Wer sich nach einer robusten Outdoor-Smartwatch umsieht, landet früher oder später fast zwangsläufig bei Garmin, Polar oder Coros. Das Problem: Je umfangreicher die Ausstattung ausfällt, desto schneller bewegen sich die Preise jenseits der 500-Euro-Marke.

Als Anbieter smarter Wearables möchte Kospet genau dort ansetzen und verspricht mit der Tank T4 eine deutlich günstigere Alternative, die dennoch kaum Wünsche offenlassen soll. Dualband-GNSS, Offline-Karten, über 160 Sportmodi, Tauchfunktionen, ein helles AMOLED-Display und eine Akkulaufzeit von bis zu zwei Wochen gehören eigentlich eher zur Ausstattung deutlich teurerer Modelle.

Mit der Tank T4 Special Edition hat Kospet seiner Outdoor-Smartwatch zudem einen neuen Anstrich verpasst. Dank neuer Farbvarianten und eines farblich abgestimmten Edelstahlarmbands soll sich die Uhr nicht mehr nur auf Wanderwegen oder beim Sport wohlfühlen, sondern auch im Büro eine gute Figur machen.

Ausstattung und Design

Dass Kospet trotz des vergleichsweise moderaten Preises auch höheren Ansprüchen gerecht werden möchte, wird bereits beim Auspacken deutlich. Ganz im Sinne des Outdoor-Gedankens setzt der Hersteller auf ein robustes Edelstahlgehäuse, dessen Widerstandsfähigkeit in Tests nach dem Militärstandard MIL-STD-810H nachgewiesen wurde. Hinzu kommen kratzfestes Gorilla Glass 3 sowie die Schutzklassen IP69K und 10 ATM. Damit trotzt die Uhr nicht nur Regen oder Staub, sondern eignet sich offiziell sogar für Tauchgänge bis 45 Meter Tiefe. Das ist in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich.

Nun verfügte zwar bereits die reguläre Tank T4 über ein robustes Edelstahlgehäuse, die von uns getestete Special Edition ergänzt dieses jedoch um ein farblich abgestimmtes Edelstahlarmband mit Butterfly-Faltschließe. Dadurch wirkt die Uhr nun deutlich eleganter und lässt sich problemlos auch zum Hemd oder Sakko tragen, ohne fehl am Platz zu wirken.

Trotz des Design-Upgrades bleibt der grundlegende Outdoor-Charakter der Tank T4 mit ihren vier großen Funktionstasten und den markanten Designelementen aber erhalten. Das Gehäuse fühlt sich wie aus einem Guss an, sämtliche Spaltmaße fallen gleichmäßig aus und auch die Tasten besitzen einen angenehm definierten Druckpunkt. Nichts klappert, nichts wirkt billig oder künstlich verstärkt.

Mit knapp 77 Gramm gehört die Tank T4 allerdings auch zu den schwereren Smartwatches ihrer Klasse. In Kombination mit dem Gehäusedurchmesser von knapp 49 Millimetern trägt sie am Handgelenk entsprechend ordentlich auf. Wer bisher eher kompakte Smartwatches getragen hat, sollte sich daher bewusst sein, dass die Tank T4 deutlich wuchtiger wirkt.

Kospet legt der Special Edition zusätzlich das klassische Silikonarmband bei, das sich dank Schnellwechsel-Federsteg innerhalb weniger Sekunden austauschen lässt. Während sich dessen Größe über die Dornschließe schnell und fein abstufen lässt, muss das Edelstahlarmband durch das Entfernen oder Hinzufügen einzelner Glieder angepasst werden. Das dafür notwendige Werkzeug findet sich ebenfalls im Lieferumfang, eine Anleitung zur Größenanpassung sucht man allerdings vergeblich. Durch die festen Segmentgrößen fällt die Anpassung zudem weniger flexibel aus.

Im Paket finden sich außerdem eine magnetische Ladeschale mit USB-Kabel sowie eine Kurzanleitung. Ein Netzteil ist nicht mit dabei.

Display und Akkulaufzeit

Eines der Highlights der Tank T4 ist zweifellos das AMOLED-Display. Mit 1,43 Zoll und einer Auflösung von 466 × 466 Pixeln liefert es ein scharfes Bild mit kräftigen Farben und sattem Schwarz. Menüs wirken modern, Watchfaces kommen hervorragend zur Geltung und selbst kleinere Schrift bleibt gut lesbar.

Auch im Freien schlägt sich das Display hervorragend. Die maximale Helligkeit reicht problemlos aus, um Informationen selbst bei direkter Sonneneinstrahlung komfortabel abzulesen. Unterstützt wird das Ganze von einer automatischen Helligkeitsregelung, die im Test schnell und zuverlässig auf wechselnde Lichtverhältnisse reagierte.

Ebenso positiv fällt die Bedienung auf. Eingaben werden ohne nennenswerte Verzögerungen umgesetzt und auch Wischgesten funktionieren jederzeit präzise. Dank Wet-Touch-Unterstützung ist der Bildschirm selbst mit feuchten Fingern gut zu bedienen – ein Detail, das man insbesondere beim Sport oder bei schlechtem Wetter schnell zu schätzen lernt.

Zu den weiteren Stärken zählt die beeindruckende Akkulaufzeit der Tank T4. Selbst mit mehreren GPS-Trainingseinheiten pro Woche, kontinuierlicher Herzfrequenzmessung, Schlaftracking und regelmäßigen Benachrichtigungen sind rund zehn bis zwölf Tage realistisch. Man kann sich sogar den Luxus des Always-on-Displays erlauben und kommt dennoch auf stattliche fünf bis sechs Tage.

Am stärksten belastet das Dualband-GPS den Akku. Wie bei nahezu allen GPS-Sportuhren sinkt die Laufzeit bei permanenter Positionsaufzeichnung deutlich und liegt in diesem Fall bei rund 21 bis 22 Stunden. Für diese Geräteklasse ist das ein durchaus üblicher Wert, der problemlos auch für längere Wanderungen oder Tagestouren ausreicht.

Geladen wird über eine magnetische Ladeschale. Eine vollständige Ladung nimmt rund zwei Stunden in Anspruch. Etwas inkonsequent erscheint mit Blick auf die Special Edition, dass dieser dieselbe Ladeschale wie der regulären Tank T4 beiliegt. Denn da sich das Edelstahlarmband im Gegensatz zum Silikonarmband nicht vollständig öffnen lässt, liegt die Ladestation beim Laden der Special Edition zwangsläufig zwischen Armband und Uhr. Das funktioniert natürlich auch, hätte aber sicherlich eleganter gelöst werden können.

Apexmove-App

Die Verbindung zwischen Smartphone und Tank T4 verläuft erfreulich unkompliziert. Nach dem Einschalten der Uhr erscheint ein QR-Code, über den sich direkt die Apexmove-App herunterladen lässt. Anschließend erfolgt die Kopplung per Bluetooth innerhalb weniger Minuten.

In der App findet man sich schnell zurecht. Modern und übersichtlich gestaltet, sind sämtliche Gesundheitsdaten, Trainingseinheiten und Einstellungen logisch strukturiert und zügig erreichbar. Watchfaces lassen sich direkt aus der App installieren und auch die Startseite kann nach den eigenen Vorlieben angepasst werden.

Der größte Unterschied zu Wear OS oder watchOS zeigt sich allerdings beim Funktionsumfang. Drittanbieter-Apps lassen sich nicht installieren. Wer also Spotify, Komoot oder andere Anwendungen direkt auf der Uhr nutzen möchte, wird enttäuscht. Stattdessen konzentriert sich Apexmove vollständig auf die bereits integrierten Funktionen.

Sportfunktionen und Navigation

Mit inzwischen über 180 Sportmodi lässt sich die Tank T4 nicht lumpen und deckt nahezu jede erdenkliche Aktivität ab – vom klassischen Lauftraining über Rudern und Kraftsport bis hin zu Tauchen oder Klettern. Besonders erfreulich ist dabei, dass viele Trainingsprofile tatsächlich eigene Messwerte liefern und nicht lediglich Trainingsdauer und Kalorienverbrauch erfassen.

Beim Rudern zeichnet die Uhr beispielsweise Schlagfrequenz und Paddelschläge auf, beim Seilspringen werden Sprunganzahl und Tempo ausgewertet und Läufer erhalten unter anderem Informationen zu Pace, Kadenz, Schrittlänge sowie Herzfrequenzzonen. Dadurch wirken die zahlreichen Sportprofile nicht wie reine Marketing-Zahlen, sondern bieten tatsächlich einen praktischen Mehrwert.

Ein echtes Highlight stellt das Dualband-GNSS dar. Die Tank T4 unterstützt neben GPS auch Galileo, GLONASS, BeiDou, NavIC und QZSS, was eine schnelle Positionsbestimmung und eine präzise Streckenaufzeichnung ermöglicht. Beim Laufen oder Wandern erweist sich das GPS als entsprechend zuverlässig und kommt in puncto Genauigkeit erstaunlich nah an deutlich teurere Garmin-Modelle heran.

Die Tank T4 beschränkt sich allerdings nicht allein auf die Positionsbestimmung zur Aufzeichnung trainingsrelevanter Daten. Dank Offline-Karten lassen sich zuvor importierte Routen auch ohne Smartphone direkt auf dem Display verfolgen. Verlässt man den geplanten Weg, weist die Uhr per Vibration darauf hin und bietet mit der sogenannten Trackback-Funktion sogar eine Navigation entlang der bereits zurückgelegten Strecke zurück zum Ausgangspunkt. Gerade für Wanderer oder Trailrunner ist das ein echter Mehrwert.

Ganz perfekt ist die Umsetzung allerdings noch nicht. Das Kartenmaterial muss zunächst über einen PC heruntergeladen und anschließend per USB auf die Uhr übertragen werden. Das funktioniert letztlich zwar reibungslos, wirkt im Jahr 2026 aber unnötig umständlich. Dass es einfacher geht, hat die Konkurrenz längst bewiesen.

Gesundheitsfunktionen

Neben den zahlreichen Sportprofilen übernimmt die Tank T4 erwartungsgemäß auch die klassische Gesundheitsüberwachung. Der verbaute 4PD-Sensor misst rund um die Uhr Herzfrequenz, Blutsauerstoff, Stresslevel und Schlaf. Die erfassten Daten werden übersichtlich in der Apexmove-App ausgewertet und liefern einen guten Überblick über die eigene körperliche Aktivität.

Dabei zeigt sich, dass insbesondere die Herzfrequenzmessung gut funktioniert und sich die Messgenauigkeit für eine Smartwatch dieser Preisklasse auf einem hohen Niveau bewegt. Auch das Schlaftracking liefert brauchbare Ergebnisse. Einschlaf- und Aufwachzeiten wurden im Test zuverlässig erkannt, die einzelnen Schlafphasen nachvollziehbar dargestellt.

Etwas irritiert hat uns hingegen das sogenannte Mood- beziehungsweise Emotionstracking, bei dem die Uhr anhand verschiedener Messwerte versucht, Rückschlüsse auf die aktuelle Stimmung zu ziehen. Ein greifbarer Nutzen dieser Funktion wollte sich uns im Alltag nicht erschließen, als kuriose Spielerei ist sie jedoch durchaus erwähnenswert.

Auf Funktionen wie EKG oder Blutdruckmessung verzichtet Kospet übrigens vollständig. Mit Blick auf den Preis ist das allerdings durchaus nachvollziehbar.

Smartwatch-Funktionen

Die Tank T4 macht auch ohne Sport und Abenteuer eine gute Figur. Eingehende Nachrichten werden zuverlässig angezeigt und lassen sich problemlos auf dem Display ablesen. Android-Nutzer dürfen sogar kurze Schnellantworten direkt über die Uhr versenden.

Dank integriertem Lautsprecher und Mikrofon lassen sich mit einem gekoppelten Smartphone in Bluetooth-Reichweite außerdem Telefonate führen. Die Sprachqualität fällt dabei erstaunlich gut aus und reicht für kurze Gespräche vollkommen aus. Wir waren im positiven Sinne überrascht und hatten großen Spaß daran, uns ein wenig wie Michael Knight aus der Kultserie „Knight Rider“ zu fühlen: „K.I.T.T., ich brauche dich, Kumpel.“

Auch eine Walkie-Talkie-Funktion ist mit an Bord, dank der zwei Nutzer einer kompatiblen Tank-Smartwatch innerhalb kurzer Distanzen direkt miteinander kommunizieren können. Das dürfte zwar nur eine vergleichsweise kleine Zielgruppe ansprechen, kann bei Outdoor-Touren oder gemeinsamen Wanderungen aber durchaus praktisch sein.

Darüber hinaus gehören Musiksteuerung, die Wiedergabe lokal auf der Uhr gespeicherter Musik, Kamera-Fernauslöser, Wetter, Kalender, Taschenrechner, Timer, Wecker, Kompass sowie zahlreiche weitere, mal mehr, mal weniger nützliche Funktionen zur Ausstattung. Insgesamt bietet die Tank T4 damit nahezu alles, was man sich von einer modernen Outdoor-Smartwatch wünscht.

Das geschlossene Betriebssystem bleibt allerdings der wohl größte Knackpunkt bei der Kaufentscheidung. Drittanbieter-Apps werden nicht unterstützt, wodurch Funktionen wie Spotify, Komoot oder kontaktloses Bezahlen komplett außen vor bleiben. Wer eine möglichst vielseitige Smartwatch sucht, ist mit Wear OS oder watchOS daher besser bedient. Legt man hingegen vor allem Wert auf Sportfunktionen und eine lange Akkulaufzeit, dürfte die fehlende App-Unterstützung kaum ins Gewicht fallen. Im Gegenteil, trägt das schlankere Betriebssystem doch maßgeblich zur hervorragenden Ausdauer der Tank T4 bei.

Fazit

Ein starkes Gesamtpaket – Mit der Tank T4 beweist Kospet, dass eine gut ausgestattete Outdoor-Smartwatch nicht zwangsläufig den Preis eines Premium-Modells haben muss. Verarbeitung, Display, Akkulaufzeit und vor allem das umfangreiche Navigations- und Sportpaket können in weiten Teilen durchaus mit deutlich teureren Konkurrenten mithalten. Dank der neuen Special Edition lässt sich die robuste Smartwatch zudem problemlos auch als schickes Accessoire zu Hemd, Sakko oder sogar Anzug tragen.

Ganz ohne Kompromisse kommt die Tank T4 allerdings nicht aus. Das geschlossene Apexmove-Ökosystem setzt dem Funktionsumfang klare Grenzen. So ist der Import von Kartenmaterial für die Offline-Navigation umständlich gelöst und der Verzicht auf Drittanbieter-Apps schränkt die Smartwatch im Alltag spürbar ein. Hinzu kommt das vergleichsweise hohe Gewicht, das nicht jedem Handgelenk schmeicheln dürfte.

Wer jedoch in erster Linie eine robuste Sportuhr mit langer Akkulaufzeit, zuverlässigem GPS sowie umfangreichen Outdoor- und Trainingsfunktionen sucht, bekommt mit der Tank T4 einen ausgesprochen zuverlässigen Begleiter. Kospet schließt zwar nicht alle Lücken zu einer Garmin Fenix oder ähnlichen Premium-Modellen, rückt der deutlich teureren Konkurrenz aber überraschend nah auf die Pelle und liefert mit der Tank T4 – insbesondere mit Blick auf den Preis – eine der derzeit interessantesten Outdoor-Smartwatches ihrer Klasse.

Die Kospet Tank T4 Special Edition ist in der Farbvariante „Schwarzes Gold“ zum regulären Preis von 229,99 Euro über die Webseite des Herstellers oder auch auf Amazon erhältlich. Die Ausführungen Silver und Black kosten jeweils 219,99 Euro.