Nachdem wir uns kürzlich bereits einen Gaming-Stuhl aus dem Hause Genesis genauer angesehen haben, werfen wir nun einen Blick auf einen Auszug der technischen Peripherie des polnischen Herstellers.

Mit der Zircon XIII und dem Toron 531 haben sich dabei zwei Produkte in unserem kleinen Testlabor eingefunden, die unterschiedlicher kaum sein könnten: hier eine ungewöhnlich modulare Gaming-Maus, dort ein bewusst einfach gehaltenes Headset für den Einstieg. Ein klassisches Set ergibt sich daraus nicht – wohl aber ein interessanter Eindruck davon, wie breit Genesis im Bereich Gaming-Peripherie aufgestellt ist.

Genesis Zircon XIII: Gaming-Maus mit modularer Bauweise

Mit der Zircon XIII verfolgt Genesis einen Ansatz, der sich vom üblichen Gaming-Maus-Markt abhebt. Statt sich ausschließlich auf Software-Anpassungen zu verlassen, setzt das Modell auf eine Kombination aus klassischer Performance und hardwareseitiger Individualisierung.

Ihr eigentlicher Charakter zeigt sich dabei erst unter der Oberfläche: Zentrale Komponenten lassen sich ohne großen Aufwand austauschen und anpassen. Damit richtet sich die Zircon XIII vor allem an Nutzer, die volle Kontrolle über ihr Eingabegerät haben möchten, ohne dabei auf eine alltagstaugliche und benutzerfreundliche Basis zu verzichten. Genau dieses Spannungsfeld macht sie zu einer eher ungewöhnlichen Erscheinung in ihrem Preissegment.

Design und Ausstattung

Die Genesis Zircon XIII setzt äußerlich auf Zurückhaltung. Statt auffälliger Formen oder aggressiver Gaming-Optik präsentiert sich die Maus als klassisches, funktionales Eingabegerät. Die Linienführung ist klar, das Gehäuse geschlossen und ohne die inzwischen weit verbreiteten Wabenstrukturen. Damit wirkt sie deutlich konservativer als viele aktuelle Leichtbau-Modelle – ohne dabei altmodisch zu erscheinen.

Mit Abmessungen von rund 119 x 62 x 40 mm gehört die Zircon XIII zu den kompakteren Vertretern ihrer Klasse. In Verbindung mit dem Gewicht von etwa 77 Gramm ergibt sich ein ausgewogenes Handling: schnell genug für präzise Bewegungen, gleichzeitig stabil genug für kontrollierte Eingaben.

Das Gehäuse besteht vollständig aus Kunststoff, hinterlässt aber einen soliden Eindruck. Druckstellen oder Verwindungen treten nicht auf, auch bei stärkerem Zugreifen knarzt und verbiegt sich nichts. Die Oberfläche ist glatt gehalten und verzichtet auf gummierte Elemente. Für mehr Grip liegen passende Tapes bei, die sich bei Bedarf aufkleben lassen. Der Effekt ist spürbar gut, die Farbgebung bleibt Geschmackssache.

Die Form ist symmetrisch angelegt und damit grundsätzlich sowohl für Links- als auch Rechtshänder geeignet. In der Praxis richtet sich die Maus jedoch klar an Rechtshänder, da die Daumentasten ausschließlich auf der linken Seite sitzen. Insgesamt stehen sieben softwareseitig programmierbare Tasten zur Verfügung, inklusive klickbarem Mausrad und DPI-Schalter. Zusätzliche Funktionstasten oder experimentelle Layouts gibt es nicht – Genesis bleibt hier bewusst beim klassischen Aufbau.

Die RGB-Beleuchtung fällt dezent aus und beschränkt sich auf das Mausrad sowie einen schmalen Streifen im hinteren Bereich der Maus. Letzterer dient rein dekorativen Zwecken, während das Mausrad die DPI-Stufe visualisiert. Beide Beleuchtungsbereiche lassen sich detailliert anpassen oder vollständig deaktivieren. Insgesamt bleibt die Beleuchtung ein optionales Detail – und drängt sich nicht in den Vordergrund.

Die eigentliche Besonderheit der Zircon XIII liegt im Aufbau unter der Oberfläche. Die Oberschale lässt sich abnehmen, um Zugang zum Innenleben der Maus zu erhalten. Über ein mitgeliefertes Werkzeug können anschließend zentrale Komponenten freigelegt werden – darunter auch die Haupttaster.

Diese sind in Hotswap-Sockeln verbaut und lassen sich ohne Löten austauschen. Genesis legt bereits mehrere Switch-Varianten bei, sodass unterschiedliche Klickcharakteristiken direkt ausprobiert werden können. Ergänzt wird das Paket durch Ersatzgleiter, alternative Gehäuseteile und weiteres Zubehör.

So bietet Genesis auch die Möglichkeit, die Form der Maus im hinteren Bereich leicht zu variieren und damit die Auflagefläche anzupassen. Das verändert zwar nicht grundlegend die Bauform, kann aber Einfluss auf das Griffgefühl und die Handauflage haben. Und wem das noch nicht genug ist: Genesis stellt sogar 3D-Druckdateien für Teile der Maus bereit. Diese umfassen unter anderem Elemente der Oberschale sowie die Haupttasten, wodurch sich die Maus theoretisch weiter individualisieren oder sogar neu gestalten lässt.

Auch technisch bewegt sich die Maus auf einem aktuellen Niveau. Zum Einsatz kommt der PixArt PAW3395 Sensor, der Auflösungen bis 26.000 DPI ermöglicht und als etablierte Lösung im oberen Leistungsbereich gilt. Die Polling-Rate lässt sich bis auf 1.000 Hz einstellen, zudem stehen interne Profile zur Verfügung, die direkt auf der Maus gespeichert werden können.

Die Verbindung erfolgt primär über einen 2,4-GHz-Dongle, der im Gehäuse der Maus verstaut ist. Alternativ kann die Zircon XIII auch kabelgebunden genutzt werden, wobei das mitgelieferte USB-Kabel gleichzeitig zum Laden dient. Bluetooth wird nicht unterstützt.

Bedienung und Praxiseindruck

Im täglichen Einsatz zeigt sich schnell, dass die Zircon XIII trotz ihres besonderen Konzepts in erster Linie eine im besten Sinne konservative Gaming-Maus ist. Einrichtung und Inbetriebnahme funktionieren unkompliziert: Dongle einstecken, Maus einschalten – und sie ist sofort einsatzbereit. Die zusätzliche Software ist nicht zwingend notwendig, erweitert aber die Möglichkeiten deutlich.

Im Spielbetrieb liefert der verbaute PixArt-Sensor eine durchgehend saubere Performance. Bewegungen werden präzise umgesetzt, unabhängig davon, ob schnelle Richtungswechsel in Shootern oder kontrollierte Eingaben in ruhigeren Spielen gefragt sind. Auffällige Aussetzer oder Ungenauigkeiten sind im Test nicht aufgefallen, die Maus verhält sich jederzeit zuverlässig und konsistent.

Auch im Alltag, etwa bei Office-Arbeiten oder längeren Sessions am Desktop, bleibt das Handling angenehm direkt. Die moderate Gewichtsverteilung sorgt dafür, dass sich die Maus schnell bewegen lässt, ohne dabei zu leicht oder unkontrolliert zu wirken.

Der eigentliche Unterschied zu anderen Modellen zeigt sich beim Klickgefühl der Haupttasten. Bereits im Auslieferungszustand liefern diese ein klares, definiertes Feedback. Wirklich interessant wird es aber erst durch die Möglichkeit, die Switches auszutauschen. Je nach eingesetzter Variante verändert sich der Druckpunkt spürbar – von weich und leise bis hin zu deutlich knackigerem, direktem Feedback. Das lädt zum Ausprobieren ein und führt oft zu überraschenden Erkenntnissen über die eigenen Präferenzen.

Zumal die dazu nötigen Eingriffe überraschend unkompliziert vonstattengehen. Die Maus lässt sich nach kurzer Eingewöhnung mit wenigen Handgriffen öffnen, die Switches können direkt entnommen und ersetzt werden. Das wirkt im ersten Moment ungewohnt, funktioniert in der Praxis aber erstaunlich problemlos.

Die Seitentasten fallen im direkten Vergleich etwas ab. Sie erfüllen ihren Zweck zuverlässig, wirken im Druckpunkt jedoch weniger präzise und etwas indirekter als die Haupttasten.

Das Mausrad bewegt sich im soliden Mittelfeld. Es bietet einen für unseren Geschmack etwas zu niedrigen Rasterpunkt, lässt sich aber sauber drücken, ohne zu leicht oder zu schwergängig zu wirken. Insgesamt unauffällig – auch hier im positiven Sinne.

Bei der Ergonomie zeigt sich die kompakte Bauform als zweischneidiges Schwert. Für kleine bis mittelgroße Hände liegt die Maus gut in der Hand und lässt sich präzise führen. Bei den Maßen ist aber auch klar: Je größer die Hände, desto fummeliger wird das Handling.

Die Software von Genesis präsentiert sich funktional und übersichtlich. Tasten lassen sich frei belegen, DPI-Stufen feinjustieren und auch Parameter wie Polling-Rate oder Beleuchtung anpassen. Makros können ebenfalls erstellt und gespeichert werden. Insgesamt bietet die Software alle wichtigen Funktionen, ohne dabei unnötig komplex zu wirken.

Im drahtlosen Betrieb arbeitet die Verbindung stabil und ohne spürbare Verzögerungen. Auch längere Sessions führen nicht zu Verbindungsabbrüchen oder Störungen. Alternativ lässt sich die Maus während des Ladevorgangs problemlos kabelgebunden weiterverwenden.

Unterm Strich zeigt sich die Zircon XIII im Alltag als das, was sie sein soll: eine zuverlässige Gaming-Maus mit sauberer Performance – die sich durch ihre modulare Bauweise zusätzlich an persönliche Vorlieben anpassen lässt.

Fazit

Mit der Zircon XIII geht Genesis einen ungewöhnlichen Weg. Statt sich über Gewicht, auffälliges Design oder zusätzliche Features zu profilieren, steht hier ein anderer Gedanke im Mittelpunkt: Anpassbarkeit auf Hardware-Ebene.

Im Alltag funktioniert die Maus dabei zunächst wie ein klassisches Gaming-Peripheriegerät. Die Performance stimmt, der Sensor arbeitet präzise und zuverlässig, und auch Verarbeitung sowie Ausstattung bewegen sich auf einem soliden Niveau. Größere Schwächen leistet sich die Zircon XIII nicht, kleinere Kritikpunkte wie die etwas schwächeren Seitentasten oder die kompakte Bauform bleiben überschaubar.

Der eigentliche Unterschied zeigt sich erst beim genaueren Hinsehen. Die Möglichkeit, Switches ohne großen Aufwand zu tauschen und damit das Klickverhalten aktiv zu beeinflussen, ist in dieser Form selten. Was bei anderen Mäusen meist nur mit technischem Know-how und Risiko verbunden ist, gehört hier zum Konzept und funktioniert entsprechend unkompliziert.

Wer also einfach nur eine gute, unkomplizierte Gaming-Maus sucht, bekommt hier bereits ein solides Gesamtpaket. Wer darüber hinaus gezielt Einfluss auf das Verhalten seiner Maus nehmen möchte, findet bei der Zircon XIII ein Maß an Kontrolle und Variabilität, das in dieser Preisklasse nur selten geboten wird.

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Genesis Toron 531: Viel Headset für wenig Geld

Wer im Portfolio von Genesis stöbert und für schmales Geld noch ein passendes Headset sucht, sollte einen Blick auf das Toron 531 werfen. Mit einem Preis von rund 40 Euro positioniert sich das Modell ausdrücklich im Einstiegsbereich, ohne deshalb billig zu wirken.

Ganz im Gegenteil: Was man für den Preis bekommt, kann sich sehen lassen. Nichts knarzt oder quietscht, das im Alu-Look gehaltene Design wirkt auf den ersten Blick überraschend wertig.

Das kabelgebundene Stereo-Headset setzt auf ein schlichtes Design ohne zusätzliche Features wie RGB oder Software-Anbindung. Stattdessen steht eine unkomplizierte Nutzung im Vordergrund: anschließen und loslegen.

Im Alltag überzeugt das 240 Gramm leichte Headset vor allem durch seinen angenehmen Tragekomfort. Die weichen Stoffpolster sitzen auch über längere Zeit bequem, ohne unangenehmen Druck zu erzeugen – das ist in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit. Die Größenverstellung rastert haptisch angenehm, wenn auch etwas weich.

Schön ist zudem, dass hier Stoff statt Kunstleder zum Einsatz kommt. Wer die wabenförmige Struktur nicht mag, erhält ein zweites Polsterpaar mit glatter Oberfläche. Auch die textilummantelten Kabel machen einen guten Eindruck. Der Anschluss erfolgt über 3,5-mm-Klinke, bei Bedarf auch über ein Adapterkabel am PC. Am Kabel sitzt zudem eine kleine Bedieneinheit zur Lautstärkeregelung und zum Stummschalten des Mikrofons.

Klanglich bewegt sich das Headset mit seinen 50-mm-Treibern auf einem soliden Niveau mit klar verständlichen Stimmen und ausreichend Druck für Spiele und Medien. Für den Preis liefert es eine insgesamt ausgewogene Abstimmung, auch wenn es naturgemäß an räumlicher Tiefe und präziser Ortung fehlt.

Das abnehmbare Mikrofon punktet mit einem flexiblen Arm, der zwar etwas kurz ausfällt, die Position aber gut hält. Insgesamt erfüllt es seinen Zweck zuverlässig für Voice-Chat und Multiplayer-Runden, bleibt klanglich jedoch eher einfach und funktional.

Unterm Strich ist das Toron 531 kein technisches Highlight, will es aber auch nicht sein. Für rund 40 Euro bekommt man ein bequemes, unkompliziertes Headset, das im Alltag zuverlässig funktioniert – und damit genau das liefert, was man in dieser Preisklasse erwarten darf.

Das Genesis Toron 531 Gaming Headset bekommt ihr für 44,90 Euro unter diesem Link.