Mit den xboom Buds Plus erweitert LG seine noch junge xboom-Reihe um ein Paar True-Wireless-Ohrhörer, die nicht nur mit modernem Sound und aktiver Geräuschunterdrückung, sondern auch mit einigen ungewöhnlichen Zusatzfunktionen auf sich aufmerksam machen.

Neben adaptiver Klangkorrektur und einer eigens entwickelten App bringt das Modell beispielsweise eine UV-Reinigungsfunktion im Ladecase mit. Letztlich zählt aber natürlich, wie sich die mit modernen Features vollgestopften In-Ears im Alltag schlagen – wir verraten es euch.

Begleitet von einer Kooperation mit dem Musiker und Produzenten will.i.am positionieren sich die LG xboom Buds Plus als All-inclusive-Paket neben der abgespeckten Lite-Variante. Mit einem 10-Millimeter-Treiber, adaptivem Noise Cancelling, Multi-Point-Unterstützung, Auracast und Bluetooth 5.4 spielen sie technisch – und auch mit Blick auf die unverbindliche Preisempfehlung von 229 Euro – in der gehobenen Mittelklasse.

Design und Ausstattung

Optisch bleiben die xboom Buds Plus dem inzwischen etablierten Bud-Design typischer TWS-In-Ears treu. Die Hörer selbst wiegen rund fünf Gramm pro Seite und sitzen kompakt und angenehm fest im Ohr. Die leicht angeraute Oberfläche fühlt sich wertig an und sorgt für spürbaren Grip beim Einsetzen und Herausnehmen. Klingt vielleicht wie eine Kleinigkeit, aber wem ein glatter Bud schon einmal aus den Fingern gerutscht ist, wird die Textur schnell zu schätzen lernen. Die Hörer sind außerdem nach IPX4 gegen Spritzwasser geschützt und damit für Sport und Alltag geeignet; starkem Niederschlag oder gar Untertauchen halten sie auf Dauer jedoch nicht stand.

Für die individuelle Passform legt LG neben zwei alternativen Paaren Silikon-Eartips noch zwei Gummiringe bei, die im Sinne eines effektiveren ANC für eine stabilere Abdichtung sorgen sollen. Der Wechsel geht dank Einkerbungen und passender Stege am Hörer problemlos vonstatten.

Das Ladecase bringt inklusive Ohrhörern etwa 49 Gramm auf die Waage und passt mit seinen kompakten Maßen von 6,3 × 3,3 × 3,1 cm in jede Hosentasche. Auch hier gefällt die angeraute Beschichtung. Schwachpunkt könnte auf lange Sicht das etwas wackelig wirkende Scharniergelenk sein – doch das wird erst die Zeit zeigen. Der magnetische Verschluss hinterlässt dagegen einen soliden Eindruck.

Das Case offenbart außerdem noch zwei Besonderheiten: Zum einen verbaut LG abermals „UVnano“ – also eine integrierte UV-Licht-Funktion, dank der die Ohrstöpsel beim Laden desinfiziert werden. Laut Hersteller reduziert der erweiterte UV-LED-Bereich bis zu 99,9 Prozent der Bakterien auf der Außenfläche der Ohrhörer.

Zum anderen lässt sich das Case per USB-C-Klinkenadapter als Bluetooth-Sender nutzen. So lassen sich etwa ältere Geräte ohne eigene Bluetooth-Schnittstelle – ein gutes Beispiel ist das Mediensystem in einem Flugzeug – drahtlos mit den Ohrhörern verbinden. Ein enorm praktisches Feature, das wir beispielsweise auch von den JBL Tour Pro 3 kennen. Ein passendes Kabel liegt den Buds bei.

Geladen wird per USB-C oder ganz zeitgemäß kabellos via Qi. Die Akkulaufzeit der Buds liegt bei bis zu zehn Stunden mit aktiviertem ANC beziehungsweise bis zu 13 Stunden ohne Geräuschunterdrückung. Das Case ermöglicht mehrmaliges Nachtanken, sodass sich die Gesamtlaufzeit auf rund 30 Stunden summiert – ein solider Wert in dieser Klasse. Dank Schnellladefunktion pumpen wir innerhalb von nur zehn Minuten Strom für mehrere Stunden in die Akkus. Eine schicke LED-Leiste am Case gibt farbcodiert Aufschluss über den Ladestand.

Bedienung und App

Die Steuerung erfolgt über Touch-Sensoren an den Ohrhörern und erweist sich im Test als direkt und zuverlässig. Wiedergabe, Lautstärke, Anrufannahme und Moduswechsel lösen wir mit einem oder mehreren Fingertippern aus. Über die zugehörige App können die jeweiligen Gesten für jede Seite individuell angepasst werden.

Im Falle der xboom Buds Plus ersetzt die dedizierte Geräte-App die bisherige LG TONE Free App und bietet neben der Auswahl der ANC-Modi auch eine automatische und unkomplizierte Passform-Analyse. Dabei wird überprüft, ob die Ohrhörer korrekt sitzen und optimal abdichten.

Man sollte sich dafür unbedingt die Zeit nehmen und gegebenenfalls andere Aufsätze ausprobieren, denn auf Basis dieser Messung greift später der adaptive Equalizer ein. Dieser passt den Klang beim Hören kontinuierlich an, um kleinere Veränderungen im Sitz, etwa bei Bewegung, in Echtzeit auszugleichen. Ein sehr cooles Feature, das tatsächlich zu einem konsistenteren Klangbild beiträgt.

Neben dem adaptiven Noise Cancelling stehen zwei Transparenzmodi mit unterschiedlichen Abstufungen zur Verfügung, darunter ein spezieller Konversationsmodus. Ein Gaming-Modus mit reduzierter Latenz ist ebenfalls integriert. Multi-Point- und Multi-Pairing-Unterstützung sowie Auracast runden die Konnektivitätsausstattung ab.

Letzteres erlaubt es, kompatible Audioquellen an mehrere Empfänger gleichzeitig zu übertragen – eine Funktion, die als einer der vielversprechenden Bausteine der nächsten Bluetooth-Generation gilt und perspektivisch etwa in öffentlichen Räumen oder auf Reisen an Bedeutung gewinnen dürfte.

Sound und ANC

In Sachen Sound präsentieren sich die xboom Buds Plus mit einem warmen Grundcharakter als sehr ausgewogen. Der 10-Millimeter-Treiber sorgt für einen ordentlichen Punch in den Tiefen, ohne akustische Details unnötig zu überdecken. Die Höhen haben ausreichend Raum, ihren sauberen Klang auszuspielen, während sich die Mitten etwas zurückhaltender zeigen. Insgesamt hinterlassen die Buds ab Werk einen äußerst wohlgefällig abgestimmten Gesamteindruck.

Audio-Connaisseure können über den 8-Band-EQ in der App bei Bedarf dennoch gezielt nachjustieren. Dafür stehen zwei Custom-Slots bereit. Neben Standardprofil und Bass Boost finden sich außerdem zwei weitere Presets für bessere Stimmenklarheit sowie für erweiterten Raumklang.

Letzteres Preset verdient ein gesondertes Lob. Denn wie treue Leser wissen, attestieren wir optionalem Raumklang häufig einen unangenehm künstlichen Beigeschmack und raten eher davon ab. Im Falle der xboom Buds ist der Effekt jedoch dezenter eingesetzt. Stimmen und Instrumente werden hörbar voneinander getrennt, das Klangbild bleibt dabei stabil und authentisch.

Das aktive Noise Cancelling arbeitet adaptiv und konzentriert sich primär auf gleichmäßige, tieffrequente Geräusche. Tiefes Rauschen wird zuverlässig reduziert, während höhere Frequenzen weniger stark abgeschirmt werden. Insgesamt arbeitet das ANC gewohnt solide, ohne an die absolute Spitzenklasse heranzureichen. Für Alltag, Pendelverkehr oder Büro reicht die Leistung aber allemal aus. Im Transparenzmodus fällt bei pausierter Musik ein leichtes Grundrauschen auf, das im Test jedoch kaum störte.

Auch die Sprachqualität überzeugt. Dank mehrerer integrierter Mikrofone bleiben Gespräche auf beiden Seiten klar verständlich – selbst in belebter Umgebung.

Fazit

Viel Technik im kompakten Format – die LG xboom Buds Plus bieten einen zeitgemäßen Funktionsumfang und veredeln das vielfältige Gesamtpaket um einige technische Besonderheiten.

Ein effektiver adaptiver Equalizer, eine wertige Verarbeitung mit griffiger Oberflächentextur, eine solide Akkulaufzeit sowie die gut strukturierte App sorgen für ein stimmiges Gesamtbild. Extras wie Auracast, die UV-Desinfektion der Buds im Case und die Anbindung älterer Geräte ohne Bluetooth sind sinnvolle Zusatzfeatures, die gerne Schule machen dürfen.

Klanglich liefern die Buds Plus bereits ab Werk einen ausgewogenen und angenehm kräftigen Sound, der ausreichend Raum für akustische Details lässt. Das adaptive Noise Cancelling arbeitet zuverlässig, ohne dabei Maßstäbe zu setzen. Mit Bluetooth 5.4 sind die xboom Buds Plus außerdem auf dem aktuellen Stand und unterstützen moderne Standards wie LE Audio inklusive LC3-Codec und Auracast.

Wer also ein technisch potentes und vielseitiges Paar True-Wireless-Ohrhörer mit stabiler Performance, starkem Sound und durchdachten Zusatzfunktionen sucht, bekommt mit den xboom Buds Plus eines der aktuell am besten aufgestellten Gesamtpakete im oberen Mittelklasse-Segment.

Die LG xboom Buds Plus werden in Deutschland zum UVP-Preis von rund 229 Euro angeboten, im Handel sind sie aktuell aber schon ab 149 Euro zu finden – so zum Beispiel hier auf Amazon.