So praktisch sie auch sind, haftet Ventilatoren stets etwas Altmodisches und Muffiges an. Und das ist auch kein Wunder, handelt es sich im Kern doch um eher rudimentäre Geräte, deren Funktionsweise sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert hat. Was aber natürlich nicht heißt, dass hier nicht noch Luft nach oben ist, wie Dreo mit dem TurboPoly 513S eindrucksvoll beweist.
Der amerikanische Hersteller von smarten Haushaltsgeräten hat sich offenbar viele Gedanken darüber gemacht, was von einem modernen Ventilator zu erwarten sein sollte. Das Ergebnis ist ein Gerät, welches die Vorteile eines Luftzirkulators mit einbringt, über vielfältige und zeitgemäße Bedienungsmethoden verfügt und vor allem enorm kraftvoll und flexibel für effektive Abkühlung sorgt. Nicht umsonst betont Dreo stolz, dass der TurboPoly 513S seinen Luftstrom bis zu 30 Meter weit durch den Raum pusten und dabei ein Luftvolumen von 1650 CFM bewegen kann.

Da derartige Winde aber natürlich nicht immer vonnöten sind, wird das Gerät mit acht Geschwindigkeitsstufen sowie sechs verschiedenen Betriebsmodi ausgeliefert und hat sogar einen Sensor zur Erfassung der Raumtemperatur. Darüber hinaus verfügt es über eine omnidirektionale Schwenkfunktion, die eine horizontale und vertikale Oszillation erlaubt – auf Wunsch auch in Kombination. Auch eine App-Anbindung und Smarthome-Kompatibilität sind mit an Bord.
Optisch entspricht der TurboPoly 513S auf den ersten Blick einem klassischen Standventilator. Das Gebläse ist jedoch im Sinne einer effektiven Luftumwälzung aufgebaut wie eine Turbine. Der fünfblättrige Rotor verbirgt sich in einem beidseitig mit aerodynamisch geformten Lamellen versehenen Gehäusekopf, das sich horizontal bis zu 120 Grad und vertikal bis zu 105 Grad schwenken lässt.

Möglich macht das die Kombination aus einer Aufhängung an einem Bogen, der wiederum mit der Standsäule des Geräts verbunden ist. An diesem befindet sich auch ein Display, rückseitig auf mittlerer Höhe wird das mit 180 cm nicht übermäßig, aber ausreichend lange Stromkabel eingesteckt. Ganz unten befindet sich noch ein Drehrad zum manuellen Justieren und Arretieren der Höhe von 96 bis maximal 111 cm.
Das Ganze steht auf einem beschwerten Sockelfuß mit 32 cm Durchmesser, den man nach dem Auspacken mit einer Schraube und dem beigelegten Werkzeug unten an der Gerätesäule befestigt. Am Ende wiegt der zusammengebaute TurboPoly 513S insgesamt etwas über sieben Kilo und steht so sicher, dass selbst in einem Haushalt mit Kindern und Tieren schon so einiges zusammenkommen muss, damit der Ventilator umkippt.
Das Design wirkt modern und dank einer braunen Applikation in Lederoptik um den Haltebogen für ein Gerät, das äußerlich im Wesentlichen aus Kunststoff besteht, auch erstaunlich elegant. Ein wenig Aluminium hätte dem Gesamteindruck sicherlich nicht geschadet, aber dann bewegen wir uns natürlich auch in ganz anderen Preiskategorien.

Für die direkte Bedienung am Gerät hat Dreo oben am Ventilatorkopf Touchbuttons für die rudimentären Befehle verbaut. Mit Piktogrammen unterlegte LEDs zeigen die aktuelle Lüfterstufe, die Oszillation und den Betriebsmodus an. Neben dem Ein- und Ausschalten erlauben die Tasten, zwischen den Stufen 1 bis 8 zu wählen, die horizontale Oszillation auf 60, 90 und 120 Grad zu schalten und die festgelegte vertikale Oszillation zu aktivieren. Auch die WLAN-Verbindung bauen wir hier auf Knopfdruck auf. Wollen wir zwischen (einigen) Betriebsmodi wählen, greifen wir hingegen zur beigelegten Fernbedienung.
Diese fällt mit den Maßen 10 x 4 x 1 cm sehr handlich und flach aus, eine Knopfzellen-Batterie liegt bei. Aufs Wesentliche reduziert, teilt sich die gummierte Schaltfläche in sieben Tasten, die uns neben den oben genannten Einstellungen auch Zugriff auf die Modi-Wahl und den Timer geben. Letzterer ist selbsterklärend und schaltet den Ventilator nach der von uns gewählten Stundenzahl zwischen 1 und 8 aus – für eine längere und minutengenaue Laufzeit bedarf es der App.

Gleiches gilt für den vollen Modus-Umfang. Während wir über die Fernbedienung zwischen Normalmodus mit fester Geschwindigkeit, dem Automodus mit automatisch angepasster Geschwindigkeit je nach Raumtemperatur und dem Turbo-Modus für volle Power wählen, wurden die benutzerdefinierten Einstellungen auf das Smartphone ausgelagert. Weshalb dies auch für den angenehmen Natur-Modus gilt, ist uns allerdings schleierhaft.
Neben den erwähnten LEDs am Gerätekopf werden unsere Eingaben auch auf dem Display visualisiert. Stufe, Modus, Oszillation und WLAN-Anbindung – alles in orange leuchtenden Lettern und Piktogrammen gut ablesbar. Das Display schaltet sich wenige Sekunden nach einer Eingabe automatisch ab und flammt erst wieder auf, wenn wir einen neuen Befehl geben. Wer die Anzeige dauerhaft aktiviert haben möchte, verschiebt den entsprechenden Regler in der App.
Die Tastentöne sind werksseitig klugerweise deaktiviert. Wer auf diese Rückmeldung angewiesen ist oder wert legt, findet auch dazu eine passende Option am Smartphone. Und wenn wir schon die ganze Zeit davon sprechen, dann kommen wir doch jetzt endlich direkt zum digitalen Begleitprogramm.

Als zentrale Anlaufstelle für Produkte aus dem Hause kommt auch für den TurboPoly 513S die gängige Dreo-App zum Einsatz. Hat man Bluetooth am Smartphone und die WLAN-Verbindung am Gerät aktiviert, geht die Kopplung rasch und problemlos vonstatten. Die Benutzeroberfläche ist zwar grundsätzlich logisch strukturiert, mit ihren unterschiedlich großen und geformten Kacheln für unseren Geschmack allerdings etwas zu verspielt. Nach kurzer Einarbeitungszeit finden wir uns aber gut zurecht und freuen uns darüber, das technische Potenzial des Dreo-Geräts voll ausschöpfen zu können.
Fortan dürfen wir nämlich nicht nur die Schwingung stufenlos anpassen – horizontal sogar asymmetrisch mit unterschiedlichen Werten für die beiden Schwungrichtungen – wir können den Kopf auch live wie mit einer Fernbedienung steuern und Presets speichern, um mit nur einem Knopfdruck zuvor gespeicherte Positionen für unterschiedliche Sitzbereiche in einem Raum anzusteuern. Auch das Programmieren komplexer Zeitpläne ist für jeden einzelnen Wochentag individuell möglich.

Wer sich so richtig einfuchsen möchte, hat sogar die Möglichkeit, die Umluftgeschwindigkeit kleinteilig an unterschiedliche Raumtemperatur-Szenarien anzupassen. Hier kommt der eingangs erwähnte Temperatursensor zum Einsatz. Besonders sinnvoll ist dies in Kombination mit zusätzlichen Heiz- oder Kühlgeräten, wenn der TurboPoly 513S gezielt als Luftzirkulator eingesetzt wird, um gleich die gesamte Raumtemperatur großflächig zu regeln.
In kleinerem Maße lässt sich dies auch mit dem Automodus realisieren. Wechseln wir in den Schlafmodus, reguliert sich der TurboPoly alle 30 Minuten automatisch herunter, um sich schließlich konstant bei einer niedrigen Einstellung einzupendeln.
Als besonders angenehm empfanden wir zudem den Natürlich-Modus, den wir bereits vom MC706 2-in-1 Turmventilator und Heizlüfter aus gleichem Hause zu schätzen gelernt haben. Hier wird nämlich in unterschiedlichen Intervallen zwischen verschiedenen Geschwindigkeiten gewechselt, um die natürliche Wirkung des Windes zu imitieren. Wir konstatieren abermals: ein erstaunlich angenehmes und cleveres Feature.

Bliebe noch die Sprachsteuerung via Alexa oder Google Assistant. In unserem Fall kam erstgenannter Sprachassistent zum Einsatz. Die Anbindung über den Skill in der Alexa-App ist rasch eingerichtet und schon schalten wir den Dreo auf Zuruf ein oder aus, wechseln die Stufen und auch den Modus. Auch die Oszillation lässt sich dergestalt zu- oder abschalten, wenn auch nicht stufenweise justieren. Damit entspricht der Umfang der Sprachsteuerung im Wesentlichen der Bedienung über die Fernbedienung und am Gerät selbst, was aus unserer Sicht vollkommen ausreichend ist.
Mit seinen schlanken Maßen fügt sich der Dreo TurboPoly problemlos selbst in beengte Wohnverhältnisse. Wenn der Hersteller aber schon mit bis zu 30 Metern wirbt, dann muss für einen Test natürlich eine etwas größere Fläche her. Also das Gerät flugs in unseren längsten Flur gestellt und siehe da: Selbst bei einer Distanz von zehn Metern bringt der Ventilator im Turbomodus ein Blatt Papier noch zum Flattern. Den Luftstrom spürt man ab dieser Entfernung zwar nicht mehr direkt, wohl aber den Effekt der gekühlten Luft.
Da sich ein solches Gerät unter freiem Himmel auf größere Distanzen nicht wirklich testen lässt, können wir unter den gegebenen Testbedingungen die maximalen Herstellerangaben zwar nicht fundiert nachweisen, aber auch nicht widerlegen. Dass das Kraftpaket eine große Masse an Luft auch in großen Räumen in Bewegung zu versetzen vermag, daran besteht allerdings kein Zweifel. Perfekt übrigens auch zum Durchlüften einer Wohnung.

Im Turbomodus entfacht der 513S einen kleinen Sturm, wie wir ihn bei einem Ventilator noch nicht erlebt haben. Das Gerät hat eindeutig Kraft. Beeindruckt hat uns, dass der TurboPoly selbst dann auf gerade mal 70 Dezibel kommt, was in etwa der Lautstärke eines normal geführten Gesprächs entspricht – als Maximalwert, wohlgemerkt. Auf der niedrigsten Stufe wird es mit etwa 35 dB gar flüsterleise, sodass man problemlos dabei wegschlummern kann.
Sehr gut gefällt uns darüber hinaus der große Spielraum durch die omnidirektionale Oszillation, die speziell über die App immer wieder zum Herumspielen verleitet. Insbesondere durch den vertikalen Schwenkbereich hebt sich der 513S wortwörtlich von der Konkurrenz ab und macht den Standventilator enorm flexibel einsetzbar. Ein schönes Detail dabei ist, dass der Rotorkopf automatisch beim Ausschalten automatisch in seine Neutralposition zurückkehrt, wenn man kein festgelegtes Profil angegeben hat.
In Sachen Verarbeitung muss einem der Kunststofflook natürlich nicht gefallen, insgesamt erscheint uns das Gerät aber recht robust und hochwertig verarbeitet. Etwas gestört haben wir uns höchstens an der sichtbaren Stoßfuge in der Mitte des Ventilatorkopfes, auch sitzt dieser mit spürbarem Spiel auf der Säule. Beides ist aber sicherlich bau- und funktionsbedingt und im Betrieb in keinster Weise störend.

So langsam werden wir echte Dreo-Fans. Ohne uns damit zu weit aus dem Fenster zu lehnen, können wir festhalten, dass der TurboPoly 513S der beste Standventilator ist, der uns jemals untergekommen ist. In seiner Anwendung ist das Gerät enorm flexibel, es sieht formschön aus, ist gut verarbeitet und vor allem enorm leistungsstark.
Als Hybrid zwischen Ventilator und Luftzirkulator wälzt der 513S auch in größeren Räumen und Distanzen spürbar die Luft um und ist dabei dank verbauter Sensoren sogar in der Lage, die Drehgeschwindigkeit des Rotors automatisch an die Raumtemperatur anzupassen. Und das alles bei flüsterleisen bis – selbst im mächtigen Turbo-Modus – moderaten Lautstärken.
In Sachen Bedienumfang bleiben mit berührungssensitiven Schaltflächen direkt am Gerät, der beigelegten Fernbedienung und einer umfangreichen App-Anbindung nebst Sprachsteuerung keine Wünsche offen. Schade nur, dass viele sinnvolle Modi und Einstellungen ausschließlich über das Smartphone anzusteuern sind und die Bedienung damit etwas fragmentiert ausfällt.
Alles in allem haben wir es bei dem smarten TurboPoly 513S aber mit einem äußerst sympathischen Standventilator zu tun, der uns mit seiner Vielseitigkeit und Power begeistert. Mit dem Teil im Wohn- oder Schlafzimmer kann der Sommer gerne kommen!
Den Dreo TurboPoly 513S Standventilator bekommt ihr für 169,99 Euro in den Farben schwarz, grau oder weiß hier auf Amazon.
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