Katzen sind kleine Könige. Im Gegensatz zu Hunden erledigen sie ihr Geschäft, wann immer sie möchten – sauber machen dürfen wir anschließend trotzdem. Allerdings lässt sich diese Aufgabe dank moderner Technik inzwischen zumindest teilweise an selbstreinigende Katzenklos wie die MOVA LR10 Prime delegieren.

Das Premium-Modell möchte das tägliche Schaufeln weitgehend überflüssig machen und verspricht dazu eine automatische Reinigung nach jedem Toilettengang, intelligente Gesundheitsfunktionen per App sowie eine wirksame Geruchsreduzierung. Ob das rund 500 Euro teure System den Alltag tatsächlich erleichtert oder am Ende doch nur ein überdimensioniertes Technikspielzeug ist, klärt unser ausführlicher Praxistest.

Aufbau und erster Eindruck

Schon als der Paketbote klingelte, war klar, dass die MOVA LR10 Prime alles andere als ein gewöhnliches Katzenklo ist. Mit Abmessungen von rund 59 × 57 × 73 Zentimetern fällt der Lieferkarton überraschend groß aus und vermittelt bereits einen ersten Eindruck davon, wie viel Platz das System benötigt.

Zwar beantworten Quick-Start-Guide und Bedienungsanleitung nicht jede Frage, dank eines per QR-Code verlinkten Aufbauvideos erweist sich die Montage letztlich aber als unkompliziert. Sämtliche Bauteile sind sauber beschriftet und lassen sich ohne Werkzeug zusammensetzen, sodass die Katzentoilette nach wenigen Minuten einsatzbereit ist.

Mit einer Grundfläche von rund 55 × 58 Zentimetern und einer Höhe von gut 76 Zentimetern sollte der Stellplatz allerdings gut gewählt sein – verstecken lässt sich die recht wuchtige LR10 Prime kaum. Das muss sie allerdings auch nicht: Das moderne Design wirkt deutlich hochwertiger als das eines klassischen Katzenklos und fügt sich vergleichsweise harmonisch in den Wohnraum ein.

Im Mittelpunkt steht dabei der große, halboffene Innenraum mit einem Fassungsvermögen von rund 110 Litern. Anders als viele Konkurrenzmodelle setzt MOVA nicht auf einen vollständig geschlossenen Behälter. Stattdessen soll der offene Einstieg den natürlichen Bewegungsablauf der Katze unterstützen und insbesondere größeren Tieren mehr Bewegungsfreiheit bieten.

Insgesamt hinterlässt die Verarbeitung einen guten Eindruck, ganz ohne Kritik bleibt sie allerdings nicht. So schließen die Spaltmaße der Abfallschublade nicht perfekt mit dem Gehäuse ab. Darüber hinaus fallen bei genauerem Hinsehen an einigen Kunststoffteilen leicht unsaubere Kanten auf, die nicht überall sauber entgratet wurden. Funktional hat das keinerlei Auswirkungen, angesichts des hohen Kaufpreises hätten wir uns hier aber etwas mehr Sorgfalt gewünscht.

Da eine Steckdose zwingend erforderlich ist, hätte außerdem das rund 150 Zentimeter lange Netzkabel gerne etwas länger ausfallen dürfen. Eine nette Dreingabe ist dafür die mitgelieferte Unterlegmatte, die herausgetragenes Katzenstreu auffangen und den Bereich vor der Toilette sauber halten soll.

Automatische Reinigung nach jedem Toilettengang

Das Grundprinzip der LR10 Prime ist schnell erklärt. Nachdem die Katze die Toilette verlassen hat, wartet das System zunächst eine voreingestellte Zeitspanne ab. Dadurch erhält das Katzenstreu ausreichend Gelegenheit, die Hinterlassenschaften vollständig zu verklumpen. Erst anschließend beginnt der eigentliche Reinigungsvorgang.

Hierzu rotiert der kugelförmige Innenbehälter langsam zu beiden Seiten. Während das saubere Katzenstreu durch ein integriertes Sieb gefiltert wird, gelangen die Klumpen über eine separate Öffnung in den darunterliegenden Abfallbehälter. Anschließend kehrt die Trommel in ihre Ausgangsposition zurück und verteilt das verbleibende Katzenstreu wieder gleichmäßig über den Boden.

Kann das System ungestört arbeiten, dauert der gesamte Reinigungsvorgang nur gut drei Minuten. Anschließend präsentiert sich das Katzenklo wieder mit einer frisch gereinigten und sauber geglätteten Streuoberfläche. Auch eine vollständige Entleerung ist auf Wunsch möglich und benötigt ebenfalls nur wenige Minuten. Lediglich kleinere Reste Katzenstreu verblieben dabei in der Trommel.

Der Reinigungsvorgang arbeitet angenehm leise und fällt im Alltag mit rund 30 dB lediglich durch ein dezentes Summen des Motors auf. Ist die automatische Belüftung aktiviert, schaltet sich zusätzlich ein Lüfter hinzu, dessen Betriebsgeräusch etwas präsenter ausfällt. Auch dieser ist für das menschliche Ohr immer noch ruhig zu nennen, kann empfindliche Katzen aber durchaus verschrecken.

Geruchsschutz

Das wohl größte Problem von Katzenklos ist die Geruchsentwicklung, der MOVA mit mehreren Maßnahmen begegnet. Neben einem Aktivkohlefilter setzt die LR10 Prime auf ein automatisches Sprühsystem, das nach jeder Reinigung eine Deodorierungsflüssigkeit im Abfallbereich verteilt. Laut Hersteller sollen biologische Enzyme und eine spezielle Nano-Beschichtung Gerüche direkt an ihrer Quelle zersetzen und gleichzeitig das Wachstum geruchsbildender Bakterien hemmen. Eine 500-ml-Flasche gehört zum Lieferumfang.

Nach unserem Empfinden funktioniert dieses Konzept gut. Direkt nach einem Reinigungsvorgang sind kaum noch unangenehme Gerüche wahrnehmbar, was wesentlich dazu beiträgt, dass die Toilette jederzeit einen angenehm gepflegten Eindruck hinterlässt.

Vollständig verschwinden die Gerüche auf lange Sicht allerdings nicht. Der Auffangbehälter besitzt keinen luftdichten Verschluss, sodass sich mit zunehmendem Füllstand trotz Aktivkohlefilter und Deodorierung nach und nach Gerüche bemerkbar machen können. Dadurch relativiert sich auch das Herstellerversprechen von „bis zu 15 Tagen ohne Entleerung“.

Ob dieser Zeitraum tatsächlich erreicht wird, hängt letztlich nämlich stark von der Anzahl der Katzen, deren Futter, der Umgebungstemperatur und natürlich auch vom persönlichen Geruchsempfinden ab. In unserem Test mit zwei Katzen empfahl sich jedenfalls eine häufigere Entleerung. Dabei muss aber auch gesagt werden, dass sich die Toilette in einem vergleichsweise kleinen Raum befand und der Autor dieser Zeilen über eine ausgesprochen empfindliche Nase verfügt.

Äußerst angenehm gestaltet sich dagegen die Entleerung selbst. Dem Lieferumfang liegt eine Rolle Zugband-Müllbeutel bei, die sich sauber entnehmen und unmittelbar zubinden lassen, ohne mit den Hinterlassenschaften der Tiere in Berührung zu kommen.

Reinigung und Wartung: Erfreulich alltagstauglich

Nun nimmt uns die MOVA LR10 Prime zwar das tägliche Schaufeln ab, regelmäßig gereinigt werden muss sie dennoch. Allerdings fällt diese Arbeit deutlich seltener an als bei einem klassischen Katzenklo und gestaltet sich zudem wesentlich komfortabler.

Praktischerweise lässt sich die komplette Kugel des Innenbehälters über den zentralen Griff ohne großen Aufwand aus dem Gehäuse entnehmen. Auch die darin eingespannt Katzenstreumatte kann separat herausgenommen und unter fließendem Wasser ausgespült werden. Praktischerweise kommt diese mit Antihaftbeschichtung daher und besitzt darüber hinaus eine speziell strukturierte Oberfläche, an der Katzenstreu weniger leicht haften bleiben soll. Geeingnet ist sie für alle gängigen Arten von Streu wie Bentonit-Streu, Mineralstreu, Tofu-Streu oder Mischstreu.

Die Grundreinigung gestaltet sich alles in allem also erfreulich unkompliziert. Und nötig wird sie ohnehin erst nach längerer Nutzung, wenn sich kleinere Rückstände am Sieb oder an einzelnen Kunststoffflächen gebildet haben. Im Alltag reicht es meist aus, den Abfallbehälter regelmäßig zu entleeren, den Deodorant-Tank bei Bedarf nachzufüllen und gelegentlich frisches Katzenstreu einzufüllen.

Für besonders weiche Ausscheidungen verfügt die LR10 Prime außerdem über einen speziellen „Durchfallmodus“. Dieser soll das Katzenstreu zunächst mehrfach über die Hinterlassenschaften bewegen, bevor die eigentliche Reinigung beginnt. Da sich unsere Testkandidaten bester Gesundheit erfreuen mussten wir diese Funktion glücklicherweise jedoch nicht in der Praxis ausprobieren.

Übersichtliche Bedienung

Auch wenn die Smartphone-App einen Großteil der Komfortfunktionen bereitstellt, ist sie für den täglichen Betrieb nicht zwingend erforderlich. Am farblich abgesetzten Kragen der LR10 Prime befinden sich fünf beleuchtete Sensortasten, über die sich die wichtigsten Funktionen unmittelbar am Gerät ausführen lassen.

So kann ein manueller Reinigungsvorgang gestartet, die Streu nach dem Nachfüllen nivelliert oder der Innenbehälter für einen vollständigen Streuwechsel geleert werden. Im Test reagierten sämtliche Tasten zuverlässig und ermöglichten auch ohne Smartphone jederzeit die wichtigsten Eingriffe.

Wer den vollen Funktionsumfang der LR10 Prime ausschöpfen möchte, kommt an der MOVA-App allerdings nicht vorbei. Nach der Verbindung mit dem heimischen WLAN lassen sich sämtliche Funktionen bequem aus der Ferne steuern. Dazu gehören unter anderem Reinigungsintervalle, die Geruchsneutralisierung, Benachrichtigungen sowie verschiedene Betriebsmodi.

Besonders interessant ist die automatische Erkennung mehrerer Katzen. Mithilfe der integrierten Gewichtssensoren versucht die Toilette, einzelne Tiere voneinander zu unterscheiden und deren Toilettengänge getrennt zu protokollieren. Für jeden Besuch werden unter anderem Uhrzeit, Aufenthaltsdauer und das gemessene Gewicht gespeichert. Zusätzlich unterscheidet die App zwischen Urin- und Kotabsatz und hält diese Informationen im Logbuch fest.

Gerade in Mehrkatzenhaushalten kann das durchaus hilfreich sein. Veränderungen beim Gewicht oder ungewöhnlich häufige beziehungsweise seltene Toilettengänge lassen sich vergleichsweise schnell erkennen und können erste Hinweise auf gesundheitliche Probleme liefern.

Die Gesundheitsfunktionen sollten allerdings realistisch eingeordnet werden. Die LR10 Prime stellt keine Diagnosen und analysiert auch nicht den Kot selbst. Vielmehr wertet sie Nutzungsdaten wie Gewicht und Toilettenhäufigkeit aus und weist auf Veränderungen hin. Die eigentliche Beurteilung bleibt selbstverständlich dem Halter beziehungsweise dem Tierarzt überlassen.

Die App selbst präsentiert sich übersichtlich und verzichtet erfreulicherweise auf überladen wirkende Menüs. Einige Übersetzungen wirken stellenweise zwar etwas holprig, angesichts der insgesamt gelungenen Bedienung fällt das im Alltag jedoch kaum ins Gewicht.

Sicherheit für Mensch und Tier

Gerade bei einer automatischen Katzentoilette spielt das Thema Sicherheit eine entscheidende Rolle. Schließlich bewegt sich während der Reinigung ein großer Mechanismus, der zuverlässig erkennen muss, ob sich noch eine Katze im Innenraum oder unmittelbar davor befindet.

Im Falle der MOVA LR10 Prime übernimmt diese Aufgabe ein Zusammenspiel aus Radar-, Infrarot- und Gewichtssensoren. Nähert sich eine Katze während des Reinigungsvorgangs oder betritt den Innenraum, stoppt die Rotation unmittelbar und setzt den Vorgang erst fort, wenn der Bereich wieder frei ist. Zusätzlich verfügt die LR10 Prime über weitere Schutzmechanismen gegen Blockaden und Motorüberlastungen.

Im Test hinterließ dieses Sicherheitskonzept einen überzeugenden Eindruck. Neugierige Katzen (oder auch Menschen) beobachten den Reinigungsvorgang gerne aus nächster Nähe oder strecken zwischendurch eine Pfote in den Innenraum. In solchen Fällen reagierte das System zuverlässig und wartete geduldig, bis der Weg wieder frei war.

Praxistest: Ersetzt die LR10 Prime das klassische Katzenklo?

Neben allen technischen Funktionen und Spezifikationen stellt sich letztlich vor allem die Frage nach dem praktischen Nutzen. Nach mehreren Wochen im Betrieb fällt unser Urteil eindeutig aus: Das automatische Reinigungssystem verändert den Alltag mit dem Katzenklo nachhaltig.

Statt mehrmals täglich mit der Streuschaufel hantieren zu müssen, sorgt die LR10 Prime dafür, dass die Streu nach nahezu jedem Toilettengang wieder sauber und eben aussieht. Den Katzen steht dadurch jederzeit eine frisch gereinigte Toilette zur Verfügung und gäbe es das Logbuch der App nicht, würden wir die meisten Toilettengänge unserer Fellnasen vermutlich gar nicht mehr bemerken.

Natürlich muss auch weiterhin Streu nachgefüllt, der Abfallbehälter regelmäßig geleert und das Gerät gelegentlich gründlich gereinigt werden. Im Vergleich zu einem klassischen Katzenklo reduziert sich der Arbeitsaufwand jedoch erheblich.

Für die Akzeptanz gibt es allerdings keine Garantie. Während unser draufgängerischer Kater die neue Toilette nahezu sofort als seinen neuen Thron akzeptierte, reagierte seine deutlich schüchternere Schwester bis zuletzt skeptisch auf das Gerät. Hier dürfte vor allem Geduld gefragt sein. Hilfreich kann es sein, die automatische Reinigung zunächst zu deaktivieren oder zeitlich zu verzögern, bis sich die Katze an ihre neue Toilette gewöhnt hat.

Lohnt sich der hohe Preis?

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 500 Euro zählt die MOVA LR10 Prime zweifellos zu den teuersten Katzentoiletten am Markt. Das dürfte für viele zunächst abschreckend wirken – schließlich handelt es sich auf den ersten Blick „nur“ um ein Katzenklo.

Im Alltag zeigt sich allerdings schnell, dass die LR10 Prime weniger eine Toilette als vielmehr ein Komfortprodukt ist. Sie richtet sich an Katzenhalter, die bereit sind, für eine spürbare Arbeitserleichterung entsprechend Geld auszugeben. Gerade Berufstätige oder Haushalte mit mehreren Katzen dürften die automatische Reinigung schnell zu schätzen wissen – und unsere Samtpfoten erst recht.

Fazit

Die MOVA LR10 Prime ist ohne Frage ein Luxusprodukt – aber eben auch eines, das den Alltag mit einer oder mehreren Katzen nachhaltig komfortabler macht. Das automatische Reinigungssystem arbeitet zuverlässig, angenehm leise und sorgt dafür, dass den Tieren nach jedem Toilettengang ohne unser Zutun wieder eine saubere Streuoberfläche zur Verfügung steht. Außerdem reduziert es aktiv unangenehme Gerüche und entschärft damit ein weiteres Problem klassischer Katzenklos.

Überzeugt haben uns zudem die einfache Wartung, die übersichtliche App sowie die umfangreichen Sicherheitsfunktionen. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass das recht wuchtige System viel Platz und einen Stromanschluss benötigt und es nicht garantiert ist, dass sich jede Katze mit dem Gerät anfreundet.

Der größte Kritikpunkt bleibt allerdings der hohe Anschaffungspreis, zumal wir uns angesichts von rund 500 Euro stellenweise eine hochwertigere Verarbeitung gewünscht hätten. Wer jedoch bereit ist, in ein selbstreinigendes Katzenklo zu investieren, erhält mit der MOVA LR10 Prime ein sehr gut durchdachtes System, das einem die wohl unangenehmsten Pflichten als Angestellter einer Katze abnimmt und zugleich einen Hauch von Science-Fiction in die eigenen vier Wände bringt.

Die intelligente Katzentoilette MOVA LR10 Prime ist für 499,00 Euro auf der Webseite des Herstellers sowie bei Amazon erhältlich.