Im Vorfeld der Veröffentlichung von Monster Hunter Wilds hat Capcom im lauschigen Kent Club in Hamburg zur Jagd geblasen. Wir waren vor Ort und haben uns für euch natürlich nicht nur die vom Spiel und den darin umherstreunenden Monstern inspirierten Speisen und Getränke zu Gemüte geführt, sondern vor allem ausführlich in eine Preview-Version des kommenden Abenteuers reingespielt.
Zwar befindet sich das Spiel noch in der Entwicklung, weshalb die gezeigten Inhalte möglicherweise nicht dem fertigen Spiel entsprechen. Dennoch konnten wir uns in den vier Stunden Spielzeit bereits einen guten Eindruck von dem neuesten Serieneintrag machen. Und das Beste ist: Wir dürfen euch sogar exklusives Bildmaterial von ausgewählten Monstern und Jagdszenarien zeigen, die in Wilds ihre Premiere feiern.
Im Rahmen einer Auftaktsequenz werden wir Zeuge, wie die Jägergilde einen ersten Vorstoß in das sogenannte Verbotene Land wagt. Eine Spielwelt, die mit all ihren unterschiedlichen Biomen einen doppelt so großen Umfang bieten soll wie in den Vorgängern. Den ersten Teil unserer Hands-On-Session verbringen wir dabei zunächst unter sengender Sonne in einer staubigen Savanne, die geprägt ist von schroffen Felsformationen, kargem Pflanzenwuchs und ausladenden Sandozeanen.
Bevor es so richtig losgeht, schrauben wir uns in einem opulent ausstaffierten Charaktereditor zunächst einen Jäger zusammen. Wer mag, kann mit Blick auf all die Optionen und Parameter allein hier schon die erste Stunde des Spiels verbringen, wir haben es allerdings etwas eilig und behelfen uns mit einem vordefinierten Aussehen: Ein zäher Bursche mittleren Alters mit markanter Narbe im Gesicht.
Unser Jäger ist aber nicht alleine. Ihm zur Seite steht ein Palico. Also ein katzenhaftes Wesen auf zwei Beinen, welches uns bei Bedarf nicht nur tatkräftig im Kampf unterstützt, sondern auch unsere Ausrüstung schleppt. Und auch diesen können wir im Editor umfangreich anpassen.

Mit unserer Wahl zufrieden finden wir uns auf einer Art Sand-Katamaran wieder, der eine staubige Furche in die Dünen der Windebene pflügt. Auf diesem lernen wir mit Alma unsere Feldexpertin kennen, deren Aufgabe es ist, unsere Jagdaufträge zu organisieren und zu genehmigen. Als Schmiedin nicht weniger wichtig ist Gemma, die im Tausch gegen Materialien und Geld neue Ausrüstung herstellt oder vorhandene aufwertet.
Ebenfalls mit an Bord ist ein einheimischer Junge namens Nata, den wir zuvor in der Wüste aufgelesen haben und der allem Anschein nach ein Geheimnis birgt, welches im Verlauf der Story eine wichtige Rolle spielen dürfte.
Bevor wir auch den Rest der Expeditionsmitglieder näher kennenlernen können, startet eine dramatisch inszenierte Sequenz, die nicht nur verdammt cool anzuschauen ist, sondern auch ein wichtiges Spielelement von Monster Hunter Wilds einführt: die Saikriis.

Ähnlich wie bei den Chocobos aus der Final-Fantasy-Reihe, handelt es sich auch bei den Vogelwyvern um Reittiere, die uns wortwörtlich durchs Spiel tragen. Mit Blick auf die riesige Spielwelt spart das Zeit und auch Nerven, da wir unser Saikrii anweisen können, seinen Weg zum nächsten Ziel automatisch zu suchen.
Wir dürfen uns währenddessen bequem zurücklehnen oder nutzen die Zeit, um mit unserer Hakenschleuder allerlei Ressourcen aus der Umgebung zu fischen. Das ist recht praktisch, zumal die sympathischen Biester recht gute Kletterer sind und über eine gewisse Distanz hinweg mit ihren ausgebreiteten Stummelflügeln auch schweben können.
Bei den anstehenden Jagden wächst uns unser Saikrii dann auch rasch ans Herz, fungiert dieses doch nicht nur als mobiles Lager, an welchem wir sogar unsere Waffen wechseln dürfen, auch das Verfolgen flüchtender Monster gestaltet sich auf dem Rücken der Laufvögel so einfach wie nie.

Jägerveteranen, die nun um den spielerischen Anspruch fürchten, können wir an dieser Stelle aber beruhigen. Denn auch wenn uns im Zuge der Session kaum Zeit bleibt, uns mit sämtlichen Spielsystemen zu befassen, deutet sich bereits an, wie umfangreich man seine Jagdstrategien wird anpassen können. Nicht nur stehen uns im Feld dank des Saikriis gleich zwei Waffengattungen zur Verfügung, wir können auch allerlei Hilfsmittel wie Bomben und Fallen einsetzen, um die teils gigantischen Biester zu Fall zu bringen.
Am effektivsten ist es zwar, mit einer Online-Gruppe jagen zu gehen. Seid ihr aber lieber solo unterwegs, müsst ihr nun nicht mehr nur auf euer Palico hoffen. Mit einer Signalpistole können wir in Wilds nämlich jederzeit NPC-Mitstreiter zur Hilfe rufen. Eine Funktion, von der wir regen Gebrauch gemacht haben.
Insgesamt stehen 14 unterschiedliche Waffentypen zur Wahl. Die Wahl fällt entsprechend schwer, doch nach einer kurzen Fragerunde zu unseren Kampfpräferenzen schlägt uns Alma ein flinkes Paar Doppelklingen vor. Wir nehmen dankend an.
An einem Fass üben wir zunächst ein paar Kombos, können es dann aber kaum erwarten, das erste Monster zu erlegen: einen gigantischen Panzerfrosch namens Chatacabra.

Ein wilder Kampf entbrennt, im Laufe dessen das von immer mehr Wunden gezeichnete Biest mehrmals zu flüchten versucht. Die sichtbaren Verletzungen sind ein neues Element in der Reihe und ermöglichen uns mächtige Fokusangriffe, die nicht nur cool animiert sind, sondern auch eine Extraportion Schaden verursachen. Leicht macht es uns das erstaunlich agile Biest allerdings zu keinem Zeitpunkt.
Und doch kommen wir dem Chatacabra mit Ausdauer, Heiltränken und unserem Wetzstein allmählich bei, werfen es auf den Rücken und nutzen jede Gelegenheit für verheerende Kombo-Attacken. Springen können wir mit unserem Waffentyp zwar nicht, wohl aber ausweichen und auf den Rücken eines angeschlagenen Monsters klettern, um dort ganz besonders verheerende Angriffe zu starten. Das sollte uns jedoch erst sehr viel später gelingen.
Nicht schön, aber immerhin effektiv, fällen wir schließlich den Chatacabra, weiden den Kadaver aus und kehren stolz mit unserer Jagdbeute in unser Lager zurück.

Dort könnten wir nun den Umgang mit unseren Waffen in einem Trainingsbereich verbessern. Beflügelt von unserem Erfolg sind wir jedoch in Jagdlaune und heiß auf neue Ausrüstung. Also flugs Gemma einen Besuch abgestattet, die uns aus den erbeuteten Materialien neue und bessere Klamotten schmiedet Später pimpen wir noch unsere Klingen und fühlen uns gewappnet für das nächste Biest.
Gerade rechtzeitig, denn als Nächstes harrt ein Unterstützungstrupp Palicos unserer Rettung. Diesmal gilt es, ein monströses Riesenhuhn zu erledigen, einen sogenannten Quematrice. Etwas erfahrener im Umgang mit den Klingen gelingen uns Kombos zunehmend besser. Auch die NPC-Kumpane rufen wir diesmal direkt zur Hilfe. Alsbald versucht das Vieh vor dieser Übermacht zwischen den Sanddünen zu verschwinden. In einem epischen Finale blasen wir aber auch dem Quematrice die Kerze aus.
Mit der Lala Barina machen wir schließlich einem ganz besonders eindrucksvollen neuen Monster den Garaus, das es sich unter dem Wüstenboden in seinem Nest gemütlich gemacht hat . Arachnophobiker sollten das Video an dieser Stelle vielleicht besser skippen, denn wir haben es hier mit einer haarigen Riesenspinne der Marke „Supergruselig“ zu tun, die den geballten Attacken unserer Gruppe glücklicherweise aber nicht allzu viel entgegenzusetzen hat.

Wenig später verlassen wir die Windebene und finden uns in einem üppig bewachsenen Dschungel wieder. Dort treffen wir auf ein ulkiges Völkchen von Ureinwohnern, das wirkt, als handle es sich dabei um eine wilde Version unserer Palicos. Letztlich mündet aber auch diese Begegnung in einem Kampf mit einem weiteren Kreatur, die in Monster Hunter Wilds ihre Premiere feiert.
Der Congalala kommt als klauenbewehrte Abart eines Affen daher und schämt sich als solcher nicht, uns mit seinen Flatulenzen und Rülpsern zu vergiften. Geraten wir in den Dunstkreis einer solchen Attacke, können wir zeitweilig einige Items nicht mehr nutzen. Ganz abgesehen davon, wie unangenehm der Gestank sein muss.
Im weiteren Verlauf lernen wir den schlangenartigen Balahara kennen, bei dem uns die Fokusattacken endlich auch gezielt gelingen. Und nicht nur das: Wir erklimmen das Vieh sogar und klammern uns wie ein Rodeoreiter fest, um direkt den Kopf zu attackieren.

In einem wahrlich epischen Duell messen wir uns zum Ende hin noch mit einem Alpha-Doshaguma Ein wahrlich ehrfurchtsgebietender Gegner, dem wir inmitten eines von Blitzen durchzogenen Sandsturms entgegentreten. Zu unserem Glück kämpfen die Monster auf den Maps auch untereinander, sodass uns ein Balahara wohl eher ungewollt zur Hilfe kommt.
Wir haben einen Lauf und sind überrascht, wie einsteigerfreundlich sich das Spiel trotz seiner unübersehbar komplexen und kleinteiligen Mechaniken für uns als Anfänger gestaltet. Als wir am Ende der Session dann aber den beeindruckend Uth Duna in seine Schranken weisen wollen lernen wir, dass man ohne gute Vorbereitung und Lernwillen rasch an seine Grenzen stößt.

Denn diesem imposanten Biest haben wir noch nichts entgegenzusetzen Zwar können wir nach unserem Ableben auf unserem Saikrii direkt wieder ins Kampfgeschehen reiten. In diesem speziellen Fall ist unsere Anzahl an Versuchen jedoch begrenzt und unser Kontingent rasch aufgebraucht.
Dennoch: Aktuell steht es 6 zu 1 für uns. Und wir freuen uns sehr auf das Rückspiel mit dem Uth Duna, wenn wir das finale Testmuster in den Händen halten. Diese Schmach wird nicht ungesühnt bleiben!

Wenn das fertige Spiel hält, was unsere Anspielsession verspricht, erwartet uns mit Monster Hunter Wilds ein gleichermaßen einsteigerfreundliches wie anspruchsvolles Jagderlebnis. Anfänger freuen sich über rasche Erfolge, gilt es dann aber, die wirklich großen Brocken zu Fall zu bringen, bedarf es Lernwillen, einer guten Vorbereitung und vor allem auch einer gehörigen Prise Geduld.
Mit Blick auf die vielen komplexen und zuweilen auch recht kleinteiligen Spielmechaniken dürften daher auch Veteranen voll auf ihre Kosten kommen. Zumal es neben einigen altbekannten Spezien eine ganze Riege neuer imposanter Monster zu jagen gibt, die in Wilds ihre Serienpremiere feiern. Allesamt beeindruckend animiert und verdammt zäh.
Doch auch abseits der Bestien zeigt sich Monster Hunter Wilds schon in den wenigen Abschnitten, die wir sehen durften, von einer prachtvollen und detailverliebten Seite, untermalt unsere Jagden mit eindrucksvollen Wettereffekten und läuft bereits jetzt sehr flüssig. Da auch die spielerischen Verbesserungen wie die neuen Fokus-Angriffe, die Unterstützung von NPC-Charakteren im Kampf oder das agile Saikrii als neues Reittier zünden, steht uns ein würdiger und enorm spannender Serienvertreter ins Haus.
Monster Hunter Wilds erscheint am 28. Februar 2025 für PlayStation 5, Xbox Series und PC.
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