damit scheint Sony auf langfristige Wirtschaftlichkeit und breitere Marktakzeptanz zu setzen.
Für die PlayStation 6 wird ein sogenanntes Chiplet-Design genannt, basierend auf potenziell modifizierten Desktop-Komponenten der RDNA-5-Generation. Ein Fokus liegt auf Effizienz, mit einer Leistungsaufnahme (Total Board Power) von 160 Watt – niedriger als bei der PlayStation 5. Die geplanten Spezifikationen umfassen acht Zen-6-Kerne, 40 bis 48 Compute Units bei über 3 GHz Taktfrequenz und GDDR7-Speicher mit 160- oder 192-Bit-Anbindung. Die Rasterisierungsleistung soll das Dreifache der PS5 erreichen. Raytracing-Verbesserungen werden ebenfalls erwartet.
Die portable Plattform Canis soll mit einem monolithischen 3nm-Chip ausgestattet sein, was auf ein kompaktes und energieeffizientes Design schließen lässt. Die Spezifikationen nennen vier Zen-6c-Kerne, 12 bis 20 Compute Units bei 1,6 bis 2 GHz und LPDDR5X-RAM. Für Benutzerkomfort sollen ein Touchscreen, haptisches Feedback, Dualmikrofone, ein microSD-Slot sowie M.2-SSD-Unterstützung sorgen. Videoausgabe über USB-C ist laut Diagrammen ebenfalls vorgesehen. Die geschätzte Rechenleistung soll bei etwa der Hälfte einer PS5 liegen – bei höheren Raytracing-Leistungen. Ziel sei es, Geräte wie die Xbox Ally X zu übertreffen, ohne auf absolute Spitzenleistung zu setzen.
Sony scheint den Produktionsstart für beide Geräte in der Mitte des Jahres 2027 anzusetzen. Der Marktstart könnte dann im Herbst 2027 oder spätestens Anfang 2028 erfolgen. Diese Zeitspanne liegt im üblichen Konsolen-Zyklus – etwa sieben Jahre nach dem Launch der PlayStation 5.
Die Quelle verweist auf Präsentationsunterlagen aus dem Jahr 2023, die von AMD an Sony übermittelt worden sein sollen. Diese dienen offenbar als Grundlage für die derzeitigen Entwicklungspläne. Obwohl technische Anpassungen seither nicht ausgeschlossen sind, habe ein Sony-naher Kontakt betont, dass das Unternehmen bei seinen langfristigen Hardwareplänen gewöhnlich an den frühen Entwürfen festhalte.
Ein interessantes Detail ist die geplante Abwärtskompatibilität beider Geräte zur PlayStation-5- und PlayStation-4-Generation. Eine Unterstützung älterer Konsolentitel – insbesondere der PlayStation 3 – wird dagegen nicht erwähnt. Diese Strategie dürfte vielen Spielern entgegenkommen, da bestehende Spielebibliotheken weiter nutzbar bleiben.
Offizielle Stellungnahmen seitens Sony gibt es bislang nicht. Dennoch zeigt der Leak eine klare Richtung auf: Mit Orion und Canis könnte Sony zwei Geräte launchen, die technologisch modern, aber dennoch wirtschaftlich kalkuliert sind – ohne den Versuch, sich über reine Leistungswerte von der Konkurrenz abzusetzen. Das Konzept wirkt vertraut: Schon die PlayStation 4 setzte einst auf eine pragmatische Architektur mit breiter Marktansprache – ein Erfolgsrezept, das Sony nun offenbar neu interpretiert.
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