Eiswürfel aus dem Gefrierfach brauchen Zeit und sind erfahrungsgemäß genau dann aufgebraucht, wenn gerade Nachschub gefragt ist. Der Clear Ice Advanced aus dem hause CASO Design will das Problem lösen, indem er innerhalb von nur wenigen Minuten frische Eis-Bullets verspricht.
Als besonderes Feature soll die Maschine aber nicht nur schnöde matte Exemplare liefern, sondern auf Knopfdruck auch klare Eisstücke produzieren. Die sehen nicht nur schicker aus, sondern sollen laut Hersteller auch langsamer schmelzen. Wir wollten es genauer wissen und haben die Eishenne fleißig Eier legen lassen.

Kompakt und einfach zu bedienen
Mit einem Gewicht von rund 6,5 Kilogramm und Abmessungen von etwa 24 × 30 × 29 Zentimetern benötigt der Clear Ice Advanced zwar etwas Platz auf der Arbeitsfläche, bleibt für einen Eiswürfelbereiter aber immer noch angenehm kompakt. Das mattschwarze Gehäuse hinterlässt einen schlichten, aber durchaus schicken und vor allem wertigen Eindruck. Über den transparenten Deckel lässt sich jederzeit ein Blick auf den herausnehmbaren Eisbehälter werfen. Dass das Sichtfenster getönt und das Innere des Gerätes komplett schwarz gehalten ist, erschwert den Durchblick jedoch.
Die Bedienung ist quasi narrensicher. Durch den eingehängten Korb füllen wir Wasser in den 1,5 Liter fassenden Tank, schalten die Maschine ein und wählen anschließend zwischen klaren und matten Eis-Bullets. Rückmeldung geben weiße LEDs über den entsprechenden Touch-Buttons.

Einmal betankt und eingeschaltet, läuft die Produktion dank des mit 48 dB angenehm leisen Kompressors direkt an und so lange weiter, bis entweder das Wasser alle, der Auffangkorb voll ist oder wir wieder ausschalten. CASO verspricht die ersten Eisstücke bereits nach etwa acht bis zwölf Minuten. Pro Stunde sollen abhängig von den Bedingungen 320 bis 350 Gramm zusammenkommen, innerhalb von 24 Stunden sind demnach 7,7 bis 8,8 Kilogramm möglich. Der Clear Ice Advanced ist also für den Dauerbetrieb konzipiert.
Schneller Nachschub in zwei Varianten
Das Versprechen der kurzen Wartezeit können wir in unserem Praxistest bestätigen. Bei 24 Grad Raumtemperatur starteten wir die Produktion im Clear-Modus und konnten bereits nach elf Minuten die ersten Eisstücke aus dem Behälter nehmen. Anschließend landete ziemlich konstant etwa alle elf bis zwölf Minuten eine neue Charge von neun Bullets im Korb. Wählten wir das Programm für mattes Eis, verkürzte sich die Zeit in unseren Testdurchläufen sogar noch auf ebenfalls sehr konstante neun Minuten.

Allerdings benötigt der Clear Ice Advanced einige Durchgänge, um richtig in Fahrt zu kommen. Die ersten Clear-Bullets nach dem Einschalten waren noch ausgesprochen dünn und brachten lediglich rund zwei Gramm auf die Waage. Erst nach einigen Produktionszyklen erreichten sie schließlich rund sechs Gramm. Laut Anleitung ist die volle Größe der Eisstücke nach vier Zyklen erreicht, bei uns war bereits die dritte Charge voll ausgewachsen.
Zurück zu den klaren Bullets: Die anfänglich sehr dünnen Exemplare waren tatsächlich nahezu glasklar. Mit zunehmender Größe schlichen sich dagegen sichtbar matte Bereiche ein, was sich auch bei den folgenden Chargen fortsetzte.
Dabei muss allerdings betont werden, dass die Transparenz eines Eiswürfels nicht zuletzt von der verwendeten Wasserqualität abhängt. Gelöste Mineralien und Gase im gewöhnlichen Leitungswasser können beim Gefrieren für Trübungen sorgen. Für besonders klares Eis sollte man daher möglichst mineralarmes Wasser verwenden, das in jedem gut sortierten Supermarkt oder Getränkemarkt erhältlich ist. Doch auch ohne bleibt der Unterschied zwischen den beiden Varianten deutlich, wie man auf dem folgenden Bild gut sieht.

Nach einer Stunde Dauerbetrieb hatten wir knapp 280 Gramm Eis produziert. Damit verfehlte unser Testgerät zunächst zwar die vom Hersteller genannten 320 bis 350 Gramm pro Stunde, allerdings muss man dabei die ersten kleineren Chargen berücksichtigen. Sobald die Maschine ihre Betriebstemperatur erreicht hatte, produzierte sie beständig etwa sechs Gramm schwere Bullets, sodass die von CASO genannte Leistung von 7,7 bis 8,8 Kilogramm Eis innerhalb von 24 Stunden durchaus realistisch erscheint.
Zumindest im Falle matter Bullets. Da die klaren Exemplare etwas länger brauchen, lägen wir auf Basis unseres gemessenen Produktionstakts rechnerisch bei etwa 6,5 bis 7,1 Kilogramm. Dafür haben die klaren Eisstücke wiederum den Vorteil, dass sie langsamer schmelzen, wodurch Getränke länger kühl gehalten werden, ohne sie so schnell zu verwässern.

Zwar zeigt sich im Direktvergleich, dass sich die milchigen Bullets tatsächlich sichtbar schneller wieder in Pfützen verwandelten. Wirklich signifikant fiel der Unterschied allerdings nicht aus. Das Versprechen stimmt damit zwar, einen entscheidenden praktischen Vorteil konnten wir daraus jedoch nicht ableiten.
Einfache Bedienung mit Luft nach oben
Ist die Produktion einmal gestartet, arbeitet der Clear Ice Advanced weitgehend selbstständig. Läuft der herausnehmbare Eisbehälter voll, hält die Maschine automatisch an, was in unserem Test bei rund 500 Gramm Eis der Fall war. Nach der Entnahme der Bullets setzt das Gerät seine Arbeit fleißig fort.
Schade: Eine akustische Benachrichtigung gibt es nicht, der volle Korb wird lediglich durch eine kleine blinkende LED im Bereich der Bedienelemente angezeigt. Wer den Prozess also nicht regelmäßig im Blick hat, könnte das Aussetzen der Eisproduktion leicht übersehen. Etwas ungünstig ist das auch deshalb, weil die Bullets im Korb nicht aktiv gekühlt werden.

Ähnlich verhält es sich bei Wassermangel. Auch dieser wird zwar erkannt und über eine Anzeige signalisiert, ein Warnton fehlt jedoch ebenfalls. Nun lässt sich Wasser zwar jederzeit unkompliziert nachfüllen. Anders als nach der Entnahme von Eis nimmt der Clear Ice Advanced anschließend aber nicht automatisch wieder seine Arbeit auf und muss erst aus- und erneut eingeschaltet werden. Da sich mit 1,5 Litern Wasser rechnerisch um die 250 Bullets produzieren lassen, dürfte das jedoch kaum zum Problem werden.
Verbesserungspotenzial sehen wir allerdings beim Ablassen von Restwasser, das allein schon aus Hygienegründen nicht länger als 24 Stunden in der Maschine verbleiben sollte. Zum Entleeren befindet sich an der Unterseite ein mit einem schmalen Kunststoffband gesicherter Gummistopfen. Dieser liegt zwar relativ weit vorne, dennoch muss der Eiswürfelbereiter so über einer Kante positioniert werden, dass sich ein Gefäß unter die Öffnung halten lässt. Anschließend wird der Stopfen von unten herausgezogen.

Das funktioniert natürlich, wirkt für ein ansonsten so komfortabel arbeitendes Küchengerät aber wenig elegant. In unserem Test landete beim Entleeren regelmäßig etwas Wasser daneben. Eine besser zugängliche Ablassöffnung oder ein anderer Entleerungsmechanismus hätte die Handhabung deutlich angenehmer gemacht.
Für die regelmäßige Pflege besitzt der Clear Ice Advanced dafür aber eine praktische und unkomplizierte Selbstreinigungsfunktion: Wasser einfüllen, Ein-/Aus-Taste fünf Sekunden gedrückt halten, mehr braucht es nicht. Fügt man zudem etwas Zitronensäurepulver hinzu, lässt sich das Gerät auf diesem Weg auch entkalken. Der Eisbehälter und die zum Lieferumfang gehörende Eisschaufel sind unter warmem Spülwasser ebenfalls rasch gereinigt.

Fazit
Der CASO Design Clear Ice Advanced macht das, was er soll, verdammt gut: Er sorgt schnell und zuverlässig für reichlich Eisnachschub. Bereits nach wenigen Minuten landen die ersten Bullets im Korb, anschließend produziert die Maschine mit stoischer Präzision in gleichmäßigen Zeitabständen fleißig weiter. Auch der Clear-Ice-Modus ist mehr als eine nette Spielerei. Die entsprechenden Eisstücke fallen sichtbar transparenter aus als ihre milchig-matten Pendants und schmelzen zudem tatsächlich etwas langsamer.
Positiv gefallen außerdem die einfache Bedienung, der großzügige 1,5-Liter-Wassertank und der weitgehend selbstständige Betrieb. Die unkomplizierte Selbstreinigung erledigt anschließend den Rest. Fast jedenfalls, denn ganz ohne Kritik kommt das Gerät nicht davon. So haben wir uns etwa an dem etwas umständlich gelösten Wasserablass an der Unterseite gestört und uns akustische Hinweise beim Produktionsstopp im Falle eines vollen Eisbehälters oder leeren Wassertanks gewünscht.
An der eigentlichen Kernkompetenz ändert das aber freilich wenig: Wer regelmäßig größere Mengen Eis benötigt, bekommt mit dem CASO Design Clear Ice Advanced einen ebenso schnellen wie unkomplizierten und ausdauernden Eiswürfelbereiter, der mit seinen beiden Eisvarianten zudem mehr zu bieten hat als reine Standardmodelle.
Den CASO Design Clear Ice Advanced bekommt ihr für 169,99 Euro im Onlineshop des Herstellers.
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