Werbung ist für viele Unternehmen fraglos eine wichtige Einnahmequelle. Mitunter fragt man sich dann aber doch, ob es wirklich darum geht, seine Mitarbeiter und Rechnungen zu bezahlen oder sich einfach nur die Taschen vollzustopfen. Streaming-Fans können da ein Lied von singen, und Autofahrer demnächst womöglich auch.
Mit Stellantis hat einer der größten Autokonzerne der Welt offenbar die Werbung für sich entdeckt und setzt dabei auf eine Strategie, die bei Fahrern auf großen Unmut stößt. Wie zunächst das Automagazin „TheAutopian“ berichtete, werden diese Werbeanzeigen auf den Multimedia-Displays im Cockpit angezeigt, wenn das Fahrzeug während einer Fahrt zum Stillstand kommt.
Auf der Plattform „Reddit“ beklagt beispielsweise ein Jeep-Fahrer, dass ihm beim Stopp an einer roten Ampel auf dem Bildschirm seines Fahrzeugs eine Anzeige über erweiterte Garantieangebote eingeblendet wurde.
Der Automobilkonzern Stellantis, zu dem neben Jeep auch noch die Marken Chrysler, Fiat, Citroën, Peugeot und Opel gehören, experimentiert scheinbar mit neuen Möglichkeiten, Geld zu generieren. Nachdem erste Nutzer verärgert auf diese Entwicklung reagiert hatten, bestätigte Stellantis über den Kundenservice „JeepCares“, dass es diese Anzeigen im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung mit dem Radio-Netzwerk SiriusXM tatsächlich gebe. Da sich die Werbung nicht automatisch schließt, empfahl das Unternehmen den Fahrern, diese manuell über das „X“-Symbol zu löschen.
Das ist nicht unbedingt etwas, was man als Käufer eines teuren Autos hören möchte, weshalb die Implementierung der Werbeeinblendungen auf breiter Front auf großen Widerstand stößt. Einige Fahrer suchen bereits nach Möglichkeiten, diese dauerhaft zu deaktivieren, und haben das sogenannte Jailbreaking“ von Fahrzeugsystemen ins Gespräch gebracht, um dem Problem auf technischer Seite beizukommen.
Grob erklärt handelt es sich bei einem Jailbreak um ein Verfahren, mit dem die Software-Einschränkungen eines Betriebssystems durch Sicherheitslücken umgangen werden, um dem Benutzer erweiterte Rechte und Zugriffsmöglichkeiten zu geben. Heißt: Die Fahrzeuge sollen gehackt werden, um die lästigen Pop-ups im Inneren des Systems zu deaktivieren.
Klingt zunächst etwas absurd, aber wer weiß: Sollte Stellantis diesen Weg weiter beschreiten, könnte sich eine Art Schwarzmarkt bilden, auf dem genau solche Eingriffe gegen Geld angeboten werden.
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