Hitze ist ein gnadenloser Gegner, doch sie hat einen natürlichen Feind: den Slushi! Auf Festivals, in Freizeitparks und Eisdielen erhältlich, friert einem die eiskalte Erfrischung selbst an den heißesten Tagen zuverlässig das Gehirn ein. Doch warum in die Ferne schweifen, wenn man sich sein Slush-Eis ganz einfach in der heimischen Küche zubereiten kann?

Und keine Sorge, wir kommen hier nicht mit irgendwelchen halbgaren Rezeptideen für die Gefriertruhe um die Ecke, sondern wollen euch eine ausgewachsene Slush-Maschine für Zuhause vorstellen. Und nicht nur das: Mit dem S-Slush EZ 9520 hat Severin ein Gerät auf dem Markt, das weit mehr sein möchte als ein klassischer Slush-Maker.

Neben Slush-Eis verspricht es nämlich auch Frappés, Milchshakes, Cocktails und sogar Weinslushs auf Knopfdruck. Eiswürfel oder vorgekühlte Behälter sind dazu nicht nötig, die komplette Kühlung wird vom Gerät selbst übernommen. Im Test musste der S-Slush nun zeigen, wie gut er mit unterschiedlichen Rezepten zurechtkommt und wurde dabei rasch zum Sommerliebling unserer Redaktion. Wer hätte gedacht, dass die Kaffeemaschine eines Tages Konkurrenz bekommt?

Design und Verarbeitung

Bereits beim Auspacken hinterlässt der Severin S-Slush EZ 9520 mit seinen rund zehn Kilogramm Gewicht einen hochwertigen Eindruck. Das Design wirkt modern und versprüht mit seinem transparenten Mischbehälter direkt Festivalflair. Dank diesem lässt sich gut beobachten, wie sich die eingefüllte Flüssigkeit Schritt für Schritt in einen cremigen Slush oder Milchshake verwandelt, während sich die Mixschnecke im Inneren unablässig um ein zylinderförmiges Kühlelement dreht.

Das ganze System besteht aus nur wenigen Einzelteilen. Zunächst wird die Mixschnecke aufgepflanzt, die dank der speziell geformten Aufnahme nur in einer einzigen Position auf die Antriebswelle passt und nicht falsch montiert werden kann. Rasch noch die Kondenswasserschale einschieben, den Mischbehälter aufsetzen und diesen mit einem Kipphebel arretieren. Nun noch die Tropfschale anstecken, Stecker rein und das war es eigentlich auch schon.

Zu bedenken ist lediglich, dass man das Gerät nach dem Auspacken oder auch nachdem es um mehr als 45 Grad geneigt wurde für vier Stunden stehen lassen soll. Denn ähnlich wie bei einem Kühlschrank oder Gefrierschrank arbeitet im Inneren ein Kompressor. Während Transport und Lagerung kann sich das Kältemittelöl aus diesem in andere Bereiche des Kühlsystems verlagern und der Kompressor im ungünstigsten Fall nicht ausreichend geschmiert werden, was die Kühlleistung beeinträchtigt oder langfristig sogar Schäden verursacht.

Umgekehrt lassen sich die genannten Teile auch einfach wieder entfernen, um Mischbehälter, Schnecke und die Kondenswasserschale bequem in der Spülmaschine zu reinigen. So ist das ganze System nach der Zubereitung mit wenig Mühe wieder sauber, zumal ein spezielles Reinigungsprogramm einen großen Teil der Vorarbeit leistet.

Als Minimum für die Zubereitungsmenge sind 0,5 Liter angegeben, als Maximum 1,9 Liter. Gestört hat uns in dem Zusammenhang etwas, dass die Füllmengenanzeige auf dem Mischbehälter mitunter schlecht zu erkennen ist. Zudem hätten dem Ausgusshebel echte Aluminiumelemente sicherlich gut zu Gesicht gestanden, die beim S-Slush durch Plastikbauteile lediglich angedeutet werden.

Obacht zudem beim Ausgussmechanismus, der seinem Zweck entsprechend einen recht großen Auslass besitzt. Bei sehr flüssigen Konsistenzen oder dem Ablassen von Reinigungswasser schießt es bei unbedachter Handhabung ordentlich heraus. Der vorgeklemmte Spritzschutz hilft in diesem Fall nicht immer.

Unterm Strich steht aber eine gute Passgenauigkeit. Die einzelnen Komponenten wirken sauber verarbeitet und die Konstruktion steht stabil und sicher auf der Arbeitsfläche. Wir haben den S-Slush im Zuge unserer Testphase richtig schwitzen lassen und hatten zu keinem Zeitpunkt Probleme mit den Einzelteilen oder der Bedienung. Das eine Mal, in dem das Frappé-Programm mit dem Milchshake-Programm verwechselt wurde, fällt unter menschliches Versagen …

Bedienung

Denn eine der größten Stärken des Geräts ist die unkomplizierte Handhabung. Zutaten einfüllen, Programm auswählen, starten, abwarten – mehr braucht es nicht. Bedient wird das Gerät über ein frontseitiges Touch-Display. Über dieses stehen fünf Programme für verschiedene Getränketypen sowie das Reinigungsprogramm zur Verfügung. Zusätzlich lässt sich die gewünschte Konsistenz in fünf Stufen anpassen.

Das Ganze ist überschaubar anhand von Symbolen gestaltet, navigiert wird mit den beiden Pfeiltasten am unteren Rand des Bedienfeldes – schade, dass man die Programme nicht auch einfach direkt antippen kann. Zur Wahl stehen Slush, Frappé, Milchshake, Cocktail und Weinslush.

Dennoch ist der Erfolg nicht garantiert. Dieser steht und fällt nämlich mit dem richtigen Rezept, das ein bestimmtes Verhältnis von Zucker oder auch Alkohol verlangt. Ist der Zuckergehalt zu niedrig oder der Alkoholanteil zu hoch, kann es passieren, dass die gewünschte Konsistenz nicht erreicht wird oder die Zubereitung deutlich länger dauert. Die Maschine nimmt einem zwar einen Großteil der Arbeit ab, die grundlegenden physikalischen Eigenschaften der Zutaten kann sie aber natürlich nicht aushebeln.

Als Neuling sollte man sich daher zunächst an den Rezepten probieren, wie es sie etwa auf der Webseite von Severin oder auch sonst überall im Netz zu finden gibt. Denn gerade hier zeigt sich eine kleine Einstiegshürde: Als Nutzer ist nicht immer klar ersichtlich, wie viel Zucker eine Mischung tatsächlich enthält. Wer eigene Rezepte ausprobieren möchte, muss daher zunächst etwas Erfahrung sammeln.

Maximal benutzerfreundlich ist wiederum, dass einer der größten Nachteile klassischer Eismaschinen hier komplett entfällt: Es müssen weder Behälter eingefroren noch Eiswürfel produziert werden. Dadurch eignet sich die Maschine auch für spontane Einsätze an warmen Tagen. Nach dem Start übernimmt der Severin S-Slush die komplette Zubereitung und signalisiert den Fortschritt über die Anzeige und einen abschließenden Signalton. Eine ständige Überwachung ist daher nicht erforderlich, wenngleich durchaus interessant.

Praxistest

Im Alltag erweist sich der S-Slush als wunderbar vielseitig. Neben klassischen Fruchtslushs gelingen auch Milchshakes, Frappés und andere Dessertgetränke problemlos. Besonders gut gefällt dabei die Konsistenz. Die Ergebnisse werden je nach Wunsch entweder angenehm cremig oder herrlich eisig und stehen den professionellen Geräten aus Gastronomie oder Freizeitparks aus unserer Sicht in nichts nach.

Allerdings hängt der Erfolg stärker von den verwendeten Zutaten ab, als wir zunächst vermutet hatten. Nach unseren ersten Versuchen mit Mango-Sirup, Wasser und einem Schuss Maracuja-Nektar waren wir im siebten Slushi-Himmel. Spätere Versuche mit Saft scheiterten hingegen am mangelnden Zuckergehalt und wurden selbst auf höchster Stufe nicht fest genug. Da es vielen Rezepten zudem an Hinweisen zur optimalen Stufeneinstellung mangelt, ist Experimentieren angesagt. Unser erster Frappé wurde auf Stufe 3 beispielsweise viel zu eisig und ließ es an Cremigkeit missen. Hier bietet sich also eine niedrigere Einstellung an, wie wir nun wissen.

Was man neben der Lust am Probieren außerdem noch mitbringen sollte ist Geduld, da die Zubereitungszeit je nach Temperatur der Zutaten und des Umfeldes stark variieren kann. Während unser erster Slush auf Stufe 3 bereits nach 20 Minuten perfekt war, benötigte der Frappé auf gleicher Stufe fast eine ganze Stunde. 1,5 Liter des großartigen Schokomilchshakes nach Severin-Rezept waren dagegen schon nach sieben Minuten fertig.

Vorsicht übrigens beim Einfüllen der idealerweise vorgekühlten Zutaten. Die dafür vorgesehene Öffnung erfordert langsames Eingießen und das hat praktische Gründe: Der schmale Einfüllschlitz reduziert Kälteverluste, verhindert Spritzer und erhöht die Sicherheit während des Betriebs. Wir haben die Klappe beispielsweise einmal vergessen zu schließen, dem Ergebnis tat dies aber keinen Abbruch. Gleichzeitig können kleinere Zutatenmengen oder Sirupe auch während der Zubereitung noch bequem nachgefüllt werden.

Sehr praktisch bei größeren Mengen: Nach Abschluss der Zubereitung schaltet das Gerät nicht einfach ab, sondern hält die fertige Mischung weiterhin gekühlt. Dadurch bleiben Slush, Frappé, Milchshake oder Cocktail auch dann in der gewünschten Konsistenz, wenn nicht sofort ausgeschenkt wird.

Was leider nicht ausbleibt, ist eine gewisse Geräuschkulisse während des Zubereitungsprozesses. Zum einen ist der integrierte Kompressor, der die Flüssigkeiten aktiv herunterkühlt, hörbar, und auch die Mixschnecke macht sich gelegentlich mit Schleifgeräuschen bemerkbar. Letztlich bleibt das Betriebsgeräusch aber auf dem Niveau vergleichbarer Kompressorgeräte und damit im erwartbaren Rahmen.

Nach dem kühlen Eisgenuss sollte man die Maschine noch mit klarem Wasser befüllen und das Reinigungsprogramm starten. Dieses nimmt nur wenige Minuten in Anspruch und sorgt im Falle weniger hartnäckiger Zutaten bereits für ein größtenteils sauberes Gerät. Sind Milchspeisen im Spiel, sind mehrere Durchläufe sinnvoll. Den Rest erledigt dann die Spülmaschine und der Spaß kann von vorne beginnen.

Fazit

So leicht schlägt man dem Sommer ein Schnippchen: Mit dem Severin S-Slush EZ 9520 holt man sich eine ebenso unkomplizierte wie vielseitige Slush-Maschine ins Haus. Die Bedienung ist äußerst benutzerfreundlich – Zutaten einfüllen, Programm auswählen, vorfreudig abwarten –, die Verarbeitung überzeugt und die Ergebnisse können durchaus mit größeren Geräten aus Freizeitparks oder der Gastronomie mithalten.

Da Faktoren wie Konsistenzstufe, Zucker- oder Alkoholgehalt maßgeblich über das Gelingen entscheiden, in der Praxis jedoch nicht immer eindeutig ersichtlich sind, verlangen eigene Kreationen mitunter etwas Experimentierfreude. Wer diese mitbringt, darf sich jedoch über eine äußerst abwechslungsreiche Kaltgetränke-Palette freuen.

Und auch wenn gelegentlich etwas Geduld gefragt ist und eine gewisse Geräuschkulisse nicht ausbleibt, macht der S-Slush an heißen Tagen einfach gute Laune. Ob cremiger Milchshake, eiskalter Frappé oder perfekt gelungener Slush – es hat etwas erstaunlich Befriedigendes, dem Gerät bei der Arbeit zuzusehen und anschließend das fertige Ergebnis ins Glas oder den Becher zu zapfen. Der Severin S-Slush EZ 9520 ist damit nicht nur ein praktisches Küchengerät, sondern auch ein kleines Sommer-Event für die eigenen vier Wände.

Der Severin S-Slush Ice Maker ist regulär für 349,00 Euro über die Webseite des Herstellers sowie bei Amazon erhältlich.