Nachdem sich die beiden Tech-Riesen Nokia und Amazon vor Gericht ausgiebig bekriegt haben, scheint nun endlich wieder Friede im Lande des FireTV-Stick einzukehren. Dieser war nämlich im Zuge eines Patentstreits vorerst mit einem Verkaufsverbot vom Markt genommen worden. Diversen Medienberichten zufolge scheinen die beiden Unternehmen nun aber eine Einigung gefunden zu haben.

Hintergrund des Rechtsstreits waren Vorwürfe seitens Nokia, dass Amazon seine Technologien in verschiedenen Streaming-Geräten und -Diensten ohne die erforderliche Genehmigung verwendete. Offenbar waren diese Behauptungen durchaus begründet, denn kurz darauf verhängte das Landgericht München ein Verkaufsverbot für mehrere FireTV-Modelle in Deutschland. Von da an gab es nur noch FireTV-Sticks ohne die umstrittenen 4K-Funktionalitäten, wie etwa den FireTV-Stick HD – sehr zum Leidwesen der Käuferschicht, die Wert auf eine hohe Bildqualität legt.

Zusätzlich konnte Nokia vor dem Landgericht Düsseldorf eine Unterlassungsverfügung gegen die Nutzung spezifischer Technologien in Amazon Prime Video erwirken. Die rechtlichen Streitigkeiten weiteten sich aus und umfassten neben Deutschland auch mehrere andere Länder, darunter die USA, Indien und Großbritannien.

Nun aber die unerwartete Wende.

Dank einer Einigung zwischen den beiden Technologieriesen darf Amazon nun ganz offiziell die Videotechnologien von Nokia in seinen Produkten nutzen. „Wir freuen uns, dass wir eine Einigung über die Nutzung von Nokias Videotechnologien in Amazons Streaming-Diensten und -Geräten erzielt haben“, zeigt sich Arvin Patel von Nokia erleichtert.

Und auch bei Amazon dürfte die Freude groß sein, ermöglicht die veränderte Patentlage doch die Wiedereinführung des vollständigen FireTV-Portfolios auf dem deutschen Markt – einschließlich des FireTV-Stick 4K und der FireTV-Smart-TVs, die seit Oktober 2024 nicht mehr erhältlich waren. Die Unsicherheit bezüglich der weiteren Verfügbarkeit von Prime Video in Deutschland, insbesondere die Nutzung der Casting-Funktion, ist damit ebenfalls Geschichte.

Über die finanziellen Aspekte der Vereinbarung wurde Stillschweigen bewahrt. Im Vorfeld hatte Amazon moniert, dass Nokia unverhältnismäßig hohe Forderungen gestellt und ein „faires und branchenübliches Angebot abgelehnt“ habe. Es bleibt von daher unklar, ob Nokia in seinen Forderungen nachgegeben hat oder ob Amazon die geforderten Lizenzgebühren entrichtet.

Quelle: winfuture.de