Guter Sound gehört zu einem gut ausgestatteten Gaming-Setup oder Arbeitsplatz inzwischen genauso dazu wie ein vernünftiger Monitor. Allerdings ist der Platz auf dem Schreibtisch begrenzt, und gerade kompakte Lautsprecher haben es nicht leicht, einen ausgewogenen und zugleich kraftvollen Klang zu liefern.

Mit dem ProMedia Lumina stellt sich der amerikanische Audiospezialist Klipsch dieser Herausforderung. Das 2.1-Lautsprechersystem soll mit klaren Höhen, lebendigen Mitten und einem separaten Subwoofer für den nötigen Tiefgang sorgen. Dazu kommen moderne Anschlussmöglichkeiten, eine begleitende App-Steuerung und RGB-Beleuchtung. Ob das Gesamtpaket hält, was es verspricht, zeigt unser Test.

Design und Ausstattung

Wer bei beleuchteten PC-Lautsprechern mit rollenden Augen direkt an grelle Gaming-Optik denkt, wird vom Klipsch ProMedia Lumina angenehm überrascht sein. Das 2.1-System setzt auf ein vergleichsweise zurückhaltendes Design mit schwarzer Holzmaserung, silberfarbenen Akzenten und offen sichtbaren Lautsprechertreibern. Die beiden Satelliten wirken dadurch eher wie geschrumpfte HiFi-Boxen als gewöhnliches Computerzubehör. Trotz ihrer Kunststoffgehäuse hinterlassen sie einen ordentlichen und durchaus hochwertigen Eindruck.

Unterstützung bekommen die beiden Schreibtischlautsprecher von einem separaten Subwoofer, der mit seiner ungewöhnlich schlanken Bauform punktet. Statt eines klobigen Würfels liefert Klipsch ein schmales, aufrecht stehendes Gehäuse, das sich mit seinen 35,6 × 15,2 × 35,4 cm problemlos unter dem Schreibtisch unterbringen lässt. Im Inneren arbeitet ein seitlich abstrahlender 6,5-Zoll-Tieftöner, während eine nach vorne gerichtete Bassreflexöffnung die tiefen Frequenzen unterstützt.

Die Satelliten beherbergen jeweils einen 3-Zoll-Mitteltöner und einen 1-Zoll-Hochtöner, der in einem sogenannten MicroTractrix-Horn sitzt. Diese für Klipsch typische Konstruktion soll den Schall gezielt zum Hörplatz lenken und gerade auf kurze Distanz für eine präzise Wiedergabe sorgen. Insgesamt leistet das System 100 Watt RMS. Den Frequenzbereich gibt der Hersteller mit 40 bis 20.000 Hertz an.

Dank der integrierten Standfüße lassen sich beide Satelliten um bis zu 20 Grad neigen, um den Klang gezielt auf die Sitzposition auszurichten. Weniger praktisch finden wir dagegen die fest verbauten Anschlusskabel, die über verschraubbare Mehrfachstecker mit dem Subwoofer verbunden werden. Das hält zwar zuverlässig, erschwert aber einen Austausch bei Beschädigungen und schränkt die Flexibilität bei der Aufstellung ein.

Bei den Anschlussmöglichkeiten zeigt sich das ProMedia Lumina ansonsten erfreulich zeitgemäß. Neben USB-C für die digitale Audioübertragung stehen ein klassischer 3,5-Millimeter-Klinkeneingang und Bluetooth 5.3 bereit. Ein Smartphone oder Tablet lässt sich somit ebenso unkompliziert einbinden wie ein Desktop-PC oder Notebook. Zusätzlich gibt es am linken Satelliten einen USB-C-Anschluss zum Laden externer Geräte und am rechten Lautsprecher eine Buchse für Kopfhörer oder Headsets.

Bedienung und Funktionen

Die Einrichtung des Klipsch ProMedia Lumina ist erfreulich unkompliziert. Beide Satelliten werden über die besagten Schraubstecker an den Subwoofer angeschlossen. Kabelclips helfen dabei, die Verkabelung einigermaßen ordentlich zu halten. Anschließend wird das Stromkabel an der Rückseite des Subwoofers eingesteckt. Nun noch die gewünschte Audioquelle per USB-Kabel oder Klinke verbinden, und schon kann es losgehen.

Für die alltägliche Bedienung hat Klipsch dem rechten Satelliten mehrere Tasten spendiert. Darüber lassen sich unter anderem die Lautstärke verändern, die Eingangsquelle wechseln und die Beleuchtung steuern. Mit Blick auf die Mehrfachbelegung der Bedienelemente sollte man die Anleitung aber für die Anfangszeit griffbereit halten. Je nachdem, wie lange eine Taste gedrückt wird, löst sie eine andere Funktion aus. Das funktioniert zwar alles so, wie es soll, zumindest ein klassischer Drehregler für die Lautstärke hätte der Haptik aber nicht geschadet.

Tiefer in die Einstellungen des Systems kommen wir ohnehin nur über die Software. Klipsch Connect Plus für Android und iOS beziehungsweise Klipsch Control für Windows geben sich dabei sehr aufgeräumt und konzentrieren sich ohne großen Schnickschnack auf das Wesentliche. So haben wir hier etwa Zugriff auf einen Equalizer mit sechs Frequenzbändern und verschiedenen Voreinstellungen. Darüber hinaus stehen Klangmodi für Musik und Filme sowie eine virtuelle Surround-Funktion bereit. Auch der Subwoofer-Pegel kann angepasst werden, während der Nachtmodus Bass und Gesamtlautstärke reduziert, damit spätabends nicht gleich die halbe Nachbarschaft an der Gaming-Session oder dem Filmabend teilnimmt.

Außerdem finden sich hier Einstellungen für die rückseitig an beiden Satelliten platzierten RGB-LEDs, die ihre Umgebung indirekt erhellen. Das wirkt deutlich dezenter als die üblichen, nach vorne gerichteten Leuchtstreifen vieler Gaming-Lautsprecher. Vor einer hellen Wand entsteht ein angenehm weicher Lichtschein, der dem Schreibtisch ein wenig zusätzliche Atmosphäre verleiht.

Neben festen Farben stehen verschiedene Animationen zur Auswahl. Auf Wunsch reagiert das Licht auf die abgespielte Musik. Unter Windows kann die Beleuchtung über Screen React außerdem die Farben der vier Bildschirmecken aufgreifen. Dank Windows Dynamic Lighting lässt sie sich überdies unter Windows 11 mit anderen kompatiblen RGB-Geräten synchronisieren. Eine nette Sache, die durchaus etwas zur Atmosphäre beiträgt, ohne sich ständig in den Vordergrund zu drängen. Das Ganze wirkt sehr aufgeräumt, sehr erwachsen.

Ganz ohne Ärger verlief unser Ausflug in die Softwarewelt allerdings nicht. Die Windows-Anwendung Klipsch Control verabschiedete sich bei uns regelmäßig nach ungefähr 25 Sekunden. Weder ein Update von Version 1.0.1 auf 1.0.3 noch der Wechsel des USB-Anschlusses konnten die Abstürze verhindern. Das ist besonders ärgerlich, weil ausgerechnet die Software einige der interessantesten Funktionen des Systems zugänglich macht. Hier besteht eindeutig Nachbesserungsbedarf.

Mac-Nutzer müssen indes auf eine eigene Desktop-Anwendung verzichten und für die Einstellungen auf die mobile App zurückgreifen.

Praxis: Klang mit Charakter

Wenn das ProMedia Lumina dann aber erst mal aufspielt, steigt die audiophile Laune. Klipsch hat seinem kompakten Desktop-System eine ausgesprochen lebendige, sehr präsente und angenehm füllige Abstimmung mitgegeben.

Die beiden Satelliten überzeugen mit einer bemerkenswert klaren und detailreichen Wiedergabe von Stimmen und Instrumenten. Der Mitteltonbereich präsentiert sich natürlich und ausgewogen, ohne dass Gesang oder Dialoge unangenehm in den Vordergrund gedrängt werden. Davon profitieren Podcasts und Videokonferenzen ebenso wie Musik. Gleichzeitig sorgen die hornbestückten Hochtöner für eine präzise und direkte Wiedergabe. Feine Klangnuancen kommen sauber zur Geltung, und auch komplexere Passagen bleiben ordentlich nachvollziehbar.

Eine weitere Stärke ist die räumliche Darstellung. Bei passender Aufstellung entsteht zwischen den Satelliten eine präzise Stereobühne. Stimmen lassen sich gut in der Mitte verorten, während sich Instrumente und Effekte hörbar auf die beiden Kanäle verteilen. Gerade am Schreibtisch, wo der Abstand zu den Lautsprechern vergleichsweise gering ausfällt, wirkt der Sound des ProMedia Lumina dadurch sehr breit und plastisch.

Beim Gaming macht das ProMedia Lumina ebenfalls eine gute Figur. Schritte, Schüsse und andere wichtige Geräusche lassen sich dank der klaren Mitten und Höhen gut wahrnehmen. Gleichzeitig erhalten Explosionen und andere bassbetonte Effekte durch den Subwoofer mehr Gewicht. Der virtuelle Surround-Modus kann das Klangbild zusätzlich verbreitern, ersetzt aber natürlich keine echte Mehrkanalanlage.

Auch Filme machen dank der Kombination aus guter Sprachverständlichkeit und ordentlicher Dynamik Spaß. Selbst bei gehobener Zimmerlautstärke bleibt die Wiedergabe weitgehend kontrolliert. Erst wenn die Lautsprecher richtig gefordert werden, büßt das Klangbild etwas an Standfestigkeit ein. Für den angedachten Einsatz am Schreibtisch stehen jedoch mehr als ausreichende Lautstärkereserven zur Verfügung.

Und der Subwoofer? Der sorgt zwar für ein solides Fundament, sollte allerdings nicht mit einem ausgewachsenen Heimkino-Tieftöner verwechselt werden. Sein 6,5-Zoll-Treiber ergänzt die Satelliten um spürbare Tieftonanteile und verleiht Musik, Spielen und Filmen mehr Volumen. Besonders bei elektronischen Klängen und atmosphärischen Soundtracks macht sich das positiv bemerkbar.

Auf brachialen Tiefbass ist das System allerdings nicht ausgelegt. Trotz der vom Hersteller angegebenen unteren Grenzfrequenz von 40 Hertz bleibt der ganz tiefe Frequenzkeller vergleichsweise zurückhaltend. Auch der Übergang zwischen Subwoofer und Satelliten gelingt nicht bei jedem Musikstück vollkommen nahtlos. Mit einer sorgfältigen Aufstellung und angepasstem Basspegel lässt sich das Ergebnis jedoch hörbar verbessern.

Bluetooth 5.3 macht das System aber auch abseits des Computers interessant. Musik vom Smartphone oder Tablet lässt sich bequem kabellos wiedergeben. Wer besonderen Wert auf Klangqualität legt, kann alternativ auf die digitale USB-Verbindung oder den analogen 3,5-Millimeter-Klinkeneingang zurückgreifen. Soweit wir das beurteilen können, beschränkt sich Klipsch bei Bluetooth jedoch auf den einfachen SBC-Codec. Hochwertigere Verfahren wie aptX oder LDAC scheinen nicht unterstützt zu werden.

Fazit

Mit dem ProMedia Lumina beweist Klipsch, dass guter PC-Sound weder riesige Lautsprecher noch eine komplizierte HiFi-Anlage voraussetzt. Das kompakte 2.1-System überzeugt mit einer detailreichen und sehr präsenten Wiedergabe, einer präzisen Stereobühne und einer gelungenen Mischung aus klassischer Lautsprechertechnik, modernen Funktionen und flexiblen Anschlussmöglichkeiten.

Die klare Abstimmung und das Bassfundament des Subwoofers kommen Musik, Filmen und Spielen gleichermaßen zugute, und auch optisch macht das System was her. Das elegante Design wirkt erwachsener als das vieler typischer Gaming-Lautsprecher, während die indirekte RGB-Beleuchtung für ein unaufdringliches Atmosphäreplus sorgt.

Doch es gibt auch Kritikpunkte: Der Subwoofer könnte im Tiefbass gerne etwas entschlossener zupacken, die fest verbauten Spezialkabel schränken die Flexibilität ein und auch bei der Software sehen wir Nachbesserungsbedarf. Mac-Nutzer müssen auf eine eigene Desktop-Anwendung verzichten, während wir die Windows-Version wiederum nicht dauerhaft stabil zum Laufen bringen konnten.

Auf der Bühne seiner Kernkompetenz legt das ProMedia Lumina aber einen sehr starken Auftritt hin und präsentiert sich als vielseitiges Desktop-System, das vor allem mit seinem klaren Klang und der gelungenen räumlichen Darstellung punktet. Wer auf brachiale Bassgewalt verzichten kann und bereit ist, für einen lebendigen Schreibtisch-Allrounder etwas tiefer in die Tasche zu greifen, dürfte hier also genau richtig sein.

Das Klipsch ProMedia Lumina ist im Fachhandel und bei verschiedenen Online-Händlern erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 349 Euro.