Zähneputzen gehört für die meisten Menschen zur täglichen Routine. Doch so selbstverständlich die Zahnpflege auch ist, es kommt nicht nur auf die Regelmäßigkeit, sondern auch auf die Putztechnik, die Dauer und den ausgeübten Druck an. Elektrische Zahnbürsten können dabei helfen, die Reinigung zu optimieren und bieten dafür längst mehr als nur einen elektrisch angetriebenen Bürstenkopf.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Laifen Wave Pro, die klassische Schallvibrationen mit einer zusätzlichen Schwenkbewegung des Bürstenkopfs kombiniert. Bis zu 66.000 Vibrationen pro Minute und ein Oszillationswinkel von 60 Grad sollen für besonders gründliche Reinigungsergebnisse sorgen. Dazu kommen ein intelligenter Drucksensor, individuell anpassbare Reinigungsprogramme und einige clevere Zusatzfunktionen. Klingt äußerst vielversprechend, also haben wir uns die Wave Pro in der edlen Stainless-Steel-Ausführung einmal genauer angesehen.

Ausstattung und Verarbeitung
Die Laifen Wave Pro ist zwar unverkennbar eine elektrische Zahnbürste, gibt sich dabei aber vornehm zurückhaltend – von der chromglänzenden Oberfläche unseres Testmusters einmal abgesehen. Das Handstück ist vergleichsweise kurz, besitzt eine schlichte, nahezu fugenlose Oberfläche und verzichtet auf hervorstehende Bedienelemente. Die Verarbeitung erweist sich dabei als tadellos und robust. Mit aufgestecktem Bürstenkopf bringt die Zahnbürste stattliche 168 Gramm auf die Waage, liegt beim Zähneputzen aber dennoch angenehm in der Hand.
Die von uns getestete Edelstahlvariante ist wohl der größte Eyecatcher der verfügbaren Modelle. Die polierte Oberfläche hat allerdings auch ihre Schattenseiten. Sie zieht Fingerabdrücke magisch an, und durch die glatte Beschaffenheit büßt das Handstück an Griffigkeit ein. Beim eigentlichen Zähneputzen bereitete uns das jedoch keinerlei Schwierigkeiten. Im Gegenteil: Die kompakte Bauweise erweist sich als ausgesprochen praktisch und alltagstauglich.

Auch bei der Pflege des Geräts hat Laifen mitgedacht. Das weitgehend nahtlose Gehäuse bietet kaum Stellen, an denen sich Zahnpastareste oder Feuchtigkeit festsetzen können. Zudem ist die Zahnbürste nach IPX8 gegen Wasser geschützt und kann problemlos unter fließendem Wasser abgespült werden.
Im Lieferumfang befinden sich neben dem Handstück eine magnetische Ladestation mit USB-C-Anschluss nebst USB-A-Aufsteckadapter sowie zwei Bürstenköpfe. Der Pro Whitening soll insbesondere Verfärbungen entgegenwirken, während der Pro Plaque Removal auf die Entfernung von Zahnbelägen ausgelegt ist. Beide besitzen unterschiedlich angeordnete Borsten und eine weiche TPE-Beschichtung, die den Kontakt mit Zähnen und Zahnfleisch angenehmer gestalten soll.

Bedienung und App
Die Laifen Wave Pro kommt mit nur einer Bedientaste aus, die in einer dezenten, mit dem Finger gerade noch ertastbaren Vertiefung liegt und zwar wie ein Touchsensor anmutet, dafür aber einen überraschend festen Eingabedruck verlangt. Das irritierte uns anfangs etwas, ist aber durchaus sinnvoll, schließlich soll sich die Wave Pro beim Halten nicht versehentlich einschalten oder verstellen. Nach kurzer Eingewöhnung funktioniert die Bedienung jedenfalls problemlos, wobei jede Eingabe mit einem kurzen Vibrationsgeräusch bestätigt wird.
Durch einmaliges Drücken starten oder pausieren wir den Reinigungsvorgang, mit zweimaligem Drücken wechseln wir zwischen den drei Intensitätsstufen. Dreimaliges Drücken ermöglicht den Wechsel zwischen den beiden grundlegenden Reinigungsmodi, der täglichen Reinigung und der intensiveren Tiefenreinigung. Halten wir die Taste für zwei Sekunden gedrückt, aktivieren wir außerdem den Reisemodus, der eine versehentliche Betätigung verhindert.

Eine dreiteilige LED-Anzeige oberhalb der Bedientaste informiert über die gewählten Reinigungsmodi. Für den Reisemodus spendiert Laifen der Wave Pro eine separate Anzeige, während am unteren Ende des Handstücks ein Batteriesymbol über den Ladestand informiert.
Wie es sich für ein modernes Gerät gehört, kommuniziert die Wave Pro außerdem via Bluetooth mit einer Smartphone-App, in der uns neben den genannten Grundfunktionen auch eine ganze Reihe durchaus praktischer Zusatzeinstellungen erwarten. So konfigurieren wir auf Wunsch die Vibrationsintensität, den Oszillationswinkel und die Bewegungsgeschwindigkeit in jeweils zehn Abstufungen oder passen die Putzdauer und die Empfindlichkeit des Drucksensors an. Die zusätzlich angebotenen Putzstatistiken sind eine nette, wenn auch dezent unnütze Ergänzung.

Was auf dem Papier nun womöglich nach einer Menge Einstellarbeit klingt, ist in der Praxis erfreulich unkompliziert. Die App wird einmal eingerichtet, die gewünschten Einstellungen werden vorgenommen und anschließend kann das Smartphone in der Tasche bleiben. Hat man seine bevorzugten Einstellungen gefunden, wird auch die Bedientaste im Alltag kaum noch benötigt. Schließlich erwacht die Wave Pro bereits beim Anheben aus dem Standby-Modus und bietet weitere praktische Automatikfunktionen, auf die wir später noch genauer eingehen.
Reinigung im Praxistest
Das eigentliche Herzstück der Wave Pro ist die Kombination aus Schallvibrationen und oszillierenden Bewegungen. Während herkömmliche Schallzahnbürsten hauptsächlich auf schnelle Vibrationen setzen, schwenkt Laifen den Bürstenkopf zusätzlich um bis zu 60 Grad. Zusammen mit maximal 66.000 Vibrationen pro Minute soll das eine besonders gründliche Reinigung ermöglichen.

Das Prinzip orientiert sich an der sogenannten Modified-Bass-Technik, bei der die Borsten schräg am Zahnfleischrand angesetzt und mit kleinen Bewegungen geführt werden. Die Wave Pro übernimmt einen Teil dieser Bewegungen automatisch.
Ob diese Kombination tatsächlich bessere Reinigungsergebnisse erzielt als andere elektrische Zahnbürsten, lässt sich anhand unseres Praxistests nun zwar nicht wissenschaftlich beurteilen, sehr wohl aber das Reinigungsgefühl. Und das fällt ausgesprochen positiv aus. Die Wave Pro hinterlässt ein spürbar glattes Gefühl auf den Zahnoberflächen und vermittelt damit einen umfassend gründlichen Eindruck. Wer bislang eine Handzahnbürste verwendet hat, muss sich möglicherweise zwar erst an das ungewohnte Kitzeln durch die schnellen Vibrationen gewöhnen, aber lasst euch gesagt sein: Das geht vorbei!

Eine wichtige Funktion in dem Zusammenhang ist der integrierte Drucksensor. Wird die Bürste zu fest auf die Zähne gedrückt, reagiert sie mit einer charakteristischen Vibrationsfolge, die sich auch akustisch deutlich wahrnehmen lässt. Gleichzeitig passt die Elektronik die Motorleistung an. In unserem Test funktionierte diese Warnung zuverlässig, machte unmittelbar auf einen zu hohen Anpressdruck aufmerksam und erzog uns damit rasch zu einer besseren Putzdisziplin.
Ein integrierter Timer erinnert zudem alle 30 Sekunden mit einem kurzen Brummen daran, zum nächsten Mundbereich zu wechseln. So lässt sich die empfohlene Putzdauer von zwei Minuten gleichmäßig auf alle vier Bereiche verteilen.

Die beiden mitgelieferten Bürstenköpfe kommen in einer hygienischen Aufbewahrungskapsel und werden einfach aufgesteckt. Der Wechsel geht entsprechend rasch und unkompliziert vonstatten. Während der Pro Whitening-Kopf vor allem oberflächlichen Verfärbungen entgegenwirken soll, ist Pro Plaque Removal auf die gründliche Entfernung von Zahnbelag ausgelegt. Im praktischen Einsatz konnten wir zwischen den beiden Aufsätzen allerdings keinen nennenswerten Unterschied beim Reinigungsgefühl feststellen.
Ein wenig verwundert lässt uns indes das Betriebsgeräusch zurück. Denn neben den üblichen Vibrationen fällt im eingeschalteten Zustand ein eigentümliches Rauschen auf, das ein wenig an das Frequenzrauschen eines Radiogerätes erinnert. Nicht laut und im Alltag auch nicht störend, aber durchaus präsent und ungewöhnlich. Wie eine kleine Netzsuche zeigt, handelt es sich dabei zwar nicht um einen Einzelfall, ob dieses Geräusch bei sämtlichen Geräten auftritt oder nur einzelne Exemplare betrifft, lässt sich allerdings nicht abschließend beurteilen.

Kleine Funktionen mit großem Alltagsnutzen
Abseits der eigentlichen Reinigung bietet die Wave Pro einige sehr komfortable Extras, die wir in der App hinzuschalten können. Besonders praktisch ist etwa die automatische Ausrichtung des Bürstenkopfs. Wird die Zahnbürste aufrecht abgestellt, dreht sie die Borsten nach hinten weg, wenn das Gerät in den Standby-Modus wechselt. Liegt sie hingegen waagerecht, richtet sich der Bürstenkopf nach oben aus. So wird verhindert, dass die Borsten unnötig mit der Ablagefläche in Kontakt kommen und dabei verschmutzt werden.
Ebenfalls nützlich und von uns nach jedem Putzen verwendet ist der Schnelltrocknungsmodus. Halten wir die Zahnbürste nach dem Abspülen nach unten, versetzt sie den Bürstenkopf automatisch in Bewegung und schleudert überschüssiges Wasser ab. Dadurch trocknen die Borsten schneller, und es bleibt weniger Feuchtigkeit zurück, die das Wachstum von Keimen begünstigen könnte.

Auf Wunsch lässt sich die Reinigung zudem starten, indem der Bürstenkopf leicht gegen die Zähne gedrückt wird. Ein Betätigen der Bedientaste ist dadurch nicht mehr nötig. Ein sanfter Leistungsanstieg innerhalb der ersten drei Sekunden soll außerdem verhindern, dass Zahnpasta und Wasser beim Einschalten unkontrolliert verspritzen. Keine dieser Funktionen revolutioniert für sich genommen das Zähneputzen. Zusammengenommen sorgen sie jedoch für einen sehr durchdachten Bedienkomfort, an den man sich schnell und gerne gewöhnt.
Akkulaufzeit und Laden
In Sachen Energieversorgung fährt Laifen ordentlich auf. Laut Hersteller soll die Wave Pro mit einer Akkuladung bis zu 70 Tage durchhalten. Wie lange die Zahnbürste tatsächlich ohne Nachladen auskommt, hängt aber natürlich von der Nutzungsdauer und den gewählten Einstellungen ab.

Wir haben im Zuge unseres zweiwöchigen Testzeitraums mit niedriger Intensität begonnen, sind dann rasch auf die Maximalstufe drei gewechselt und haben den Akku auf gerade mal etwas über 70 Prozent heruntergeputzt. Und das natürlich auch nur, weil wir die Zahnbürste in dieser Zeit bewusst nicht auf der mitgelieferten Ladestation geparkt haben.
Die Ladestation kommt als flacher Puck mit gut 4,7 Zentimetern Durchmesser daher. Ein fest verbautes, einen Meter langes USB-C-Kabel mit Textilummantelung übernimmt die Stromversorgung. Die Bürste findet darauf magnetisch Halt, geladen wird via Induktion. Etwas schade ist, dass ein direktes Laden der Zahnbürste per Kabel damit nicht möglich ist. Auf Reisen muss die Ladestation also mit ins Gepäck. Die hohe Akkulaufzeit relativiert diesen Nachteil allerdings deutlich.
Ein nennenswertes Detail ist abschließend noch der Saugnapf an der Unterseite der Ladestation. Er sorgt für einen sicheren Stand und hält sie auch dann zuverlässig fest, wenn kräftiger daran gezogen wird. Soll der Puck hingegen entfernt werden, genügt es, ihn leicht zur Seite zu kippen. Dadurch gelangt Luft unter den Saugnapf und das Ganze lässt sich nahezu mühelos lösen. Ein immer wieder faszinierender Effekt.

Fazit
Unkompliziert, ausdauernd und gründlich: Mit der Wave Pro denkt Laifen die gute alte elektrische Zahnbürste sinnvoll weiter. Dabei ist es weniger die schiere Anzahl technischer Funktionen, die uns überzeugt hat, sondern vielmehr deren clevere Integration in den Alltag.
Die Kombination aus Oszillation und Vibration hinterlässt beim Putzen spürbar glatte Zahnoberflächen, während Drucksensor und Timer die tägliche Routine unterstützen. Gut gefallen uns zudem die kompakte und robuste Bauweise sowie nützliche Komfortfunktionen wie die automatische Borstenausrichtung oder das Abschleudern von Wasser.
Die zugehörige App ist durchaus praktisch. Noch praktischer finden wir allerdings, dass sie nach der einmaligen Einrichtung kaum noch benötigt wird. Hat man seine bevorzugten Einstellungen gefunden, lässt sich die Wave Pro dank ihrer durchdachten Automatikfunktionen intuitiv bedienen, ohne überhaupt noch die Bedientaste betätigen zu müssen.
Viel Anlass zur Kritik gibt uns die elektrische Zahnbürste damit nicht. Schade ist zwar, dass sie ausschließlich über die mitgelieferte Ladestation aufgeladen werden kann, angesichts der langen Akkulaufzeit fällt dieser Nachteil aber selbst auf Reisen kaum ins Gewicht. Etwas irritiert hat uns jedoch das leise Rauschen im Betrieb, dessen Ursache wir nicht abschließend klären konnten.
Für uns steht jedenfalls fest: Die Laifen Wave Pro ist die beste elektrische Zahnbürste, die wir bislang getestet haben. Sie überzeugt nicht nur mit ihrer Reinigungsleistung, sondern vor allem mit einem durchdachten Bedienkonzept, das moderne Technik und unkomplizierte Handhabung gekonnt miteinander verbindet.
Die Laifen Wave Pro ist in unterschiedlichen Material- und Farbvarianten im Online-Shop des Herstellers oder auch auf Amazon erhältlich. Die von uns getestete Stainless-Steel-Ausführung kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung 139,99 Euro.
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