Der Netzbetreiber Vodafone stellt sein Peering an öffentlichen Internetknoten ein und setzt künftig auf private Verbindungen. Damit verabschiedet sich das Unternehmen auch vom größten deutschen Knoten DE-CIX. Der Schritt betrifft den gesamten öffentlichen Datenaustausch mit anderen Internet-Providern und Netzbetreibern, ausgenommen sind nur große Streamingdienste und Cloud-Anbieter wie Youtube oder große Hyperscaler.
Unter Peering versteht man die direkte Verbindung zwischen den Netzen verschiedener Anbieter, um den Datenaustausch effizienter zu gestalten. Dadurch können Datenströme zwischen den Netzen ohne Umweg über Dritte fließen, was Latenzen verringert und Kosten spart. Öffentliches Peering erfolgt an neutralen Knotenpunkten wie dem DE-CIX, wo viele Anbieter kostenlos Daten austauschen. Beim privaten Peering hingegen bestehen direkte, exklusive Verbindungen zwischen einzelnen Unternehmen, die meist kostenpflichtig sind.
Laut Vodafone sollen durch den Wechsel geringere Latenzen, eine höhere Ausfallsicherheit und Kostenvorteile erzielt werden. Für Partner, die bislang über öffentliche Netzknoten verbunden waren, bedeutet der Schritt zusätzliche technische und finanzielle Aufwände.
Auch andere Anbieter wie die Deutsche Telekom setzen zunehmend auf eigene Verbindungen und verlangen dabei ebenfalls Gebühren, teilweise deutlich höhere als Vodafone. Zwar betreibt die Telekom noch Anschlüsse an wenigen neutralen Knotenpunkten, doch ihr Engagement dort gilt als eingeschränkt. Mehrere Verbraucherschutzorganisationen werfen ihr vor, durch diese Praxis den Wettbewerb zu behindern und Engpässe zu verursachen. Im Frühjahr reichten sie eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur ein.
Vodafone plant, die Umstellung des deutschen Peering-Netzes noch in diesem Jahr abzuschließen. In weiteren Ländern des Konzerns soll die Umstellung 2026 folgen. Das Unternehmen Inter.link, an das Vodafone sämtliches Peering ausgelagert hat, betreibt neben deutschen Standorten in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, München, Düsseldorf, Nürnberg und Stuttgart auch Netzknoten in zahlreichen europäischen Ländern sowie im US-Bundesstaat Virginia. Damit kann das Unternehmen ein weit verzweigtes Netz für die neuen privaten Peering-Verbindungen bereitstellen.
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