Es ist kein Geheimnis, dass Handytarife, insbesondere in Verbindung mit den Gebühren für das mobile Internet, hierzulande eine vergleichsweise teure Angelegenheit sind. Schuld daran sollen Experten zufolge der mangelnde Wettbewerb und hohe Lizenzkosten sein.
Fakt ist zunächst einmal, dass die Preise für Handytarife in Deutschland deutlich höher liegen als der Durchschnitt in der Europäischen Union. Gemäß einer Untersuchung des Vergleichsportals „Verivox“ übersteigen die Kosten diesen hierzulande um ganze 22 Prozent.
Im gesamteuropäischen Ranking landet Deutschland damit abgeschlagen auf Platz 19 von 28. Wie sehr sich diese Unterschiede in der Preisgestaltung auswirken, belegt der Vergleich mit Italien:
Während in Italien für ein Gigabyte Daten durchschnittlich nur 0,08 Euro zu zahlen sind, kostet das gleiche Datenvolumen in Deutschland einer weiteren Studie von „Cable.co.uk“ zufolge etwa 2 Euro. Wir zahlen demnach also glatt das 25-Fache.
„Märkte mit vier oder mehr Netzbetreibern haben regelmäßig einen dynamischeren Wettbewerb.“ Mehr Wettbewerb führt bekanntermaßen zu besseren Preisen. Doch während Italien von der Konkurrenz am Markt profitiert, mangelt es in Deutschland an einer solchen.
Weiterhin werden die hohen Preise durch hohe Lizenzkosten für Netzstandards zusätzlich in die Höhe getrieben. Schamberg führt aus: „Ein wesentlicher Grund für ausbleibende Innovationen und teure Tarife sind die milliardenschweren Lizenzkosten für frühere Netzstandards.“
Neben den drei Hauptnetzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica hat das Unternehmen 1&1 Versuche unternommen, sich als vierter großer Anbieter zu positionieren, um diese Strukturen aufzubrechen, allerdings bisher ohne nennenswerten Erfolg.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Bundesnetzagentur den großen Netzbetreibern erlaubt hat, ihre Lizenzen bis 2030 weiter zu nutzen, ohne dabei jedoch eine Pflicht zur Kapazitätsabgabe an kleinere Anbieter zu verankern.
Dies kritisiert Schamberg, demzufolge der Wettbewerb im Mobilfunk seit Jahren auf der Stelle tritt. Entsprechend kann Verivox Verbrauchern aktuell nur empfehlen, Tarife sorgfältig hinsichtlich ihrer jeweiligen Bedürfnisse zu prüfen, um so die Kosten möglichst niedrig zu halten.
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