Wir leben in Zeiten, in denen Technik neu gedacht wird. Ganze Häuser werden smart, wir frittieren mit heißer Luft anstelle von Öl und Autos fahren elektrisch enorme Strecken. Ein paar Baustellen gibt es jedoch noch, und ganz weit vorne ist dabei der gute alte Wasserkocher.

Eben diesem möchte Caso mit dem Turbo-Heißwasserspender HW 666 Inox eine energiesparende Alternative entgegensetzen. Die Idee dahinter ist, dass man nicht mehr minutenlang darauf warten muss, dass ein ganzer Bottich voll Wasser kocht. Stattdessen erhält man hier auf Knopfdruck innerhalb von Sekunden präzise temperiert genau die Menge Wasser, die man für Tee, Kaffee, Instantgerichte oder auch die Zubereitung von Babynahrung benötigt.

Design und Ausstattung

Der Turbo-Heißwasserspender ist in ein schickes Edelstahlgehäuse gekleidet und schmiegt sich dank seiner kompakten Bauform (155 x 315 x 255 mm)unaufdringlich in moderne Küchen ein. Stirnseitig thront das 9,5 × 11 cm große Touch-Bedienfeld über dem gut 17 cm hohen Auslass; den abnehmbaren 2,7-Liter-Tank trägt das Gerät auf dem Rücken. Die Tropfschale nebst Edelstahlaufsatz lässt sich zum Entleeren und Säubern einfach abnehmen und wieder aufstecken. Der Schlüssel zum Reset nach einer möglichen Überhitzung ist auf der Unterseite verborgen.

Ansonsten liefert Caso noch einen optionalen Wasserfilter und den dazugehörigen Einlegebehälter für den Wassertank. Der Wasserfilter dient dazu, Stoffe wie Kalk, Metalle oder eventuell Chlor zu reduzieren bzw. zurückzuhalten, bevor das Wasser erhitzt und ausgegeben wird. Das wirkt sich nicht nur positiv auf den Geschmack aus, auch das Heizelement und die innenliegenden Komponenten werden dadurch weniger belastet (Stichwort: Kalkablagerung) und somit langfristig besser geschützt.

Laut Hersteller hält die mit fünf Filterstufen ausgestattete Kartusche bei normalem Gebrauch etwa vier bis sechs Wochen und schafft gut 160 Liter Wasser. Ersatzfilter können bei Caso im Sechserpack oder im Dreierpack nachgekauft werden.

Nun ist ein solches Filtersystem natürlich sehr begrüßenswert, hat im Falle des HW 666 Inox jedoch auch seine Tücken. Denn naturgemäß wird der Durchfluss beim Befüllen des Tanks durch den eingesetzten Wasserfilter deutlich verlangsamt. Wird die Kartusche entfernt, geht das Befüllen folglich sehr viel schneller vonstatten, allerdings entfällt dann auch der Filtereffekt. Das System erweist sich damit zwar als funktional, in der Handhabung jedoch etwas unpraktisch – insbesondere, wenn der Tank häufig nachgefüllt wird.

Bedienung und Features

Ansonsten ist das Gerät nahezu selbsterklärend und dank einer automatisierten Lock-Funktion im wahrsten Sinne des Wortes narrensicher. Um es in Betrieb zu nehmen, muss man bei eingestecktem Stecker zunächst drei Sekunden lang auf das Schlosssymbol auf dem Touchdisplay drücken, bevor das Bedienfeld seinen vollen Funktionsumfang in elegant weiß illuminierten Anzeigen preisgibt. Nach einigen Sekunden ohne Eingabe wechselt die Anzeige wieder in den Lock-Modus. Schade ist, dass man hier nicht die Uhrzeit anzeigen lassen kann.

Im aktiven Zustand hat man an der Front Zugriff auf Temperatur- und Mengeneinstellungen. Darüber hinaus ist ein Button für die Reinigungsfunktion und die Angabe der Wasserhärte in zwei Stufen zuständig. Ein weiterer ist außerdem für die Zubereitung von Babynahrung reserviert und liefert konstant auf 40 Grad geheiztes Wasser, solange man die Taste gedrückt hält – praktisch.

Ansonsten stehen in Zehnerschritten die Temperaturstufen von 40 °C bis 100 °C und die Ausgabemengen 100 ml, 150 ml, 200 ml, 250 ml, 300 ml, 350 ml und 400 ml zur Wahl. Möglich ist ebenfalls ein durchgängiger Wasserfluss sowie die Ausgabe von nicht erhitztem Wasser. Mit der Start-Taste beginnt der Durchlauf, der durch einen erneuten Druck jederzeit gestoppt werden kann.

Die Anzeige weist darauf hin, wenn der Tank leer ist oder eine Entkalkung erforderlich wird. Die letzten vorgenommenen Einstellungen werden gespeichert, solange Strom anliegt. Kommentiert wird jeder Tastendruck durch ein Piepgeräusch, das man leider nicht deaktivieren kann.

Der HW 666 Inox in der Praxis

Wie der Test zeigt, wird der Turbo-Heißwasserspender seinem Namen gerecht: Bereits nach wenigen Sekunden steht heißes Wasser bereit. Damit verkürzt sich die Wartezeit im Vergleich zu herkömmlichen Wasserkochern deutlich. Auch das Geräuschniveau bleibt angenehm niedrig, die Auslasshöhe ist selbst für größere Tassen mehr als ausreichend.

Ein Pluspunkt ist die präzise Temperatursteuerung. Der Caso Turbo HW 666 Inox liefert das Wasser konstant auf der gewählten Stufe, was nicht nur Komfort, sondern auch Energieeffizienz verbessert – da nur die tatsächlich benötigte Wassermenge erhitzt wird. Im Alltag spart das Zeit und Strom, insbesondere bei Einzelportionen. Für 250 ml bei den maximalen 100 Grad benötigt der Inox lediglich 45 Sekunden. Für die gleiche Menge bei 40 Grad sind es knapp 30 Sekunden.

Betätigen wir das Sensorfeld für die Babynahrung, fließt das Wasser schon nach fünf Sekunden – und siehe da: Der zu Testzwecken eingetauchte Temperaturfühler zeigt präzise 40 Grad an. Die nächste Stichprobe bei 150 ml auf 70 Grad legte ebenfalls eine Punktlandung hin, 80 Grad kamen noch knapp ins Ziel.

Darüber hinaus machen sich jedoch erste Verluste bemerkbar. Von den angepeilten maximalen 100 Grad kamen bei 200 ml durch Wärmeverlust letztlich nur noch maximale 93 Grad in der Tasse an. Das ist jedoch systembedingt, da das Wasser im Durchlauferhitzungsverfahren auf Temperatur gebracht wird und beim Austritt bereits geringe Wärmeverluste entstehen. Für den vorgesehenen Alltagsgebrauch – etwa Tee, Instantkaffee oder Suppen – fällt das allerdings kaum ins Gewicht, da die Temperatur immer noch mehr als ausreichend ist.

Die Reinigung gestaltet sich überdies unkompliziert: Tropfschale und Tank sind abnehmbar, das Gehäuse lässt sich mit einem feuchten Tuch abwischen. Für die Entkalkung genügt handelsübliches Entkalkungsmittel. Einziger Wartungspunkt ist die regelmäßige Kontrolle der Auslassdüse, um Kalkablagerungen vorzubeugen.

Bei der Leistungsaufnahme des Caso Turbo Heißwasserspenders HW 666 Inox wird eine Spanne von 2.200 bis 2.600 W angegeben; im Test wurden bei 100 Grad saubere 2.500 W gemessen. Das deckt sich mit der gängigen Leistung von Wasserkochern – allerdings liegt der größte Faktor nicht (nur) in der Wattzahl. Der springende Punkt ist, wie viel Wasser erhitzt wird, wie lange der Vorgang dauert und vor allem, ob unnötig viel Wasser mitgeheizt wird.

Der Hersteller gibt für den HW 666 Inox eine Einsparung von bis zu 50 Prozent gegenüber handelsüblichen Wasserkochern an. Begründet wird dies mit der selektiven Erhitzung der tatsächlich benötigten Menge. Im Alltag heißt das: Wer regelmäßig nur kleine Wassermengen beheizt und dabei genau die Menge und Temperatur wählt, kann gegenüber einem klassisch befüllten Wasserkocher tatsächlich von besagtem Einsparpotenzial profitieren. Wird jedoch gleich viel oder gar mehr Wasser erhitzt, schrumpft der Vorteil.

Fazit

Der Caso Turbo Heißwasserspender HW 666 Inox ist eine klug gedachte und zeitgemäße Weiterentwicklung des guten alten Wasserkochers. Mit seiner schnellen Durchlauferhitzung, der präzisen Temperatursteuerung und der Möglichkeit, nur die tatsächlich benötigte Wassermenge zu erhitzen, kommen hier Komfort und Effizienz in einem modernen und dazu auch noch recht schicken Konzept zusammen.

In der Praxis überzeugt das Gerät durch kurze Aufheizzeiten, einfache Bedienung und eine solide Verarbeitung. Kleinere Macken im Design fallen mit Blick auf die Gesamtleistung kaum ins Gewicht: präzise dosiertes, sofort verfügbares Heißwasser, energiesparend, zuverlässig und enorm praktisch wenn es mal schnell gehen soll. Der HW 666 Inox macht damit genau das, was er soll – und tut es auf angenehm unaufgeregte Weise.

Den CASO HW 666 Inox Turbo-Heißwasserspender bekommt ihr für 129,99 Euro auf der Webseite des Herstellers.